Kein Vorteil. Kein Anreiz zur Nutzung. (Allgemeines Forum)

musicus, Mittwoch, 02.08.2017, 12:03 (vor 3178 Tagen) @ GUM

Super Vorteil des angeblich "ungestörten Reisens"

Danke für die Anführungszeichen. Wie die DB selbst mitteilt, ist ja dennoch zu erwarten, "dass der Zugbegleiter oder die Zugbegleiterin gelegentlich auch Stichproben-Kontrollen eingecheckter Fahrgäste, die sich auf dem eingecheckten Sitzplatz befinden, durchführen muss." Es handelt sich also um ein vielleicht "ungestörtes" Reisen. Vielleicht eben auch nicht.

bekommen die Reisenden aber schon bald die Quittung: Sinkende Arbeitswerte bei den Service-Mitarbeitern werden ziemlich zeitnah zu Kürzungen des Serviceangebotes führen.

Erstmal bekommen sie dafür eine Rechnung: Der neue Modus ist ausschließlich mit einer mehrheitlich kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung verbunden. Paradox: Für ein Weniger an Service und persönlicher Ansprache muss erstmal ein Mehr an Geld entrichtet werden, der Kunde soll Rationalisierungsmaßnahmen aktiv bezuschussen.

Und nebenbei, aber das ist ja in Vergessenheit geraten: Die Gesichtserkennung an einem Standort oder wenigen Bahnhöfen ist nichts gegen ein ständiges Bewegungsbild aller Reisenden bzw. Peilsender-/Smartphone-Inhaber.

Smartphone unnötig. Ein personalisierter (ggf. zuggebundener) Relationsfahrschein oder das Sammeln von Bonuspunkten reicht aus, um Bewegungsmuster zu rekonstruieren.
Nächste offene Frage: Wie erfolgt die Reisendenidentifikation beim "Komfort Check-in"?

Allen Reisenden wünsche ich deshalb viel Spaß beim Vernichten von Arbeitswerten bzw. dem Komfort-Check-In. Und wundert Euch nicht, wenn es dann weniger Zubs gibt und die schnellen Reisezüge nur noch von DB Sicherheit begleitet werden (wenn überhaupt).

Ich habe meine Zweifel, ob dieses gadget tatsächlich Potential besitzt Einfluss auf das Verhalten der Kundschaft auszuüben.

Nach wie vor bleibt meine Frage unbeantwortet: Weshalb sollte ich den "Komfort Check-in" nutzen?

Zur Erinnerung: Auch bei diesem "Komfort-Kaffeekapseln kaufen" sind pro Tag und Standort nicht mehr 32-40 Personenstunden notwendig, sondern der Einräumer (0,50-0,75 Personenstunden täglich) macht die ganze Arbeit alleine. Damit lässt sich mindestens Personal im Faktor 16 einsparen.

Wer ökologisch bedenklichen, durchschnittlich schmeckenden und preislich überteuerten Kaffee von einer Firma mit zweifelhaftem Ruf über Methoden die Beschäftigung und Steueraufkommen vernichten unter einem Mehraufwand an Lebenszeit freiwillig einkaufen will, ist meines Mitleides nicht wert.

Produktivitätsgewinn durch Selbstbedienung - Warum auf die Bahn übertragen
Wirklich super.

Weshalb sollte Selbstbedienung die Produktivität steigern?

Dass die Abhängigkeit der Bahn von den IT-Anbietern noch höher wird nur so am Rande vermerkt.

Sehe ich nicht so. Die IT-Abhängigkeit der DB und z.T. auch der Kunden ist bereits auf einem sehr hohen Niveau angelangt und ändert sich die angedachte Neuerung nur marginal.


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