Existenzfrage für das oberste Management (Allgemeines Forum)

GUM, Donnerstag, 18.02.2010, 19:12 (vor 6002 Tagen) @ ICE-T-Fan

Es kann meiner Meinung einfach nicht angehen, wenn Unternehmen Druck auf Mitarbeitet machen, damit diese sich nicht in öffentlichen Interessengemeinschaften solidarisieren. Das ist doch der eigentliche Knackpunkt.

Der eigentliche Knackpunkt ist die Existenzfrage für das oberste Management. Deren Gehälter inkl. der als notwendig erachteten Ausgaben für die Selbstinszenierung (sh. später) müssen vom Unternehmen koste es, ws es wolle verdient werden.

Es ist schlichtweg für Hr. Grube und Konsorten eine Existenzfrage für den eigenen Status und das eigene Wohlergehen, dass die Öffentlichkeit die von oben verkündete Strategie "schluckt".

Sparen wo es nur geht, Leistungen für die Fahrgäste kürzen und verschlechtern (sh. ICE 1 Platzzahlerhöhung, sog. Redesign/neue niedrigere komfortable Züge München-Ausgburg oder auch Regioquiiiiiietsch-Züge) sowie das Ausquetschen des Unternehmens. Dies hat ja nach historischer Bilanzregelung gewisse Vermögenswerte zu (damaligen) Herstell- und Kaufkosten bilanziert. Jetzt kann man (still und leise) oder laut und dröhnend wie bei Stuttgart 21 diese Grundstücke STück für Stück verjubeln.

Und siehe da: Ein Rekordgewinn jagt den nächsten. Dass diese nicht aus höherer Verlehrsleistung resultiert oder höherem Kundennutzen, wen interessiert's ? Und wird Mehdorn abgelöst, dann kommt: ja mehr vom Gleichen in anderem Gewand.

Jenseits jeglicher Mindestlohn- und Gerechtigkeitsdebatte haben sich alle ähnlich organisierten Unternehmen vom Markt und den Menschen entfernt, auch durch das "Streichen" der mittleren Führungsebenen, die vom Geschäft und den Menschen etwas verstanden.

Man kann ja das Gehalt eines Vorstandsmitgliedes dem Geschäftsbericht entnehmen und einmal umrechnen, wie viele Ingenieursstunden man bei Tariflohn dafür bekommt. Erstaunliche Zahlen.

Und so kommt es dann, dass man:
+ gleichzeitig Print- und Funkwerbung schaltet, obwohl kein Geld da ist, eine angemessen große Flotte auch nur instandzuhalten
+ die Journalisten jeden Blödsinn abschreiben (müssen), denn die Bahn ist ja ein großer Kunde. Den Vogel hierzu hat die Süddeutsche Zeitung kürzlich abegchossen in Bezug auf den Lok-Vorschlepp der ICE T-Züge: Die Lok wird nur benötigt, weil die Oberleitung zuwenig Strom herbringt (!!!)
+ in dieser Art Unternehmen kein ordentliches Management im betriebswirtschaftlichen Sinne mehr arbeitet. Sowohl Erst- als auch höhere Semester kennen die Formel Gewinn = Umsatz - Kosten und deren Stellgrößen. Hier wird aber fast nur an Kosten gearbeitet.

Wollte ich mal als Kunde und Bahnfan loswerden. Bitte um Verständnis, dies ist kein "Bahn-bashing" sondern eher ein "Funktionärs-Bashing". Dieses Posting ist auch diametral entgegengesetzt zur verzerrten Umweltwahrnehmung von Guido Westerwelle ! Denn "spätrömische Dekadenz" ist ausschließlich (!) im Vorstand solcher Unternehmen zufinden.

Dass diese Strategie nicht auffliegt, wird zur Existenzfrage der Vorstandsebene.
Deshalb auch Repressalien, die der Meinungsfreiheit entgegenstehen !

Kommentare (auch bissige) zu meiner Meinung ausdrücklich erwünscht.


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