Naja, ganz schön schlecht zusammengeschnitten (Allgemeines Forum)

Eingleisigkeit, Donnerstag, 21.11.2019, 21:14 (vor 2329 Tagen) @ Hansjörg

Hallo zusammen,

also ich finde diese Reportage ist noch mehr als andere "Exklusiv Bahn"-Reportagen ein ziemlich wilder Zusammenschnitt.

Die hr-Autoren Adrian Oeser, Jessica Sander und Katja Sodomann zeigen in ihrem Film die Komplexität des Systems "Bahn" und diskutieren Probleme und Lösungsideen.

Ich finde, der Film zeigt ausführlich diverse Probleme ohne Zusammenhang. Lösungsideen zeigt der Film selbst nicht, manchmal kommen sie im O-Ton vor. Aber selbst Böttger sagt bei Minute 38: "Ich glaube nicht, dass es dort [bei DB Cargo] einfache und schnelle Lösungen geben kann." Fertig mehr kommt da auch nicht.

Ein Berufspendler hat für "Operation Bahn" vier Wochen lang Videotagebuch geführt: Ist die Bahn wirklich so unpünktlich?

Und? Ist sie? Eine transparente Auswertung der 4 Wochen sucht man vergeblich.
Der Pendler wird 4x gezeigt (Minute 14:30, Minute 19:00, Minute 26:00 und Minute 38:30), viele Tage wurden im Film herausgeschnitten:
23.09. = 2x pünktlich;
27.09. = der ICE ist in Hannover als verspätet angekündigt. Wann der Pendler in Kassel angekommen ist, erfährt man nicht.
01.10. = 41 Minuten Verspätung
18.10. = Verspätung in Kassel unklar, mind. 180 Minuten
ohne Datumsangabe = Fazit: Nahverkehr zu spät, aber okay, Fernverkehr zu spät, aber stärker als NV

Ich verstehe nicht, was so schwer gewesen wäre, eine gute Zusammenfassung der erhobenen Fahrten darzustellen. Immerhin sagt die Reportage noch 8 Stunden Verspätung bei 80 Stunden Fahrzeit. Also im Schnitt 10 Prozent Verspätungszuschlag.

Ein Software-Unternehmen beobachtet vier Wochen lang die Entwicklung von Ticketpreisen: Wie werden Preise gemacht, und wann wird es billig?

Und? Wie werden die Preise gemacht? Keine Antwort darauf im Film. Immerhin ist die Aussage zum besten Buchungszeitpunkt ganz interessant. Das sollte statistisch schon verwertbar sein.

Der Film "Operation Bahn" gewährt außergewöhnliche Einblicke ins System Bahn: Gedreht wurde bei Disponenten der zentralen Verkehrsleitung, die entscheiden, wann Tickets teuer und wann billig sind, aber auch, welcher Zug warten muss und welcher weiterfährt.

Über Ticketpreise entscheidet Verkehrsleitung natürlich nicht. Das sollte man eigentlich wissen, wenn man "bei der Disposition gedreht" hat.

Kunden und Mitarbeiter kommen zu Wort. Manager, Aufseher und unabhängige Fachleute erklären, wo sie die Zukunft der Deutschen Bahn sehen und wie sie gewonnen werden kann.

Welche Manager kamen denn im Film zu sprechen? Lutz hatte ja abgesagt und ansonsten kommen nur Politiker, Wissenschaftler, Basis-Mitarbeiter und Laien zu Wort. Und natürlich der Hotelmanager auf Sylt ;)

Alles in allem wirklich ein ziemlich wilder Ritt durch den Gemüsegarten. Der Film hätte meiner Meinung nach gut daran getan, etwas weniger Themen anzuschneiden und dafür weiter in die Tiefe zu gehen. So hebt sich zwar bei vielen der Blutdruck "Genau, hab ich schon immer gesagt!!!!1!!elf", aber gelernt haben wir doch wieder nix.

Und nun die Wettervorhersage...
Eingleisigkeit


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