Auf der Ligne des Horlogers durch den Jura - Fortsetzung 3 (Reiseberichte)
Tag 2: Besançon – Baden-Baden – Konstanz
Nachdem wir am ersten Tag sehr kleinteilig unterwegs waren und keinen Umweg ausgelassen haben, haben wir für die Rückfahrt die schnelle Variante gewählt. 5:36 Stunden verspricht die Reiseauskunft für die Verbindung von Besançon nach Konstanz – da bleibt am Vormittag noch Zeit für eine Stadterkundung.
Seit dem Jahr 2008 zählen die militärischen Befestigungsanlagen von Besançon zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und so machen wir uns auf den Weg durch die Stadt hinauf...
...zur Zitadelle. Das Befestigungssystem mit Zitadelle, Stadtmauern und Bastionen geht auf Vauban zurück, die Zitadelle wurde zwischen 1678 und 1771 erbaut und erstreckt sich über 11 Hektar auf einem Hügel über der Stadt. Die Anlage wird heute vielseitig genutzt und ist ein Touristenmagnet, so gibt es beispielsweise auch einen Zoo dort oben.
Von der Zitadelle bietet sich ein Ausblick über die Dächer der Stadt und den Doubs. Zu Füßen der Festung verläuft die Bahnstrecke der Ligne des Horlogers, über die wir am Vortag angereist sind.
Anschließend machen wir uns auf den Weg hinunter in die Stadt, durchs Zentrum und auf der anderen Seite hinauf zum Bahnhof. Durch den Schneeregen ist der Fußweg tückisch glatt. Vorbei an der Kirche Saint-Pierre führt uns der Weg...
...über den Doubs zur Kirche Sainte-Madeleine...
...und schließlich den Berg hoch...
...zum Bahnhof Besançon-Viotte. Der zentrumsnahe Bahnhof wird überwiegend im Regionalverkehr angefahren, knapp 10 Kilometer weiter draußen an der Schnellfahrtstrecke gibt es noch den Fernbahnhof Besançon Franche-Comté TGV.
Ein Regionalzug dient als Zubringer vom Bahnhof Viotte zum TGV-Bahnhof, die Fahrt zum Fernbahnhof dauert mit einem Zwischenhalt 13 Minuten.
Die Fahrt des Zubringerzugs endet auf einem Stumpfgleis neben den Bahnsteig- und Durchfahrtsgleisen der LGV Rhin-Rhône. Überdachte Aufgänge führen zum Bahnhofsgebäude.
Der Bahnhof wurde 2011 gleichzeitig mit der Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet. Er wurde nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut, 75 Prozent des Energiebedarfs kommen aus erneuerbaren Quellen.
Es liegt wohl am Winterwetter, dass der TGV-Verkehr massive Verspätungen hat. Da haben wir es mit nur +20 für den Zug von Marseille nach Frankfurt ja noch gut getroffen. Und hier kommt er dann auch:
Die Ligne à grande vitesse Rhin-Rhône verbindet das südliche Elsass und die Nordwestschweiz mit Paris und Lyon. Wir fahren auf dem Ostast in Richtung Mulhouse. Zwischendurch werfen wir einen Blick in „Le Wifi“ und verfolgen die Fahrt parallel auf der Karte.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-86TGV-Le-Wifi.jpg)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-87TGV-Le-Wifi.jpg)
Immer nur aus dem Fenster zu schauen ist doch recht anstrengend...
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-89TGV-Le-Wifi-Yoga.jpg)
...da wird es Zeit für Yoga mit Valérie und eine Entlastung unserer müden Augen. Und angesichts der Verspätung können Entspannungsübungen auch nicht schaden.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-91TGV-Le-Wifi-Mulhouse.jpg)
Holla, und jetzt haben wir uns auch noch verfahren. Die Karte meint, wir hätten in Mulhouse Kopfmachen sollen, stattdessen gibt es eine Stadtrundfahrt. Die Prognose „pünktlich“ für Frankfurt kann ich auch kaum glauben, denn die Verspätung beträgt mittlerweile über 30 Minuten. Der Zug fährt nun weiter in Richtung Straßburg.
Zwischendurch vielleicht eine Frage an die Fahrgastrechtsexperten: Ein Fahrgast hat ein durchgehendes zuggebundenes Ticket von Besançon Franche-Comté TGV über Baden-Baden nach Konstanz. Aufgrund einer Verspätung wird der Anschlusszug in Baden-Baden absehbar nicht erreicht. Ist es zulässig, in Straßburg auf die SWEG umzusteigen, den Weg so abzukürzen und in Offenburg den eigentlich vorgesehenen Zug nach Konstanz zu erreichen?
Dieses Gedankenspiel stelle ich während der Fahrt tatsächlich an, der Übergang in Straßburg auf die SWEG ist mir dann aber doch zu knapp, zumal der Weg nach Draußen zum Abfahrtsgleis recht weit ist.
Und so bleiben wir halt doch sitzen, halten uns an die Zugbindung und fahren im TGV über den Rhein. In Baden-Baden verlassen wir schließlich den Zug.
Hmm, eigentlich wäre ich schon gerne gediegen und mit Bordgastronomie im IC 2005 auf der Schwarzwaldbahn nach Konstanz gefahren. Aber so wird es jetzt halt ein Regionalzug auf der Schwarzwaldbahn – auch ok.
Im Schwarzwald ist es wieder winterlich, bei der Fahrt im Gutachtal wird es zunehmend weißer vor dem Zugfenster und die Ruine von Schloss Hornberg verschwindet im Schneetreiben.
Auf Gleis 3 im Bahnhof von Konstanz endet schließlich unsere kleine Rundfahrt, nach gut 34 Stunden sind wir damit wieder exakt am Ausgangspunkt angelangt.
Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.
Viele Grüße und schöne Pfingsttage
Tobias
PS: Meine früheren Bahnreiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
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07.06.2019, 18:30
- Auf der Ligne des Horlogers durch den Jura - Fortsetzung 1 -
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07.06.2019, 18:34
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TD,
07.06.2019, 18:35
- Merci beaucoup ! -
JanZ,
07.06.2019, 21:04
- Merci beaucoup ! - Langsamfahrstelle, 08.06.2019, 22:49
- Vielen Dank! - 462 001, 08.06.2019, 13:30
- Großer Dank für die Bilder :-)
-
Berliner65,
13.06.2019, 21:21
- Merci beaucoup ! -
JanZ,
07.06.2019, 21:04
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