Der 2020 ist traditionell eine einzige Katastrophe! (Aktueller Betrieb)

Der Blaschke, Sonntag, 19.09.2021, 13:33 (vor 383 Tagen) @ sflori
bearbeitet von Der Blaschke, Sonntag, 19.09.2021, 13:36

Hey.

Ich denke an früher. Der DB-Schaffner für den Zug 5:18h ab Osnabrück nach Münster kam von der Dienststelle Münster und hatte mit dem 2020 Gastfahrt nach Osnabrück. Ich weiß gar nicht, wie oft dem das Taxi von Münster nach Osnabrück bezahlt wurde. Fenster auf, Schaufel in die Hand und dann raus mit dem Geld. Und das war nicht der einzige Fall; tlw war (ist?) das Ding eine Art Dienstpersonenzug für Bahnpersonale.

Der Zug war mal der meistverspätetste Fernzug Deutschlands. Dann hat man die Fahrzeiten ab Frankfurt um fast eine ganze Stunde verlängert; früher war Abfahrt in Frankfurt nach Mitternacht bei gleicher Ankunftszeit am Ziel - und es passt immer noch nicht.

Die Fahrzeiten sind nördlich Münsters gigantisch. Heute morgen hat aber mindestens ein Fahrgast deswegen den Zug verpasst. Für Münster waren plus 70 prognostiziert. Das stimmte auch. Für Osnabrück waren zwischenzeitlich aber auch plus 70 angegeben - wir hatten da aber nur noch plus 60! Beim Verlassen des Bahnsteiges nach Zugsabfahrt kam mir dann wer fröhlich entgegen, der sich vorher mal auf plus 70 verlassen hat. Ich weiß das natürlich, dass ich mich da auf die Prognosen nicht verlassen darf. Manchmal werden die Reserven dabei in Ansätzen berücksichtigt, manchmal nicht.

Der Zug wäre von der Fahrzeit morgens für viele Destinationen Norddeutschlands interessant. Ich kann sie aber guten Gewissens nicht buchen, weil einfach überhaupt keine Zuverlässigkeit vorhanden ist. Auch was die Fahrzeitreserven angeht, ist das unkalkulierbar. Mal holt er super auf - mal geht's trödelig voran so nach dem Motto, wenn unterwegs plus 60, dann sind ja am Ziel plus 60 auch kein Beinbruch. Der de facto-Monopolist handhabt es nach Lust und Laune und Gutdünken.

Was da sonst nachts auf Schienen und an Bauarbeiten los ist, ist mir als Kunde übrigens völlig wurscht. Wenn die Eisenbahn quasi systemimmanent nicht in der Lage ist, den veröffentlichten Fahrplan einzuhalten, soll sie keinen solchen veröffentlichen.

Für die regelmäßigen Verspätungen von Nightjets und ähnlichen Nachtzügen an den Zielorten bringe ich übrigens exakt haargenau so wenig Verständnis auf.

Ja, dass MAL der Wurm drin ist und 100 Prozent Pünktlichkeit Utopie sind ==> geschenkt. Aber zuuuu unendlich weit weg davon sollte man sich nicht bewegen.

Und ja, trotz Überfüllung der Straßen ist das Auto da um LÄNGEN zuverlässiger! Seit über 10 Jahren fahre ich Pillen aus, früher teilweise um die 120.000 km im Jahr, mehrfach täglich über die Katastrophenautobahn A 1 im Bereich Münster bis Vechta - wenn ich aber meine dortigen Verspätungen denen im selben Zeitraum bei der Eisenbahn erlittenen gegenüberstelle - dagegen ist dann aus Sicht des Bahnwesens das 0:7 des VfL Bochum beim FC Bayern eine nur äußerst knappe Niederlage.


Schöne Grüße von jörg


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