Kein normaler Warnstreik! (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 11.12.2018, 10:14 (vor 2675 Tagen) @ Christian_S

Wieso meinem Arbeitgeber? Mir selbst! Es ist nunmal meine Sache, wie ich zur Arbeit komme, darum muss ich mich kümmern. Ich z.B. fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Bei Starkregen aber ist das ungünstig. Nun fährt aber gerade am Wochenende morgens die Straßenbahn nur alle 30 Minuten. Da kann ich auf Arbeit auch nicht sagen, dass ich ja nicht wissen konnte, dass es regnet und ich somit die Straßenbahn nehmen muss und deswegen halt ne halbe Stunde später erscheine ...

Ich habe doch bereits geschrieben, daß Fahrrad bei mir momentan aus gesundheitlichen Gründen keine Alternative darstellt. Zumal die 5-Uhr-Nachrichten beim Wecken noch von Problemen auf lediglich zwei S-Bahn-Linien sprachen, mit denen ich keine Berührungspunkte habe. Am Bahnhof angekommen sah es dann eben komplett anders aus, da war die Kacke schon am dampfen.

Ist immer eine Frage des Umgangs miteinander. Glaube aber kaum, dass der Chef z.B. bei Vollsperrung der Autobahn noch pünktlich auf Arbeit erscheint.

"Pünktlich" gibt es hier per defintion eigentlich gar nicht. Gleitzeit ohne Kernzeit. Von daher kann das dem Chef nicht passieren, zumal der nur rund eineinhalb Kilometer mit seinem Dienstwagen durchs Dorf gezuckelt kommt.
Für mich heißt pünktlich, daß ich zum Feierabend nicht mit weniger als acht Stunden auf der Uhr dastehe und mein Gleitzeitkonto belaste. Später zurück fahren ist verkehrsbedingt (außer an Freitagen, wo die Verkehrsspitze früher liegt) nicht sinnvoll machbar.

Von daher sollte auch ein Chef sowas ein bissl verhältnismäßig sehen. Wenn Du Dich natürlich total unfexibel zeigst und meinst, wegen Streik, Verkehrschaos o.ä. immer zu spät kommen zu dürfen, dann darfst Du Dich über Reaktionen Deines Chefs nicht wundern.

Den Ärger gibt es ja eh nicht wegen der Ankunftszeit sondern wegen des Minus auf dem Konto. Plus machen geht halt nur auf Dienstreisen...

Viele meiner Kollegen, die sonst immer mit dem Zug fahren sind gestern früh auch kurzfristig mit dem Auto zur Arbeit gekommen. Auch über Distanzen von 100-150 km. Einer davon hat selbst gar kein Auto und trotzdem fand er eine Lösung ...

Wie gesagt, ich darf momentan nicht. Und selbst wenn Kollegen aus meiner Richtung kämen, könnte ich sie erst erreichen, wenn sie schon im Büro sind. Privatnummern von anderen Kollegen haben wir hier grundsätzlich nicht. Die hat ausschließlich die Personalabteilung in den Unterlagen stehen, selbst die Abteilungsleiter bekommen diese in der Regel nicht. Da gab es wohl (vor meiner Zeit) zu viel Mißbrauch, daß Kollegen nach Feierabend/im Urlaub daheim kontaktiert wurden.

Logisch das Dein AG das nicht einfach so macht. Aber im Notfall sollte er dann Verständnis dafür aufbringen, dass Du mal etwas verzögert erscheinst an Tagen wie gestern.

Für Minus hat man hire halt kein Verständnis.

Bei der deutschen Gesellschaft keine Hoffung auf Solidarität habende Grüße

Auf die erzwungene Einbahnstraßensolidarität der Gewerkschaften keinen Bock habende Grüße*
der Colaholiker

*) Und selbst wenn ich über das Thema Gewerkschaften anders denken würde, gibt es etwas, das mich davon abhält, in einer Gewerkschaft Mitglied zu werden. Wenn ich sehe, was für Pamphlete der IG Metall hier am Betriebsratsbrett hängen, und wie sehr die sich mit Meinungen, die meiner komplett zuwiderlaufen, in Themen, die mit Arbeitnehmerpolitik nichts zu tun haben, einmischen, kann ich so einem Verein nicht einen Cent zukommen lassen. Die sollen sich auf das konzentrieren, was ihre Existenzgrundlage ist, und nicht bei allen möglichen anderen Themen rumblöken.

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