Widerliche Sensationsgier (Aktueller Betrieb)

Henrik, Samstag, 13.10.2018, 00:57 (vor 2760 Tagen) @ ICE4711

Der Mann hat Schlimmeres - ja vielleicht eine Katastrophe verhindert! Dass die 500 Reisenden unversehrt blieben, ist wahrscheinlich ihm zu verdanken.

https://www.facebook.com/focus.de/posts/10157095090194410

https://www.focus.de/reisen/bahn/ice-brand-zwischen-koeln-und-frankfurt-fuenf-zufaelle-...

Wiederliche Sensationsgier.

Wenn gar nix passiert ist, alles gut gelaufen ist, wird irgendeine Zeitung trotzdem argumentieren, dass man nur knapp der Katastrophe entkommen ist.

Und wieso?

Weil es Leser anzieht. Weil die Gesellschaft eine massenhafte, kranke Sehnsucht nach Katastrophen hat. Und schaudernd die zufällig eingeblendete Werbung einer Rundumsorglosversicherung anklickt.

Herr Gott. Ein Zug hat gebrannt, alle sind ausgestiegen, und mit Bussen weitergefahren. Es ist also rein GAR nichts passiert.

Es ist Unsinn zu behaupten, dass „GARNICHTS“ passiert sei.

Es ist Unsinn behaupten, es sei etwas passiert. Außer Blechschaden geschah nichts und vor allem war auch nichts in Gefahr.
Jetzt eine vermeintliche Katastrophe gradezu zwanghaft raufzubeschwören ist reichlich gefährlich, wenns nicht erstgemeint war, einfach nur dumm.

Schau dir mal das Gerippe des völlig ausgebrannten Wagens an. Der materielle Schaden wird hoch sein

Blechschaden. Interessiert keinen einzigen Fahrgast.

der indirekte Schaden durch den fehlenden Zug und die tagelange Streckensperrung ebenso.

Die Bahn wirds verkraften.
Es sind Ferien. Auswirkung hält sich in Grenzen.

Wirkt sich halt auf die Verspätungsstatistik aus. naja nun.

Von dem Schock, den die mitreisenden Fahrgäste und Mitarbeiter hatten oder haben ganz zu schweigen.

Ach Gottchen.. Nen Autounfall werden sie auch schon alle gehabt haben. Dieses ist nicht viel anderes, paar Tage später haben sie's vergessen - von den 4 Leuten mit Kreislaufschwäche wohl abgesehen.

JA, es gab keine Verluste von Menschenleben.

..und auch keine Verletzungen innerhalb des Zuges.

Dass daran aber auch maßgeblich die im Artikel genannten „Zufälle“ ihren Beitrag haben, steht in meinen Augen außer Frage.

Fehlt da ein "nicht"? Du nimmst den Artikel / die Punkte doch nicht ernst, oder? Hast Du's überhaupt gelesen?

1. Zufall: Bundespolizist fährt mit
2. Zufall: Einige ICE-Reisende arbeiten für Hilfsorganisationen
3. Zufall: Das Wetter war gut
4. Zufall: Keine Kleinkinder und Rollstuhlfahrer fuhren mit
5. Zufall: Glück - kein Brand im Tunnel

1. Ein Fahrgast hat den Rauch bemerkt und wurde direkt anschließend aktiv, handelte richtig.
Dafür muss man kein Polizist sein, geschweige denn in Uniform. Das hat nicht jeder drauf, aber viele. Innerhalb einer Gruppe von 50-100 Leuten ist es nicht unwahrscheinlich, dass wenigstens ein solcher bei ist.
Zufall? eher nicht, auf keinen Fall.

2. Diese halfen bei der Zugräumung und anschließend - hat thematisch mit dem Geschehen zuvor also mit einer vermeintlichen Katastrophe überhaupt nichts zu tun. Auch die übrigen Fahrgäste sollen sich besonnen verhalten haben - das ist kein Zufall und sehr hoch anzurechnen anstatt runterzuspielen!

3. Das Wetter war gut? Das kann nun wahrlich nicht ernst gemeint sein. Bei Regen und 5 Grad kälter hätte es stattdessen ein flammendes Inferno gegeben und über 100 Leute wären gestorben? Wahrscheinlich wäre es nach Focus-Ansicht 3 Stunden später gar nicht erst zum Feuer gekommen, weils da nicht dunkel gewesen wäre, die Sonne geschien hätte, es noch wärmer, noch trockener war.

4. das ist eklige abscheuliche Diskriminierung von Kindern & Behinderten. Wären derlei Menschen an Bord gewesen, dann hätte es ne Katastrophe gegeben. Geht's noch?
Erläutern tun sie's nicht, was sie damit meinen - jedoch ne groteske Abfolge von Sätzen:
Es seien weder Rollstuhlfahrer noch Kleinkinder im Zug gewesen. "Das Verhalten der Leute war sehr vorbildlich"
Genannte Personen wären nicht in der Lage, sich vorbildlich zu verhalten, sich zu bedanken?

5. schade, sie haben das Band korrigiert. Hetzen mit ihrer Panikmache erstmal rum, anstatt nachzudenken. So ein ICE kommt ja auch von 300 km/h innerhalb von paar Metern zum Stehen. Der letzte Tunnel grademal 17 km zuvor. So unwahrscheinlich ist das nicht, dass da bereits der Brandherd bestand. Nur leicht zaghaft wird angedeutet, dass ein ICE auch in einem solchen Szenario nicht im Tunnel zum Stehen kommt, um dann gleich das große Schreckensszenario wenn doch aufzumalen.

Gar keine Rede davon, dass es ewig gedauert hat von dem ersten Rauch bis zu einem Brand bis der Wagen völlig zerstört war, was alles andere als Zufall ist. Gar keine Hochachtung, dass sämtliche Fahrgäste sich besonnen verhalten haben, was alles andere als Zufall ist, sondern hauptsächlich an ihnen selbst persönlich lag.
Und diese 500 Fahrgäste befanden sich nicht allesamt einzig allein in diesem einen Wagen bzw. letzten beiden Wagen. Von zwei Zugteilen auch nicht die Rede. Wäre aber gewiss eh alles nur glücklicher Zufall gewesen.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum