Ich werde den Eindruck nicht los, der deutsche Kunde... (Fahrkarten und Angebote)

J-C, In meiner Welt, Freitag, 28.04.2017, 22:26 (vor 3265 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von J-C, Freitag, 28.04.2017, 22:29

...will es nicht anders, wenn man sowas erfährt.


ganz gewiss, nur nachvollziehbar - das zeichnet ihn ganz speziell aber auch sicher nicht aus.

Naja...

Vielleicht liegt es daran, dass man das, was man bei der DB machte, selbst unter schwarz-blau nicht bei den ÖBB eingeführt hat.


achja?

Jup, die Unterscheidung nach Klassen gab es bei den ÖBB ganz einfach nicht in der VorteilsCard. Problem gelöst, indem man es gar nicht erst schuf.

Und dann ist die VorteilsCard noch so günstig, i werd narrisch :D

Nur so, die ÖBB gingen eben unter der Regierung Schwarz-Blau in Richtung DB. Man führte ein Sammelpunktesystem, eine VorteilsCard mit Kreditkartenfunktion ein und die ÖBB-Lounge hieß mal Club-Lounge.

Und wie die Regierung zu Rot-Schwarz wechselte, wurde das ganze paar Jahre später über Bord geworfen, mit der Begründung, dass das SEPA-Verfahren das ganze zu teuer machen würde.


so sehr noch immer in den Zangen der Politik verfangen?

Naja, mit dem Regierungswechsel gab es tatsächlich einen Führungswechsel bei den ÖBB. Die ÖBB waren und sind stärker an die Regierung gebunden als es die DB ist. Das entwickelt sich jedoch nun zum positiven.

Gab natürlich welche, die dagegen waren, aber man zog es ganz einfach durch.

Und heute redet man nicht so davon. Außer von denen, die Schwarz-Blau, dabei besonders dem Blau-Anteil nachweinen.

Und wenn man sich fragt, was schwarz-blau bedeutet:

Schwarz=CDU ohne C und auf österreichisch ->ÖVP
Rot=SPD mit Ö statt D -> SPÖ
blau=AfD nur in älter und mit Dialekt ->FPÖ


hahahahahaha.. :D

ach echt jetzt?

und..

ÖBB=Österreichischen Bundesbahnen
DB=Deutsche Bahn wie ÖBB nur mit D statt Ö und eben erfolgreicher

Ja gut, Gewinne macht die DB eher. Kein Wunder bei so einem großen Konzern, der mich selbst weitab von Deutschland noch verfolgt...

Aber spricht das für Erfolg? Ich bezweifel dies. Die Pünktlichkeit zumindest spricht schonmal nicht dafür, dass die DB erfolgreicher wird.

Die ÖBB ist in Pünktlichkeit nämlich auf Platz 2 in Europa - hinter der SBB.

Die DB? Naja, bisserl weiter hinten gelinde gesagt.

Außerdem sind die Österreicher nach den Schweizern die fleißigsten Bahnfahrer, ich finde das spricht durchaus für Erfolg.

Man muss es einfach nur durchziehen, irgendwann redet niemand mehr davon, weil die Fahrgäste eh sehen, dass es am Ende eh besser ist.

Die paar, die das der DB so richtig übel nähmen, kann man eh vernachlässigen.


klar.. wie damals, vor 14 Jahren, bei der letzten Abschaffung der BahnCard,
es fuhr halt keiner mehr Bahn - zu vernachlässigen? dachten einige, ja - die verloren dann ihre Köpfe nach einigen Monaten.

Es fuhren welche mit der DB, aber da ist es natürlich anders gelagert. Ich hatte eine andere Intention. Dass du keine Glaskugel hast, die diese Intention sofort erkennt, das kann ich aber natürlich verstehen. Deswegen werde ich meinen Fehler korrigieren und dir sagen, was ich genau meine:

Wenn wir über Kundenbindung sprechen, dann muss man bei einem System Bahn eben schauen, was braucht man, was braucht man nicht und was könnte womöglich an einer besseren Performance hindern?

