Hätte Talgo überhaupt so viele Kapazitäten? (Allgemeines Forum)

Chrispy, Mittwoch, 12.05.2021, 12:44 (vor 31 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,
ich bin mir nicht sicher ob da ein Missverständnis vorliegt. Meine Kommentare zu Talgo waren off-topic und bezogen sich nicht auf Talgos Offerte für HS2 sondern auf die Talgo produkte im allgemeinen.

Chrispy:

Hoffentlich übernimmt sich Talgo nicht - erscheint mir immer ein sympathischer Laden mit einem guten Konzept zu sein :)


Talgo hat wirklich ein interessantes Konzept. Allerdings finde ich, dass man zu sehr versucht dieses Konzept auf Biegen und Brechen in einfach jedem Fahrzeug umzusetzen.


Für HS2 könnte man sogar den AVE S-102 anbieten oder eine davon abgelehnte Version. Die Züge verkehren in Saudiarabien und Uzbekistan.
Nachteil ist allerdings, dass 40 von 200 m Zuglänge an Lokomotiven verloren geht.

Für den UK-Einsatz kann kein europäischer hersteller von der Stange liefern. Das sehr enge Lichtraumprofil und die standard Bahnsteigshöhe von 915 mm verlangen eine Sonderkonstruktion. Zudem hat UK oft sehr Kurze Bahnsteige, z.B. Liverpool Lime Street hat nur 200m lange (400m-Bahnsteige gibt es meines wissens nur entlang der HS1). Will man also die Züge auch über Birmingham und die HS2-SFS hinaus fahren lassen, sind diese 40m Triebkopf wohl kaum erwünscht. Erst mit den Phasen 2a/b plant man Züge zu kaufen, die man dann nur noch auf den HS2-SFSen einsetzen kann (400m und erweitertes Lichtraumprofil).

Zwar auch wieder eine interessante Idee, allerdings mit so hohen Achslasten, dass man die Wagen extrem Kurz halten musste.


Mal sehen. Ein Wagenstrang des TGV Duplex hat 8 Wagen -> 9 Drehgestelle -> 18 Achsen.
Ein gleich langer Talgo-Wagenstrang müsste bei gleicher Achslast zwei Enddrehgestelle und 14 Einzelradpaare haben.
Zuglänge 200 m minus 2x 20 m Lokomotiven -> 160/14 = die Achsen stehen 11 m auseinander. Normal wäre 13 m.

Ich verstehe nicht ganz, was du mit dieser Rechnung aufzeigen willst. Im prinzip gibt ja die TSI-Norm die maximale Achslast vor und die Hersteller wählen dann entsprechend die Wagenlänge um die Norm zu erfüllen. Talgo hat aber im Vergleich zum TGV Duplex eine Achse pro Wagenkasten weniger und darum müssen Sie um die gleiche Norm zu erfüllen einen kürzeren Wagenkasten bauen. Der durchschnittliche Achsabstand sollte dabei bei beiden Zügen etwa gleich gross sein, falls es sich um Züge mit gelichem Gesammtgewicht und gleicher Länge handelt.

Dies führt dann zu vielen Wagenübergängen, was die Kapazität stark eingeschränkt wird.


Bin ich mir nicht sicher.
Bei uns haben die "Sprinter"-Triebwagen (ET425NL, ET429NL, SNG) alle Jakobsauflegung. Ich erfahre da keinen wesentlichen Platzverlust. Gut, die erreichen dann auch keine HS2-Geschwindigkeiten. Wie sieht das eigentlich bei Thalys und TGV Duplex aus?
Nimmt ein Talgo-Wagenübergang mehr Raum ein als die einer Jakobsauflegung?

Der Talgowagenübergang ist Kürzer, dafür gibt es einige mehr. Und ja mehr Übergänge fressen Sitzplätze. Dazu muss man sich nur den SBB Giruno anschauen. Diese 200m lange fahrende Latrine (das ding hat mehr Scheisshäuser als Fahrradstellplätze) bietet 55 Sitzplätze weniger als der 188m lange ICN.

Hätte man sich an der stelle mit einer konventionellen konstruktion Beworben, hätte man vielleicht Chancen gehabt, aber so ging der Auftrag an Bombardier.


Mal sehen, was Bombardier vorhat. Zefiro (V)HS?

Ich dachte eigentlich, dass die die Zefiroplatform nach der Fusion zu Bombarstom verkaufen müssen, so wie auch den Talent 3. Ersterer geht wohl an Hitatchi? und letzter an Skoda. Aber du hast vermultich recht, dass der Zefiro die erste Wahl der Briten sein könnte, denn Hitatchi scheint sich auf der Insel zum Hausliferanten zu mausern.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum