Auf der Ligne des Horlogers durch den Jura [100 B.] (Reiseberichte)

TD, Freitag, 07.06.2019, 18:30 (vor 2481 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hatte Euch kürzlich mitgenommen zu einer Reise mit korsischer Eisenbahn und russischem Nachtzug – das war die letzte Reise aus dem Jahr 2017. Und damit kann nun die Aufbereitung der Reisen aus 2018 beginnen. Wir starten im März mit einer zweitägigen Tour in Richtung Schweiz und Frankreich. Anfang März war es nochmals richtig winterlich und so passt der Reisebericht mit Schnee und Eis nicht ganz zur aktuellen Jahreszeit, aber das ergibt sich jetzt halt so, da müssen wir durch und uns vorarbeiten zu den Sommerreisen des letzten Jahres.

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Im Juli 2015 waren wir auf der Schwalbenlinie unterwegs durch den Jura. Die zweite Reise in diese Gegend ist gewissermaßen eine Ergänzung hierzu, wir befahren einige Strecken, die wir damals ausgelassen hatten und nach der damaligen Sommertour wollen wir diesmal winterliche Eindrücke im Jura sammeln. Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz über Zürich nach Basel, legen einen Zwischenstopp in Delémont ein und fahren mit der Chemins de fer du Jura nach La Chaux-de-Fonds. Nach einem Besuch der Bahnstrecke La Chaux-de-Fonds–Les Ponts-de-Martel fahren wir auf der Ligne des Horlogers, der „Uhrmacherstrecke“, ins französische Besançon. Am zweiten Tag geht es vom dortigen TGV-Bahnhof nach Baden-Baden und anschließend mit der Schwarzwaldbahn zurück an den Bodensee.


Tag 1: Konstanz – Zürich – Basel – Delémont - Glovelier - La Chaux-de-Fonds - Le Locle - Les Ponts-de-Martel - La Chaux-de-Fonds - Besançon

Von Konstanz nach Basel fährt man normalerweise auf der deutschen Seite des Hochrheins. Da wir jedoch mit einer Tageskarte der SBB unterwegs sind, wählen wir diesmal die Variante auf der schweizerischen Seite. Und so starten wir in Konstanz mit einem Interregio nach Zürich.

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Der Wetterbericht hatte eigentlich Schnee versprochen, stattdessen wird uns während des Tages Schneeregen begleiten. Naja, immerhin ist es etwas weiß, hier mit Blick auf die alte Mühle in Kreuzlingen. Der Zug gewinnt nun an Höhe, rund 150 Höhenmeter überwindet die Bahn bei der Fahrt über den Seerücken zwischen Kreuzlingen und Weinfelden. Weiter geht es durch den Thurgau in Richtung Zürich.

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Im Stadtgebiet von Zürich fahren wir über die Limmat, kurz darauf bietet sich ein Blick über die Gleisanlagen vor dem Hauptbahnhof Zürich.

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In Zürich wechseln wir auf einen Intercity zur Fahrt nach Basel. Zunächst begleitet uns wieder die Limmat, dann führt die Strecke weiter nach Nordwesten.

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Eigentlich sollte der Zug über die Hauensteinstrecke fahren, stattdessen befahren wir nun die Bözbergstrecke. Diese Route ist zwar landschaftlich nett - hier das Dorf Hornussen im oberen Fricktal – allerdings kostet dieser Ausflug gut 10 Minuten und damit ist der geplante Anschluss auf die S 3 in Basel weg. Wollte ich hier einen Streit provozieren und alte Stereotypen bedienen, könnte ich jetzt gehässig anmerken „na toll, hätten wir Lust auf einen Anschlussverlust gehabt, hätten wir auch gleich auf der deutschen Seite fahren können“ – aber das verkneife ich mir besser.

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Etwas später als geplant geht es nun also weiter nach Delémont. Immerhin ein ICN anstelle der ursprünglich geplanten S-Bahn, wobei auch der nicht so ganz pünktlich unterwegs ist.

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Wir fahren nun auf der Jurabahn, die Bahnstrecke schlängelt sich entlang der Birs und folgt dem Fluss bis nach Delémont (Delsberg).

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Delémont ist der Hauptort des Kantons Jura, den 13.000-Einwohner-Ort haben wir als erste Zwischenstation vorgesehen. Für die Erkundung der historischen Altstadt bleibt jetzt etwas weniger Zeit als geplant, aber für ein paar Eindrücke reicht es doch. Hier sind wir in der Altstadt und blicken in Richtung Porte de Porrentruy.

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Das zweite mittelalterliche Stadttor ist die Porte au Loup. Neben schmucken Häuserfassaden gibt es in der Stadt auch fünf monumentale Figurenbrunnen im Renaissancestil, sie stammen aus dem 16. Jahrhundert. Über den Dächern erhebt sich der Kirchturm von Saint-Marcel, die Kirche wurde zwischen 1762 und 1767 erbaut.

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Schließlich kehren wir an den Bahnhof Delsberg / Gare de Delémont zurück. Der Bahnhof wurde 1875 eröffnet, er wurde bei einem Luftangriff 1944 stark beschädigt, weil die amerikanischen Bomberpiloten sich im Elsass wähnten.

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Am Bahnhof Delémont zweigt die Bahnstrecke ins französische Delle von der Jurabahn ab. Mit der S 3 der S-Bahn Basel – gebildet aus einem Flirt-Triebzug – befahren wir nun eine Etappe dieser Strecke.

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Die Fahrt durch das Delsberger Becken dauert nur kurz, nach 12 Minuten heißt es schon umsteigen. In Glovelier besteht Anschluss an die Meterspurstrecke der Chemins de fer du Jura nach La Chaux-de-Fonds.

Es geht gleich weiter...

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