Diskussion: Politik ist Selbstzweck, Bahn ein Mittel dazu? (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Mittwoch, 02.10.2013, 20:33 (vor 4661 Tagen) @ Oscar (NL)

Daß die Politik mit der Bahn-Führungsetage verfilzt ist, ist, glaube ich, auch in Deutschland so. Aber das ist m.E. in der großen Perspektive nur ein vergleichsweise kleines Problem.

als die Welt noch in Ordnung war, gab es staatliche Bahngesellschaften, welche für die Grundversorgung eines Bestandteils des öffentlichen Verkehrs versorgten: die Bahn. Sonstige Unternehmen kümmerten sich um die Stadtbahnen, die Straßenbahnen, die Stadtbusse, die Regionalbusse. Politische Instanzen (Gemeinden, Landkreise, Landesregierungen, Bundesregierung) kontrollierten die Gesellschaften, ob sie ihre Arbeit ordentlich leisteten.

Also: schienengebundene Grundversorgung als Ziel, Politik als kontrollierendes Mittel.

So sollte es eigentlich sein, auch meiner Meinung nach. Den Grund, warum das in Deutschland nicht so ist, sehe ich darin, daß die Politik sich seit jeher um die Beantwortung der Frage gedrückt hat, wieviel Bahn konkret (genauer: was? wo? zu welcher Qualität? usw.) der Bahnsektor anbieten soll. Man wollte und will sich hier vor der Verantwortung drücken. Das Problem wird dadurch noch verschärft, daß die Ökoreligion verlangt, daß der Bahnsektor ungeheure Leistungen erbringen soll, für die es nicht die erforderlichen Finanzmittel gibt.


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