Themenfremder Reisebericht mit themennaher Schlussfolgerung (Reiseberichte)

Destear, Berlin, Donnerstag, 29.05.2014, 16:37 (vor 4363 Tagen)

Es gibt Tage, da überkommt mich die Lust, etwas "Neues" auszuprobieren. Nachdem ich zuletzt - weil es aus zeitlichen Gründen praktikabler und günstiger war - mal mit dem Fernbus von Berlin nach Braunschweig und zurück gefahren bin (schon da hatte ich nicht wirklich Spaß...) habe ich vor zwei Tagen beim Gewinnspiel eines großen, farbigen Fernbusanbieters eine Freifahrt vom Berliner Alexanderplatz nach Dresen und zurück für zwei Personen gewonnen.

Diese Freifahrt haben wir gestern eingelöst. Die Hinfahrt war mit knapp drei Stunden ganz in Ordnung, wenn auch nicht so wirklich angenehm - einziges Plus: Ein leerer Bus, bis auf uns nur zwei weitere Fahrgäste.

In Dresden regnete es, sodass ich häufiger die Chance hatte, mir die wunderbaren EC anzugucken, mit denen ich entspannt nach Berlin hätte zurückfahren können...aber man war ja geizig und wollte die Freifahrt ausnutzen; so erreicht uns also um 17 Uhr eine SMS, dass der Bus für die Rückfahrt aus betrieblichen Gründen "ca. 60 bis 75 Minuten zu spät" eintreffen wird. Das war der Grundstein für ein helles Chaos am Busbahnsteig, denn jeweils mit 15 Minuten Abstand fuhren nochmals zwei Busse des gleichen Anbieters aus Dresden nach Berlin - da aber nicht jeder über die Verspätung informiert war, dachten so einige, dass das der "richtige" Bus sei und man nun mitfahren könne. Da entwickelte sich schnell so ein kleiner Aufstand...

Parallel dazu haben Kontaktversuche mit der Hotline des Anbieters nicht funktioniert: Bei sieben bis acht Anrufen folgte stets die Meldung, alle Leitungen seien nun belegt und man solle zu einem späteren Zeitpunkt anrufen. Einmal mit einem Mitarbeiter verbunden, kann dieser auch keine Angaben zu einer evtl. Umbuchung auf eine andere Linie machen und sich auch nicht zu Fahrgastrechten für eine andere Rückfahrt äußern. Der Bus, der uns dann wirklich nach Berlin zurückbringen sollte, traf dann tatsächlich mit 50 Minuten Verspätung ein - der Busfahrer wusste allerdings nichts von seiner Rücktour, wurde erst später informiert und musste erstmal eine Lenkzeitpause machen. Gegen 20.15 statt wie geplant um 18.15 begann dann die Rückfahrt - und hatte am Alexanderplatz Ankunft gegen 23.20 statt wie geplant um 20.55 - satte 125 Minuten Verspätung.

Nun ist mir sowas beim Bahnfahren auch schon passiert, aber es gibt erhebliche Unterschiede, die es für mich - der kurz über die sehr günstigen Fahrpreise der Fernbusanbieter verlockt war, diese mal etwas häufiger zu nutzen - rechtfertigen, die (mit BC 50) paar Euro mehr für die Bahn zu zahlen:

- eine wesentlich bessere Information im Verspätungsfall und v.a. die Möglichkeit, sich beim Bahnhofspersonal zu informieren
- das fehlende Risiko von so erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, wie sie auf der Straße auftreten
- eine in der Regel wesentlich bessere Koordinierung und
- eine wesentlich größere Homogenität in Hinblick auf eingesetztes Wagenmaterial und dessen Qualität. Bei den ganzen kleinen Reisebüros weiß man ja letztlich nie, mit welchem Material man durchs Land rollt, und man kann vor allem nur sehr schwer nachvollziehen, auf welchen Umläufen welche Fahrzeuge planmäßig eingesetzt werden, wenn es sowas wie einen Planeinsatz überhaupt gibt.
- Ein wesentlich höherer Reisekomfort

Was bleibt also aus diesem völlig forenfremden Reisebericht? Die wieder forennahe Schlussfolgerung, in Zukunft wieder volltsändig auf die Bahn zu vertrauen.

Viele Grüße

Stefan


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