Umfragebeeinflussung durch Privatunternehmen "GfK" (Allgemeines Forum)

GUM, Montag, 07.10.2013, 10:08 (vor 4567 Tagen) @ guru61
bearbeitet von GUM, Montag, 07.10.2013, 10:09

Hallo
Laut Sonntagszeitung, hat die SBB bei einer von ihr bestellten, repräsentativen Umfrage schlechter als auch schon abgeschlossen.

Gruss Guru

Der Zeitungsartikel beantwortet die Frage nach der Glaubwürdigkeit dieser Studie ja schon von selbst. Dort steht: "....inwieweit sie die SBB für modern und dienstleistungsfreundlich halten und wie die Bahn im Vergleich mit anderen Anbietern abschneide..."

Die Kernfrage dabei ist, wie die Werte "modern" und "dienstleistungsfreundlich" überhaupt definiert werden sollen! Weiter oben stehen dann, dass die eigentlichen Grundnutzen/Kernnutzen-Themen wie Sauberkeit und Komfort gar nicht abgefragt wurden.

Frage ich mich: Was soll diese Studie und warum soll sie angeblich ein "Schlag ins Gesicht" sein.

Denke mal an die auch hier im ice-treff geführte Diskussion über Nahverkehr in Deutschland. Vielen Usern ist der klassische Nahverkehrswagen mit viel Platz lieber, als ein moderner Triebwagen mit 2+2 in der 1. Klasse.

Dieser komfortable, fast schon altertünliche Nahverkehrswagen würde in den Umfragen bei "modern" sicher keine guten Noten bekommen. Bei "dienstleistungsfreundlich" sicherlich auch nicht, weil hier die Zielorte und Anschlüsse nicht auf einem ach so modernen Bildschirm angezeigt werden. Alles also relativ. Bietet aber dennoch Spitzenkomfort.

Da ich gerade erst als Fahrgast am 17. September 2013 im südbayerischen Nahverkehr eine ähnliche Beeinflussung durch den Interviewer äh Umfragefälschung angesprochen habe, weiss ich leider aus erster Hand wie solche Ergebnisse zustande kommen (war allerdings das Privatunternehmen ipsos - nicht GfK).

Natürlich darf auch kein Auftraggeber zu gut wegkommen, denn dann braucht man ja keine Nachfolge"studie". Wobei der wissenschaftliche Gehalt minimal ist. Die Ergebnisse werden in eine Statistiksoftware hineingeworfen und dann seitenweise Folien produziert.

Und der SBB-Chef kann doch nicht ernsthaft ein Belohnungs-Produkt mit hoher emotionaler Bindung mit der SBB verbinden. Die manche mit Urlaub & Freizeit verbinden, manche aber mit dem täglichen Weg zur beschwerlichen Arbeit.

Also kurz gesprochen: Nichts wird so heiß gegessen, wie es abgefragt äh gekocht wird.

Wobei Lindt & Sprüngli gekocht auch nicht so gut schmecken wird - glaube ich :-)

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