Die ZEIT über Investitionen in das Schienennetz (Allgemeines Forum)
In Deutschland fehlen Schienen, auf denen Äpfel aus Neuseeland, T-Shirts aus Vietnam oder für den Export nach China bestimmte Maschinen transportiert werden könnten – statt auf der Straße.
Luftfracht? Binnenschifffahrt? Sollen wir mehr Lokalprodukte kaufen?
Die Bahn, obwohl im Durchschnitt deutlich umweltverträglicher als der Lkw...
Das muss man auch relativ sehen.
1. Viele Strecken sind elektrifiziert, das stimmt, und die Bahn kann dann elektrisch fahren. Aber woher kommt die Energie? Nur teilweise aus Wind, Wasser und Biomasse. Meistens aus Kohlekraftwerken.
2. Wenn ein Speditionsunternehmen eine Menge Güter 1000 km transportieren muss, und bei lediglich den ersten 2 und den letzten 3 Kilometern fehlt die Fahrdraht, wird 995 Kilometer unter Fahrdraht gedieselt. Lok wechseln ist ja teurer und umständiger.
Für die Umwelt ist es also mehr bestrebenswert, alle Rangierfelder zu elektrifizieren als "deutschlandweit Betuwerouten zu bauen".
Um das Schienennetz fit für die Zukunft zu machen, muss das Geld deshalb so klug wie möglich investiert werden, also mit dem größten Nutzen für den Verkehr.
Eine kostenlose Idee von mir: nicht nur Fern- und Regionalverkehr, sondern auch Gütertrassen vertakten.
Obendrein ist das größte und teuerste Einzelbauwerk der Strecke, der 9,4 Kilometer lange Katzenbergtunnel südlich von Freiburg, exklusiv dem Personenfernverkehr vorbehalten.
Ist das bautechnisch so oder sind erstmal keine Güterzüge durch den Tunnel geplant?
Am nördlichen Ende der Magistrale haben die Niederländer bereits eine der weltweit modernsten Güterverkehrsstrecken gebaut, die sogenannte Betuweroute vom Rotterdamer Nordseehafen Europoort bis an die deutsche Grenze.
Auch das muss man relativ sehen.
1. Die Strecke hat pro Kilometer mehr gekostet als eine durchschnittliche ICE-Strecke Deutschlands. Zudem dürfen auf der Betuweroute keine Personenzüge fahren, weil die Tunnel nicht für die Evakuation ausgelegt sind.
2. Die Regelgebung der NL (Stichwort: ERTMS Level 2) war so kompliziert, dass es für viele Unternehmen billiger war, über Venlo zu fahren.
3. Unternehmen, die über die Betuweroute fahren möchten, brauchen zumindest Dreisystemloks: 25 kV für die Betuweroute, 15 kV für Deutschland sowie 1500 V für den Abschnitt Zevenaar-Emmerich. Die gibt es nicht so viele: nur 189, ES64-F4 und SNCF 447000. 15kV/25kV Loks dagegen schon: 182, 185, ES64-U2.
Allerdings muss ich die Verfasser recht geben: die Strecke ist noch nicht voll in Betrieb, weil an deutscher Seite die benötigte Infra fehlt.
Jenseits der Grenze, auf deutschem Boden, ereilt die Frachtzüge die Schienenwelt des vorigen Jahrhunderts: veraltete Signaltechnik und nur zwei Gleise für alle – Nah-, Fern- und Güterzüge. Die Strecke soll modernisiert und um ein drittes Gleis ergänzt werden; allerdings ist mit der Planfeststellung noch nicht einmal begonnen worden.
Klar, innerdeutsch ist Emmerich-Oberhausen Hinterland. Deshalb passiert dort nichts.
Innerniederländisch war klar, dass man den fast kompletten Güterverkehr NL-DE auf eine Strecke verlagern konnte. Also wurde für viele Milliarden die Betuweroute gebaut.
Hier soll es Schluß sein mit dem staatlichen Denken. Gütermagistralen sollten mit Europa-Geld finanziert werden und unter EU-Gesetz gebaut und betrieben werden.
Tja, dann wird man neidisch / eifersüchtig (?) auf Italien, wo die "Schienenautobahnen" für HGV und Cargo gebaut werden.
Höchstgeschwindigkeit würde einen Run auf die Züge auslösen. Tatsächlich ist dieser Run ausgeblieben, trotz ICE.
Fehlende Grundlagen, fehlendes SFS-Netz, fehlender ITF.
Muss ich denn meinen Tonband schon wieder abspielen...???
Die Y-Trasse kostet laut Bundesverkehrswegeplan 1,3 Milliarden Euro, wird aber vermutlich deutlich teurer; von bis zu 4 Milliarden Euro ist die Rede. Dafür verkürzt sich die Reisezeit nach Hamburg um ganze 13 Minuten, die nach Bremen um 8 Minuten.
????? War da nicht etwa die Rede von 30 Minuten?
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
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Joachim,
23.09.2009, 09:06
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Oscar (NL),
23.09.2009, 10:52
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sappiosa,
25.09.2009, 17:48
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Oscar (NL),
23.09.2009, 10:52