Es mag ein jeder die Schlussfolgerung für sich ziehen. (Reiseberichte)

sfn17, Donnerstag, 29.05.2014, 22:52 (vor 4353 Tagen) @ Destear

In Dresden regnete es, sodass ich häufiger die Chance hatte, mir die wunderbaren EC anzugucken, mit denen ich entspannt nach Berlin hätte zurückfahren können...

Ja, diese EC sind wirklich wunderbar im Unterschied zu den IC auf derselben Strecke.

aber man war ja geizig und wollte die Freifahrt ausnutzen; so erreicht uns also um 17 Uhr eine SMS, dass der Bus für die Rückfahrt aus betrieblichen Gründen "ca. 60 bis 75 Minuten zu spät" eintreffen wird.

Das gibts bei den EC und besonders beim CNL auch immer mal wieder. Ohne SMS.

Das war der Grundstein für ein helles Chaos am Busbahnsteig, denn jeweils mit 15 Minuten Abstand fuhren nochmals zwei Busse des gleichen Anbieters aus Dresden nach Berlin

Standen diese Busverbindungen so im Fahrplan? Wundert mich schon etwas.

Hätte man gegen Extra-Geld einen dieser Busse entern dürfen?

Dass mehrere Verbindungen im Abstand von 15 Minuten für eine Strecke von mehr als 100 km bestehen, kann man von der Deutschen Bahn wahrlich nicht behaupten.

Im Gegenteil: bei einem Ausfall eines FV-Zuges ist meistens immer gleich tote Hose, um kurzfristig auf andere Züge aufzuspringen. Ein Warten auf den nächsten Taktzug ist fast immer erforderlich.


Parallel dazu haben Kontaktversuche mit der Hotline des Anbieters nicht funktioniert: Bei sieben bis acht Anrufen folgte stets die Meldung, alle Leitungen seien nun belegt und man solle zu einem späteren Zeitpunkt anrufen.

Ich darf hier mit einiger Süffisanz an gefühlt hunderte Erzählungen hier im Forum über ausgesprochen defekten bis nicht vorhandenen Nachrichtenketten in Bahnhöfen erinnern. Besonders bei Schneefall. Das bessert sich erst seit 3-4 Jahren peu à peu.

Einmal mit einem Mitarbeiter verbunden, kann dieser auch keine Angaben zu einer evtl. Umbuchung auf eine andere Linie machen und sich auch nicht zu Fahrgastrechten für eine andere Rückfahrt äußern.

Die Fahrgastrechte für die Eisenbahnen gibt es auch erst seit kurzem.

Der Bus, der uns dann wirklich nach Berlin zurückbringen sollte, traf dann tatsächlich mit 50 Minuten Verspätung ein

Im Sommer werden wir solche großen Negativwenden (anders gesagt: Verspätung > 1 h wg Verspätung der Vorleistung) wieder ein paarmal erleben.

- der Busfahrer wusste allerdings nichts von seiner Rücktour, wurde erst später informiert und musste erstmal eine Lenkzeitpause machen. Gegen 20.15 statt wie geplant um 18.15 begann dann die Rückfahrt - und hatte am Alexanderplatz Ankunft gegen 23.20 statt wie geplant um 20.55 - satte 125 Minuten Verspätung.

Ist auch nicht schön, klar. Aber wie oft kommen umlaufsbedingte Verspätungen bei Fernbussens vor?

- eine wesentlich bessere Information im Verspätungsfall und v.a. die Möglichkeit, sich beim Bahnhofspersonal zu informieren

Wenn man Glück hat. (s.o.)

- das fehlende Risiko von so erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, wie sie auf der Straße auftreten

bei der Bahn gibt es leider auch PUs, und defekte Oberleitungen gibt es auch immer wieder

- eine in der Regel wesentlich bessere Koordinierung

Was für eine Koordinierung genau? Ersatzgarnituren und Ersatzloks kommen nur in ausgesuchten Fällen (logo, sind ja auch nicht überall reichlich vorhanden).

- eine wesentlich größere Homogenität in Hinblick auf eingesetztes Wagenmaterial und dessen Qualität.

Die Inhomogenität bei den Reisezugwagen ist definitiv größer als bei den Fernbusanbietern, siehe hierzu die zahlstreichen Forumsberichte.

Allein schon der ganze Wartungsaufwand rechtfertigt es für einen Fernbusanbieter nicht, verschiedenste Busmodelle durch die Gegend fahren zu lassen.

Bei den ganzen kleinen Reisebüros weiß man ja letztlich nie, mit welchem Material man durchs Land rollt, und man kann vor allem nur sehr schwer nachvollziehen, auf welchen Umläufen welche Fahrzeuge planmäßig eingesetzt werden, wenn es sowas wie einen Planeinsatz überhaupt gibt.

Die Umläufe kannst Du anhand der Fahrpläne aber ganz easy nachvollziehen.

- Ein wesentlich höherer Reisekomfort

Dafür zahlt man ja auch mehr. War schon immer so.

Was bleibt also aus diesem völlig forenfremden Reisebericht? Die wieder forennahe Schlussfolgerung, in Zukunft wieder volltsändig auf die Bahn zu vertrauen.

Obwohl ich sehr gerne mit der Bahn fahre, vertraue ich der Bahn nicht vollständig. Das will sie auch gar nicht.

***

Man kann sich ja gerne gegen Fernbusse entscheiden, aber man sollte sich mit seinen Argumenten auch ein bisschen Mühe geben.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum