Am Rande: Wie der Kopf des Fisches doch stinkt.... (Reiseberichte)

Blaschke, Montag, 18.07.2016, 20:32 (vor 3541 Tagen) @ Destear

Hallo!

Auch ich sage DANKE für den Bericht! Gefällt mir! Und zwar ohne wenn und aber.

Was mir aber auffällt: Der Diskussionsstrang, in dem es darum geht, dass die Taten des Personals nicht so deutlich genannt werden sollen in einem Schrieb an die DB bzw. dass man hier problemlos die Zugnummer "rausbekommt" und nennt.

Ich glaube es übrigens gerne, dass da der Zugchef durchaus von Herrschaften in der Plüschetagen Nachfragen bekommen könnte, wieso er was wie wo geregelt hat. Erst Recht, wenn sich irgendeiner beschwert und eben nicht jubelt; am besten so ein 1.-Klasse-Fahrgast, der pöbelt, dass der den 2.-Klasse-Pöbel ertragen mußte.

Nur macht der ganze Diskussionsstrang ja eines deutlich: Wie sehr der Fisch vom Kopfe her zu stinken scheint! Wenn man als Schaffner wirklich so viel Angst haben muß, Rechenschaft ablegen zu müssen für sein Tun und für womögliche(!) Kompetenzüberschreitungen, dann kann ich nur sagen: In dem Laden würde ich keinen einzigen Tag beschäftigt sein wollen! Als Mitarbeiter an der Front erwarte ich, dass man mein Handeln zunächst mal neutral bewertet und dann gemeinsam schaut, ob AUS KUNDENSICHT alles gut gelaufen ist oder was noch verbessert werden könnte, dass DER KUNDE zufrieden ist. Vorschriften und Richtlinien sind dabei erstmal so lange zweitrangig, wie sie die Sicherheitslage nicht tangieren.

Als Fahrgastzähler habe ich damals zu meinen Zeiten regelmäßig meine Kompetenzen und Berechtigungen überschritten, wenn es dem Kunden diente, indem ich Informationen oder Hilfestellungen gab, wenn ich mal wieder in einem schaffnerlosen Zug aus Sicht der Kundschaft der einzige Bahnmitarbeiter weit und breit war, an den sie sich wenden konnten. Mir war zwar klar, dass ich einiges nicht gedurft hätte, aber es war mir in dem Moment auch egal - die zu erledigende Arbeit wurde deswegen ja nicht vernachlässigt! Und hätte einer dieser allgegenwärtigen Fahrgastzähler-Kontrollettis mal ernsthafte Konsequenzen angekündigt oder durchgesetzt, dann hätte ich umgehend Feierabend gemacht und wäre nie wieder gekommen. Punkt.

Als Chef brauche ich kein Personal, was ich kurz halte und doof und dann mit allen möglichen Regelungen gängele wie kleine Kinder. Sondern sehr gut ausgebildete Leute, die sich an der Front selbst zu helfen wissen und die wissen, was geht und was nicht geht und wie man die jeweilige konkrete, immer andere(!) Situation jeweils am besten beherrschen kann. Klar, dass man das in der Plüschetage nicht so sieht, autarkes, selbstständiges Personal, was macht, was es will, wo kommen wir denn da hin? Und nachher denken die noch über Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen und Dienstpläne nach und wissen alles besser. Geht gar nicht. Doch, geht! Und es würde schlußendlich ALLEN Beteiligten besser gehen. Aber das erklär mal den wichtigen Menschen hoch droben.


Hoffnungslose Grüße von

jörg


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