Fernbusse sind "Billigheimer-Angebot ohne Fahrgastrechte" (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Samstag, 15.09.2012, 08:01 (vor 4954 Tagen) @ Manitou

Jetzt muß die Einbeziehung von Bussen in die Autobahn- und Bundesstraßenmaut (bei ausweitung selbiger auf alle Bundesstraßen) durchgedrückt werden. Mautfrei Buslinien sind unlauterer Wettbewerb, es sei denn, der Finanzminister erstattet den EVU's im Reiseverkehr die Trassenkosten.

Eine Maut für Busse dürfte allein nicht ausreichen, um einen fairen Wettbewerb zwischen Fernbus und Zug zu ermöglichen. Denn nach Auffassung der Allianz pro Schiene ist der Bus in Wirklichkeit als „Billigheimer-Angebot ohne Fahrgastrechte“ angelegt worden.

Ist es fair, dass Busunternehmer auf Kosten von Zuverlässigkeit und Qualität sparen dürfen und so Dumpingpreise anbieten können, da sie bei Verspätungen gegenüber ihren Fahrgästen praktisch kaum haften? In diesem Artikel steht, dass es für Buskunden bei Verspätungen unter zwei Stunden nie eine Entschädigung gibt. Ansprüche bestünden allenfalls, wenn die Fahrt ganz gestrichen wird oder sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden verzögert.

Außerdem müsse der Busunternehmer für Verspätungen, die nach Abfahrt entstehen, ebenfalls keine Haftung übernehmen, genauso wenig für Anschlussverluste. Abgesehen davon, dass ich als Buskunde also in den meisten Verspätungsfällen rechtlos bin, verstehe ich ohnehin nicht, was an diesen Angeboten mit Ausnahme des Preises attraktiv sein soll. Denn der Bus ist schon fahrplanmäßig meist um ein Vielfaches länger unterwegs als der Zug und die Busse fahren nicht einmal in einem brauchbaren Taktverkehr. Wenn es für eine Strecke pro Tag nur eine oder vielleicht zwei Busverbindungen gibt, dann ist ein derartiges Angebot im Grunde ein Witz. Von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis kann insofern bei den Fernbussen nicht die Rede sein.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


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