"Billigheimer-Angebot ohne Fahrgastrechte" sind sinnvoll (Allgemeines Forum)

Silver, Samstag, 15.09.2012, 10:18 (vor 4955 Tagen) @ Reisender

Außerdem müsse der Busunternehmer für Verspätungen, die nach Abfahrt entstehen, ebenfalls keine Haftung übernehmen, genauso wenig für Anschlussverluste. Abgesehen davon, dass ich als Buskunde also in den meisten Verspätungsfällen rechtlos bin, verstehe ich ohnehin nicht, was an diesen Angeboten mit Ausnahme des Preises attraktiv sein soll. Denn der Bus ist schon fahrplanmäßig meist um ein Vielfaches länger unterwegs als der Zug und die Busse fahren nicht einmal in einem brauchbaren Taktverkehr. Wenn es für eine Strecke pro Tag nur eine oder vielleicht zwei Busverbindungen gibt, dann ist ein derartiges Angebot im Grunde ein Witz. Von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis kann insofern bei den Fernbussen nicht die Rede sein.

Der Preis ist für manche Fahrgäste das entscheidende Kriterium, daher haben Fernbusse auch eine Berechtigung und werden eine Nachfrage finden. Und weil der Preis das entscheidende Kriterium ist, wären Verspätungsentschädigungen auch unökonomisch! Diese müssten ja als Durchschnittswert auf den Fahrpreis aufgeschlagen werden. Stelle mal einen Fahrgast mit knappem Budget vor folgende Wahl:

a) Fahrpreis 9 € und keine Entschädigung bei Verspätung

b) Fahrpreis 10 € und Entschädigung in Höhe von 5 € mit Wahrscheinlichkeit von 20%

Der Erwartungswert ist in beiden Fällen gleich, aber wer seine Reise sparsam planen muss, wird a) vorziehen.


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