Zusammenfassung (Allgemeines Forum)

Münchner, Montag, 10.12.2018, 15:06 (vor 2676 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von Münchner, Montag, 10.12.2018, 15:10

Wow, Streiks müssen jetzt schon genauer geplant werden als der Normalbetrieb ;-)

Eigentlich ist es nicht so schwer, wenn man mal seinen Verstand einsetzt.

Zum einen hat man als Arbeitnehmer ein gewisses Interesse daran, dass die Kunden mit dem Unternehmen zufrieden sind. Nicht einmal, weil man unternehmerisch denkt, sondern einfach, weil diese Kunden auch das eigene Gehalt zahlen.

Das andere ist der Punkt, ich nenne ihn mal allgemein "Erpressung". Solches Verhalten führt immer dazu, dass man Maßnahmen ergreift, dass solche Versuche das nächste Mal ins Leere laufen. Mag sein, dass man in einer gewissen Lage damit durchkommt. Dauerhaft sorgt man aber dafür, dass die anderen lieber ohne einen auskommen wollen.

Zusammen ergeben die beiden Punkte dann etwas nahe liegendes: Wenn ich als Bahnangestellter die Bahnfahrer dahingehend schikaniere, dass sie nicht mehr wissen, ob sie zu einem Termin kommen, in den Urlaub kommen oder etwas anderes, dann löst man dort Reaktionen aus. Nämlich die, dass man versucht, das nächste Mal besser ohne die Bahn auszukommen.

Auch ich kann Kollegen beobachten, die heute festgestellt haben, dass sie trotz Verkehrschaos nicht viel länger als im Normalfall mit ÖPNV gebraucht haben.

Von meinen Eltern vernehme ich, dass sie den Fernbus heute gar nicht schlecht fanden und er zudem trotz Buchung in letzter Phase sogar nur die Hälfte gekostet hat.


Von Freunden kamen schon Anfragen, ob man die Fahrten zu Weihnachten nicht mit dem Auto macht und man nicht jemanden mitnehmen kann / will.

Mit anderen Worten: überall merkt man nach der Aktion von heute, dass man sich Gedanken macht, seine Abhängigkeit von der Bahn zu reduzieren. Und viele haben heute gemerkt, dass es funktionierende Alternativen gibt, die selbst in der heutigen Lage nicht schlechter waren.

Wenn da auch nur ein Bruchteil entsprechende Konsequenzen zieht, werden diejenigen, die heute ihren Sieg feiern, morgen feststellen, dass es ihnen wie einem gewissen Pyrrhus geht.

Man braucht nur mal zu schauen, was mit dem Güterverkehr in den Jahren 2014/2015 geschehen ist. Der ist bis heute nicht ansatzweise zurück verlagert. Und im Gegenzug zu den Jahren damals, wo man auf ein gewisses Verständnis getroffen ist, kann man das für die heutige Aktion lange suchen.

Vielleicht wäre es besser, die Chefs von EVG und GdL treffen sich mal lieber im Sandkasten und diskutieren dort, wer den längsten hat.


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