Der Frustraktionsfaktor ist sehr hoch. (Aktueller Betrieb)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 23.09.2021, 21:12 (vor 1767 Tagen) @ MC_Hans

Hey.

Ansonsten macht das Zugpersonal seinen Job - meistens gut, was ich so erlebe. Sind alles Menschen.

Ja, soweit durchaus richtig. Aber der Frustrationsfaktor ist extrem hoch. Durch die Bank höre ich Klagen über unmögliche und vor allem viel zu lange Schichten. Klar, ist im Interesse des Chefs. Je länger die Schichten, desto mehr freie Tage entstehen, wo der Disponent dann betteln bzw befehlen kann.

Dazu abstruse Vorgaben oder kleinliche Gängeleien. Jetzt heute erzählte eine Schaffnerin, dass sie sich rechtfertigen solle, weil sie an Tag X in Zug Y zwischen A und D nicht durchgelaufen wäre - nur ist Tag X über 3 Wochen her. Was erwartet die Chefetage da als Antwort?

Und dann mögen sie eine 12-Stunden-Schicht mal mehrere Wochen(!) mitfahren. Um mal eine Ahnung zu haben, was so los ist auf dem Zug. Das haben sie nämlich zunehmend nicht mehr. Theoretiker, hoch gebildet und studiert, die in der Lage sind, einem von ihnen programmierten Programm einen den Vorschriften genügenden Dienstplan zu entlocken. Der von freigestellten Betriebsräten abgesegnet wird, die sich das selbst nicht antun müssen. Wie menschenfreundlich das dann ist - davon haben sie keine Ahnung und das interessiert sie erstmal auch nicht.

Bis sie sich über die Krankheitsquoten wundern. Und dann für teuer Geld einen Motivationstrainer einladen. Und verkünden, dass man zur Gesundung im Fitnessstudio Rabatte bekommt.

Und während sie sich für ihre Genialität feiern, sitzt der Schaffner Zwischenzeit immer mal wieder im Steuerwagenführerstand, um den Dienst zu überstehen. Und der Kunde staunt, warum er so selten Personal sieht. Was dann eben nicht immer höchstmotiviert Arbeit abliefert.

Was hat eigentlich der Sprecher im ICE geantwortet, als Du ihn auf seine mangelhafte Durchsage angesprochen hast? Hat er sich über Deine konstruktive Kritik gefreut?

In dem Falle fehlte die Zeit. Aber ich habe ein anderes, oft erwähntes Bsp parat: die Durchsage im IC Amsterdam - Berlin, dass in Bad Oeynhausen Anschluß an die NWB nach Hildesheim besteht. Letztere fährt vom 800 Meter entfernten Bad Oeynhausen Süd. Bestimmt über ein dutzend Mal informierte ich die Zugchefs. In der überwiegenden Mehrheit bedankten die sich für den Hinweis. Gaben mir aber zu verstehen, dass sich nichts werde ändern. Weil solche Meldungen versickern würden im Wasserkopf. Demotivation in ganz großem Stil. Einige wenige notierten das und erzählten glaubhaft, das weiter zu geben.

Geändert hat sich zumindest bis vor einiger Zeit nichts. Ich bin jetzt länger nicht mehr mitgefahren; insofern ist mir der aktuelle Stand nicht geläufig.

Ich schrieb es aber hier auch schon öfters und - ohne Reaktion - der DB auch schon. Hoffnungslos.


Schöne Grüße von jörg


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