Ich denke, die ÖBB haben bewiesen, dass es sich besser rechnet, einfach im Betrieb eine gute Performance hinzulegen, anstatt den Kunden mit irgendwelchen Bonuspunkten beglücken zu wollen. Das Wegfallen hat sicher nicht gefallen, aber am Ende bleibt der Kunde den ÖBB treu, weil er weiß, dass er eh für nicht so viel Geld eine VorteilsCard hat mit einem fixen Rabatt von 50%. Dazu sind die Fahrpreise in Österreich noch recht günstig. Heißt, anstatt ein umfangreiches Programm an Bonuspunkten und haste nicht gesehen zu machen, hat man einfach einen einfachen Einheitstarif, einen günstigen Preis und eine gute Performance.

Warum sage ich das?

Vielleicht sind diese Kundenbindungsmaßnahmen der DB genau richtig für Deutschland, das kann ich nicht so ganz beurteilen. Aber ich frage mich, wozu man das ganze so ausführlich und so komplex macht. Es ist für den Fahrgast vielleicht einfach keine Freude, wenn er sieht, dass er einen höheren Preis für die BC 25/50 first bezahlen muss, damit er vielleicht auch mal in der ersten Klasse einen Rabatt kriegt.

Es ist sicherlich eine strategische Sichtweise der DB, das so zu tun, so von wegen, eine BC50 First lässt den Kunden sich erhabener fühlen und so weiter.

Aber vielleicht sollte man wenigstens als DB mal bedenken, zu schauen, ob man wirklich eine so umfassende Kundenbindungsgeschichte hat, oder ob man nicht stattdessen im Betrieb besser performen kann, wo es helfen kann, wenn man aus einer Zugfahrt nicht sowas komplexes macht mit der Geschichte von wegen Bahn.comfort-Zonen und pipapo...

zum Kunden hin entscheidend negativ wird die DB das BahnCard-System vorerst nicht mehr verändern, die verbrennen sich nicht mehr ihre Hände,

Was spräche jetzt dagegen, die BC der ersten und der zweiten Klasse zusammenzuführen? Tatsächlich habe ich keine substanziellen Argumente dagegen gelesen...

eher ganz im Gegenteil, z.B. dass es nun mit der BC50 auch 25% auf die Sparpreise gibt.

Ja das ist ja auch eine nette Sache.

Bei den ÖBB hat man stattdessen die Sparschiene ab 9 Euro angesetzt für Strecken wie Wien-Linz. Haben beide wohl ihren Weg in der Hinsicht gefunden.

Du hast mich aber schon zum Nachdenken gebracht, vielleicht liege ich ja falsch und das System ist schon ok so bei der DB - für den deutschen Kunden zumindest.

Aber was, wenn ich dann mitbekomme, dass sich welche über die intransparente Preispolitik beschweren, dass man gerade im Forum hier öfters über die Scherze des Yield-Managements liest?

Also ganz ehrlich, so richtig schlau werde ich über das deutsche Bahnsystem nimmer. Aber ich muss es zum Glück nicht verstehen. Ich kauf meine Fahrkarte am Automaten in paar Sekunden und bin glücklich - ohne Bonuspunkte, ohne dass ich für eine Fahrt in der ersten Klasse etwa eine VorteilsCard "first" bräuchte und ohne groß darüber nachzudenken, was ich bei meiner Fahrtenfrequenz bei der DB alles bekäme.

Für mich zählt, dass ich von A nach B möglichst pünktlich ankomme und dabei einen gewissen Komfort hab.

Ob das für die deutschen Fahrgäste mehrheitlich auch so zählt, wage ich jedoch nicht zu beurteilen. Könnte ja sein, dass der deutsche Fahrgast es so mag, wie man es ja beim Flieger auch hat.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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