Immerhin mittlerweile Pendelverkehr (Allgemeines Forum)

sappiosa, Mittwoch, 28.10.2009, 10:51 (vor 6099 Tagen) @ Alexander

Hallo Alexander,

die Mitarbeiter in der Transportleitung sind did ganze Nacht da (nur mit noch weniger Leuten) und diese sind für ein Ersatzkonzeptz zuständig.
Um dieses zu planrn brauch man aber feste Aussagen von DB Netz über Fahrtmöglichkeiten.

Ja. Und diese Aussage hätte schon am Sonntagabend lauten müssen: Strecke komplett dicht, bis auf weiteres geht nichts mehr.
Ist nichts dergleichen von DB Netz gekommen?

Und genau hier habe ich ein Problem - für mich ein klassischer Fall von kaputtgespart.

Eine Bahnstrecke kann jederzeit mal plötzlich dicht sein. Von der Bahn, die diese Strecke bedient, erwarte ich für solche Fälle ein Notfallkonzept, mit dem sie innerhalb maximal - sagen wir mal - zwei Stunden einen Schienenersatzverkehr auf die Beine stellen können.


Wie willst du ein solches Notfallkonzept aufbauen, keine Störung ist gleich, täglich ist die Betriebslage anders, die mir bekannten Störfallkonzepte sind allgemein gehalten und scheiden teilweise mehr Stationen ab als Notwendig.

Siehe Oscars Aussage für NL:

Bei uns geht's meistens so: erwartet man, die Strecke sei mindestens anderthalb Stunden gesperrt -> SEV mit Bussen. Ist die Strecke erwartungsgemäß eher frei, müssen die Reisenden halt warten.

Genau das hätte ich hier auch erwartet.

Mit Bussen ist ein Generelles Problem welches jedes(!) EVU hat.

Klar, ich hatte auch nicht speziell DB Regio gemeint.

Wenn die EVU nun gezwungen werden selber Busse zu unterhalten wird Bahnfahren demnächst zum Luxus! Man benötigt ja nicht täglich Busse und auch nicht immer an der gleichen Stelle, wo willst du die dann hinstellen?

Gerade im Ballungsraum wie Frankfurt sollte das doch möglich sein. Irgendwo gibt es eine zentrale Stelle, wo man eine Notfallreserve an Bussen deponiert, und hat einen Stamm von Bedarfs-Mitarbeitern auf Abruf. Die Busse werden dann dorthin geschickt, wo sie gebraucht werden. Das ist in den genannten zwei Stunden max. Wartezeit eingerechnet.
Und dass im Großraum Frankfurt zwei Strecken gleichzeitig dicht sind, ist so unwahrscheinlich, dass man darauf in der Tat nicht mehr vorbereitet zu sein braucht.

Auf einer Nebenstrecke im Mittelgebirge sieht das natürlich anders aus. Aber gerade da ist ja auch die Nachfrage weit geringer, und hier würden m.E. Taxen genügen.


Gut dann rechnen wir es mal durch. (gehen von 4 Bussen á 50 Sitzplätze)
Die Fahrzeit von Rödelheim nach Kronberg setzten wir mal mit 30 Min an. Du kannst also mit den vorhandenen Bussen in der Stunde ca. 400 bis 600 Reisende befördern.

Wenn ich Stehplätze mitrechne und mal annehme, solch ein Bus kann 100 Personen aufnehmen, bin ich immerhin schon bei 800 pro Stunde.
Gerade im SEV ist Stehen, auch enges Stehen, m.E. als Notfall akzeptabel.


Jetzt gehen wir von 300 Taxen mit á 4 Sitzplätzen aus. Die Fahrzeit rechnen wir mit 15 bis 20 Min.
Du kannst in der Stunde zwischen 3500 und 4000 Reisende transportieren.

Sorry, aber das ist nun graueste Theorie.

Wenn sich die Fahrgäste in Rödelheim auf 50 Taxen verteilen sollen, müssen die Taxen schon einmal mindestens 20 Minuten warten, bis alle versorgt sind. Und dabei gibt es noch einen massiven Stress-Faktor, denn ohne Vordrängeln hast Du de facto überhaupt keine Chance, einen Taxi-Platz zu ergattern.

Und dann fahren zig Taxen alle die gleiche Strecke, zumal durch enge Straßen in Rödelheim. Was folgt daraus? Stau. Damit sind die genannten 15 bis 20 Minuten Fahrzeit Essig, gerade zur Stoßzeit sind sie mindestens zu verdoppeln. Und ganz nebenbei blockieren die Taxen dann auch noch den Verkehr auf den regulären Buslinien in Rödelheim (selbst erlebt).

Ich will ja nicht die logistische Leistung herunterreden, 300 Taxen zu organisieren. Es ist die Grundidee, die ich als Notfall-Lösung zum Ersatz einer vielbefahrenen S-Bahn-Linie nach wie vor für ungeeignet halte.

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


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