Sinn und Unsinn von Reservierungen (Allgemeines Forum)

sappiosa, Freitag, 04.07.2008, 09:55 (vor 6420 Tagen) @ Fabi

Hallo Fabi,

Die Gefahr besteht ja, dass Menschen denken, die DB AG hätte den Zugverkehr (inkl. Reservierungen) erfunden.

Sorry, aber das ist Polemik. Reservierungen gab es schon lange, bevor es die DB AG gab.

Aber ich denke im globalen Vergleich wird in mehr Ländern eher einfach eingestiegen als reserviert.

Die Aussage kommt mir ziemlich gewagt vor. Hast Du dafür Quellen?

In vielen europäischen Ländern ist in Fernzügen (und von denen reden wir hier) Reservieren sogar Pflicht. Und ich hoffe, Du hattest jetzt nicht Züge in Indien im Hinterkopf, wo Leute noch auf dem Trittbrett stehen.

Die Zahl der Plätz ist numerisch gleich. Aber Plätze, die ab einem gewissen Abschnitt reserviert sind, sind für einen Fahrgast, der weiter fährt nicht zu gebrauchen. Könnte man nicht fast alle Plätze reservieren, würde er sich einfach hinsetzen.

Ja. Und der, der später kommt, muss stehen, und zwar immer der. Ich bleibe beim Beispiel Köln und Hagen.

Reservierende Fahrgäste haben zusätzlich Geld ausgegeben für die Garantie, auch in einem vollen Zug durchgängig einen Sitzplatz zu haben. Du kannst nicht die gleiche Garantie erwarten, wenn Du Dir die Reservierung sparen willst.


Richtig, diese Garantie erwarte ich ja auch gar nicht.

Aber Du beschwerst Dich, wenn es mit dem durchgängigen Sitzplatz nicht klappt.

- Omas, die auf den guten Willen der Jugend angewiesen sind
- Fahrgäste, die ständig stehen müssen, nur weil sie erst spät in einen eh schon vollen Zug einsteigen (im ICE Köln-Berlin würden ohne Reservierungen stets die Fahrgäste aus Köln sitzen, die aus Hagen stehen).
- Grüppchen, die man auseinanderreißt, weil nur noch einzelne Plätze frei sind - dann sitzt zwar jeder, aber eben nicht zusammen (und sei es nur das frischverliebte Paar, dem man doch einen Zweiersitz zum Knuddeln gönnen möchte).


Nein, eben nicht. Das könnte man mit einem Wagen, den man reservieren kann vermeiden. Diese Personengruppen reservieren eh frühzeitig. Andere Reisende könnten dann aber einfach einsteigen.

Meiner Erfahrung nach machen o.g. Personengruppen zumindest außerhalb von Pendlerzeiten in Fernzügen einen Großteil der Reisenden in der 2.Klasse aus. Ein Wagen reicht da bei weitem nicht, die Hälfte der Plätze wäre das Minimum.

diese Schikane, die nur existiert damit die DB AG weitere Einnahmen erhält,


Ziemliche Unterstellung.

Meiner Erfahrung nach macht die DB mit Reservierungen kaum Werbung.


Finde ich nicht, schon alleine, wenn man sich den Preis anschaut. Also, ich glaube, man muss niicht die DB-Bilanzen kennen, um zu sehen, dass man mit diesen preisen für Reservierungen gutes Geld verdient.

Verstehe ich jetzt nicht. Ist es Dir zu teuer oder zu billig? Wenn es zu teuer ist, kann man damit keine Werbung machen. Und wenn es zu billig ist, verdient die DB eben kein gutes Geld.

Aber "Schikane" impliziert, dass die DB hier bewusst eine Notlage der Reisenden ausnutze, um sie zusätzlich abzuzocken. Und das finde ich eine Unterstellung. Wie gesagt, Reservierungen sind viel älter als die DB.

Heutzutage muss man keine Zettelchen merh stecken, d.h. es ist kaum ein Aufwand und könnte dementsprechen gegen einen Unkostenbeitrag angeboten werden.

Also doch zu teuer? Dann würden es nur wenige Fahrgäste tun. Du beschwerst Dich aber gerade, dass es viele täten.
Der Aufwand geht übrigens weit übers Zettelstecken hinaus. Allein die Computersysteme für die Buchungen sind keine Kleinigkeit.

Ein Wagen pro Klasse? Pures Alibi. Dann wäre es nur ehrlich, es ganz bleiben zu lassen.


Das würde reichen für die bedürftigen Personen und besonders lange Fahrten.

M.E. definitiv nicht. Siehe oben.

Zumindest, wenn Du für "besonders lange" Fahrten die Grenze wie vorgeschlagen bei 200 km ziehst. Meiner Erfahrung nach fährt ein Großteil der ICE-Fahrgäste weiter. Von denen, die in Frankfurt in den ICE Richtung Hamburg steigen, sitzt mindestens die Hälfte bis Hannover (330 km) noch im Zug.

Man muss ja dann auch nicht mehr reservieren, weil eine realistische Chance besteht einen freien nichtreservierten Platz zu bekommen.

Zu richtig vollen Zeiten besteht die eben nicht. Oder nur dann, wenn Du zufällig recht früh in den Zug einsteigst, siehe wieder Köln und Hagen.

Ein Kegelclub ist eine Gruppe und kann sich demnach extra anmelden und ausserplanmässig einen Wagen reserviert bekommen.

Zu viert auch schon?


Hm, das was ich vorschlage ist übrigens (bis auf das System der Sperrung für Kurzstrecken) nichts neues und wird in einem unserer Nachbarländer so praktiziert.

Also doch die Schweiz...

Nur dass dort Reisen über 200 km wirklich die Ausnahme sind. Das ist in Deutschland aber eben nicht so.

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum