Von Königssee und Nebelhorn | 2/7 mit 65 Bildern (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Rundreise quer durch Deutschland. Im ersten Teil waren wir von Konstanz über Zürich und München nach Osterhofen in den oberbayerischen Alpen gefahren. Hier setzen wir die Tour nun fort.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/066-Koenigssee-Nebelhorn/66-000Karte.jpg)
Tag 2: Osterhofen – Wendelstein – Brannenburg – Berchtesgaden - Königssee
Der Tag beginnt mit absolutem Bilderbuchwetter und bayerischer Landidylle, als wir das Hotel verlassen. Aber keine Sorge, ich will Euch hier nicht mit Urlaubsbildern nerven, die nächste Etappe dient durchaus dem Bahninteresse.
Vier Zahnradbahnen gibt es noch in Deutschland. Mit der Zugspitzbahn und der Stuttgarter Zahnradbahn haben wir zwei Bahnen schon besucht (die Links führen zu den Reiseberichten), heute steht mit der Wendelsteinbahn Nummer drei auf dem Programm. Dabei wollen wir die Wendelsteinbahn als echtes Fortbewegungsmittel in unsere Reise einbauen. Und dafür geht es nun von Osterhofen mit der Wendelstein-Seilbahn auf den Berg und auf der anderen Seite mit der Zahnradbahn wieder nach unten.
In 7 Minuten überwindet die Seilbahn einen Höhenunterschied von 932 Metern. Bei diesem Bild haben wir gerade die Talstation verlassen.
Die Seilbahn quert die Bahnstrecke, hier in Blickrichtung Schliersee. Ja, ich gebe es zu, mit Zug wäre das Foto noch schöner, aber das Timing liegt an dieser Stelle nicht in meiner Macht.
Auch auf diesem Bild ist oberhalb der Bildmitte nochmals die Bahnstrecke im Tal der Leitzach zu sehen.
So, das ist das letzte Bild aus der Gondel...
...jetzt geht es zu Fuß weiter hinauf auf den Gipfel.
Gut, wenn es vorhin mit dem Zug nichts geworden ist, versuche ich es eben mit einem Tierbild.
Der Wendelstein ist 1.838 Meter hoch, er gehört zum Mangfallgebirge. Bei guter Sicht – so wie heute – bietet er einen weiten Ausblick in das Bayerische Voralpenland. Der Wendelstein liegt zwischen den Tälern von Leitzach (da sind wir heute hergekommen) und Inn (dorthin geht es nachher weiter).
Der Gipfel ist gut erschlossen, wenn nicht gar überladen. Es gibt eine Sternwarte, eine Wetterwarte, eine Sendeanlage, die Bergstationen von Seilbahn und Zahnradbahn, einen Berggasthof – und das Wendelstein-Kircherl. Das Kircherl ist die höchstgelegene Kirche Deutschlands. Das Gotteshaus auf der Zugspitze liegt zwar höher, ist kirchenrechtlich aber nur eine Kapelle.
Wir wandern nun auf einem Rundweg um den Gipfel, dabei fällt der Blick auch auf die Trasse der Wendelsteinbahn, die vom Inntal herauf führt.
Gut, für die Fuzzies hier wird es nichts Besonderes sein, einen Zug zu fotografieren. Wenn man aber völlig unvorbereitet und ohne Kenntnis des Fahrplans entlang der Bahnstrecke wandert und im rechten Moment ein Zug aus dem Tunnel vom Bergbahnhof auftaucht, freut sich der Laie.
Hier noch ein Blick auf die „Hohe Mauer“ unterhalb des Bergbahnhofs mit einer Lawinenschutzgalerie im weiteren Verlauf. Für uns geht es nun zum Bergbahnhof im Keller des Wendelsteinhauses.
Wer antizyklisch reist, darf sich über leere Züge freuen. Während die bergfahrenden Züge bei dem Traumwetter Massen an Ausflügler auf den Gipfel bringen, geht es für uns am späten Vormittag schon wieder nach unten.
Die Wendelsteinbahn überwindet auf einer Streckenlänge von 7,6 Kilometern einen Höhenunterschied von 1.215 Metern.
Am spektakulärsten ist der erste Abschnitt zwischen dem Bergbahnhof und der ersten Station Mitteralm. Die Strecke wurde hier in die steilen Felswände von Soin und Wildalpjoch gebaut. Die Bauzeit betrug rund zwei Jahre, die Strecke wurde 1912 eingeweiht.
Die Wendelsteinbahn fährt auf Meterspur und wird auf zwei Abschnitten als Zahnradbahn geführt. Hier am Bahnhof Aipl sind wir gerade auf einem Adhäsionsabschnitt unterwegs.
Nach einer Fahrzeit von etwa einer halben Stunde ist der Talbahnhof in Waching erreicht, einem Ortsteil der Gemeinde Brannenburg. Die Strecke führte ursprünglich noch zwei Kilometer weiter bis an den DB-Bahnhof Brannenburg; jene Talstrecke wurde jedoch 1961 aufgegeben als Tribut an den motorisieren Individualverkehr.
Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, die Bahn auch ganz stillzulegen, weshalb 1970 als Alternative die Seilbahn von Osterhofen auf den Wendelstein gebaut wurde. Heute steht die Wendelsteinbahn unter Denkmalschutz, der Betrieb ist auf Subventionen angewiesen.
Die schlechte Erreichbarkeit des Talbahnhofs mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaschiert man auf der Internetseite der Wendelsteinbahn mit der Formulierung eines „reizvollen ca. 30-minütigen Fußweges“. Aber den nötigen Enthusiasmus von Zürich aus über den Gipfel des Wendelsteins nach Hamburg fahren zu wollen, haben wir ja, da kann uns der Fußmarsch zwischen den beiden Bahnhöfen in Brannenburg nicht abschrecken.
Es geht gleich weiter....
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TD,
27.04.2016, 19:01
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TD,
27.04.2016, 19:12
- Beim nächsten Mal den "Obersee" auch einbauen... ;-) - Blaschke, 27.04.2016, 19:49
- Ne Eishöhle ist auch da... ;-) // Betriebratserinnerungen.. - Blaschke, 27.04.2016, 19:40
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