Hauptproblem: zu wenige Züge auf teuren Neubaustrecken (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Dienstag, 04.09.2012, 16:59 (vor 4978 Tagen) @ MvG

Der Bahnhof war sicher nicht kostenlos.

Das Hauptproblem ist meines Erachtens nach ein anders: wenn für nicht unerhebliches Steuergeld teure Neubaustrecken gebaut werden, kann dies nur dann eine sinnvolle Ausgabe darstellen, wenn es nach Fertigstellung der jeweiligen Strecke dort auch ein gutes Zugangebot gibt. Für die künftige Schnellfahrstrecke Nürnberg-Berlin zeichnet sich allerdings nur ein bescheidenes Zugangebot ab.

Zwischen Ebensfeld und Erfurt soll es z. B. keinerlei Nahverkehr geben. Insbesondere die Region Ilmenau bekommt so keinen Bahnanschluss, zumal es derzeit auch so aussieht, dass dort nun nicht einmal mehr der ursprünglich geplante Bahnhof errichtet werden soll.

Selbst im Fernverkehr droht ein eher dürftiges Angebot. So ist ausweislich der BT-Drucksache 17/451, Seite 3 nur noch von einer einzigen ICE-Linie die Rede, die über die Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt – vermutlich im Stundentakt - geführt werden soll. Der Plan einer Linie aus Karlsruhe oder Stuttgart nach Erfurt wurde mittlerweile offenbar fallen gelassen.

Wie diesem Artikel zu entnehmen ist, drohen mit der Betriebsaufnahme der SFS Nürnberg-Erfurt-Berlin außerdem massive Fahrgastverluste im Fernverkehr, da Weißenfels, Naumburg (Saale), Weimar, Jena, Saalfeld und Lichtenfels gleichzeitig vom Fernverkehr abgehängt werden sollen. Interessanterweise wird in diesem Artikel gleich ein Linienkonzept vorgeschlagen, mit dem auch nach Inbetriebnahme der NBS Ebensfeld-Erfurt sichergestellt werden soll, dass es zu keinen relevanten Fahrgastverlusten kommt.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


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