Kap. 3/4: Sommer in Südwesteuropa [PT] (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Freitag, 05.06.2020, 15:51 (vor 2122 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Tag unternahm ich einen Ausflug ins Gebiet westlich von Lissabon. Da die Metro erst um 6:30 Uhr ihren Betrieb aufnimmt, fuhr ich mit dem Bus zum Hafen. Dort stieg ich in einen Vorortzug, mit dem ich entlang der Tejo-Mündung bzw. später entlang der Atlantikküste in 40 min bis Cascais fuhr. Ich drehte eine Runde durch den hübschen Küstenort.
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420 Inselbetrieb unter Gleichstrom
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421 Die Ponte 25 de Avril von unten
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422 Bzw. von der Seite
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423 Das Monumento aos Descobrimentos
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424 – 425 Cascais, der westlichste Bahnhof auf dem europäischen Festland
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426 – 427 Am Strand von Cascais
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428 – 430 Cascais
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431 Casa & Farol de Santa Maria
Dann wollte ich mit dem Bus weiter entlang der Küste Richtung Norden. Natürlich hatte ich mir den Fahrplan dafür schon vorher herausgesucht. Es gab einen Sommer- und einen Winterfahrplan, ich ging völlig selbstverständlich davon aus, dass am 02. Juni der Sommer-Fahrplan gelten würde. Als der gesuchte Bus auf sich warten ließ, schwante mir Böses, ich fragte einen Fahrer, der mir verklickerte, dass noch Winter sei.^^ Also noch eine halbe Stunde warten. -.- Sollen sie's halt Hochsaison und Normal nennen. Oder wenigstens irgendwo schreiben, bis wann der Winter gilt. Das stand nämlich nirgends... -.- Ich hatte ausgerechnet die letzte Lücke erwischt, wo der Bus nur im Stundentakt fuhr. Irgendwann kam der Bus endlich und kurvte eine halbe Stunde entlang der schroffen Küste hinauf bis zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands.
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432 – 433 Der westlichste Punkt des europäischen Festlands
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434 Leuchtturm
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435 Felsenküste
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436 Niedrige Wolkendecke
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437 Blick Richtung Ponta Delgada und Boston ;-)
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438 Und das hier ist nichts Geringeres als die westlichste Bushaltestelle auf dem europäischen Festland ;-)
Eine halbe Stunde hielt ich mich bei dem nicht ganz so angenehmen Wetter hier auf. Ich hatte alles wenigstens kurz gesehen. Dann musste ich mich schnell entscheiden, ob ich gleich mit dem gerade eintreffenden Bus weiterfahren oder noch eine halbe Stunde im Nebel verbringen wollte. Ich stieg in den Bus. Der brachte mich in 50 min auf kurvenreicher Straße durchs Hinterland nach Sintra. Dort war der Nebel weg, es herrschten angenehme 24 Grad. Das Städtchen ist wahrhaft hübsch, es leidet (bzw. seit Corona: litt :-/ ) allerdings unter einer schier erdrückenden Last von Touristen. Alle 20 min wurde der Bahnhofsvorplatz regelrecht geflutet, als ein neuer Zug aus Lissabon ankam. Hauptanziehungspunkt sind die zahlreichen Paläste, die sich der portugiesische Adel hier im Laufe der Zeit hat erbauen lassen, wenn er mal seine Ruhe vor dem hektischen Lissabon haben wollte. Am späten Nachmittag wollte ich noch hinauf zur Maurischen Festung, dafür nahm ich in Anbetracht der Zeit den Bus. Der fuhr gefühlt fünf Mal ums Karree, zu Fuß hätte ich das wohl fast genauso schnell hinbekommen.^^ Von dort hatte man eine schöne Sicht auf den Ort, die Umgebung und v. a. das gegenüber auf einem Berg thronende Märchenschloss Palácio Nacional da Pena. Und was passierte? Just als ich oben ankam, zogen Wolken vom Atlantik heran und bedeckten das Schloss komplett… -.-
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439 – 440 Das Rathaus von Sintra mit seinem charakteristischen Turm
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441 Der Palácio Real gehörte einst der Königsfamilie. Die hatten es gut! :-)
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442 Von derselben Stelle einmal in die andere Richtung gedreht: Hoch über dem Ortszentrum von Sintra thront die Maurische Festung.
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443 Ausblick von der Festung Sintra
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444 Der Palácio Real von oben, rechts das Rathaus
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445 – 446 Der Bahnhof von Sintra
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447 Meist war der Blick auf Schloss so hier. -.-
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448 – 449 Als Happy End war doch noch ganz kurz ein Blick aufs Märchenschloss möglich
Fahrplanbedingt unterbrach ich meine Erkundungen in der Stadt am Nachmittag, um mit der Straßenbahn zum Praia das Maçãs zu fahren. Obwohl die 45-minütige Fahrt quasi ans Ende der Welt führte, gab es keine Sicherheitsgurte. So wie man hier durchgeschüttelt wurde, könnte man die aber gut gebrauchen... Trotzdem habe ich es geschafft, einen Teil der Strecke zu verschlafen (immer wieder Sekundenschlaf). War einfach zu viel die letzten Tage. :D Während der Wendezeit mussten alle aussteigen, da wurde die Richtung der Sitze geändert, sodass auch auf der Rückfahrt jeder vorwärtsfuhr. Auf der Strecke waren teilweise Bauarbeiten. Wenn die Schildkröten-Bahn anrückte, hatten die Bauarbeiter genug Zeit, ganz gemütlich ihre Sachen zusammenzupacken und in aller Ruhe wegzuspazieren. :D
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450 Elétrico de Sinta
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451 – 452 Des Gefährtes Innenleben
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453 – 454 Der westlichste Punkt Schiene auf dem europäischen Festland, dahinter der Atlantik
Abends fuhr ich zurück in die Stadt. Ab Agualva-Cacém war die Strecke sogar viergleisig, denn dort kam eine weitere Strecke aus Richtung Norden hinzu. Die Fahrt von Sintra nach Campolide dauert 34 min. Vom Bahnhof Campolide nahm ich den Bus zum Amoreiras Shopping Center, auf dessen Dach sich eine Aussichtsterrasse mit tollem Rundum-Blick befindet. Dort verbrachte ich den Abend. =)
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455 Am Bahnhof von Sintra
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456 – 457 Die Ponte 25 de Avril
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458 – 461 Die Innenstadt
Auf dem Weg zum Hotel nahm ich für eine Station die gelbe Linie, womit ich nun alle vier Metro-Linien Lissabons wenigstens teilweise befahren hatte. ;-)

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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