(GUM) Aufruf zur Wachsamkeit (Allgemeines Forum)

ChrisAC, Mittwoch, 16.05.2012, 16:28 (vor 5073 Tagen) @ GUM

Hallo,

1.) Die zunehmenden Übergriffe sind leider ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, dass allerdings nicht die Bahn alleine sondern nur alle zusammen bekämpfen können.

Das ist richtig!

Die erste Maßnahme ist, keine Namensschilder mehr zu verwenden. Ein anderes Bahnunternehmen beschreibt in seinen aushängenden AGB ganz deutlich, dass der Fahrgast nicht das Recht hat den Namen des Zubs zu erfahren. Dort steht dann in etwa: Der Zangenabdruck auf dem Fahrschein reicht als Identifizierung.

Ich fände das sehr schade. Das Namensschild macht den Bahn-Mitarbeiter "persönlicher", und als Ansprechpartner für den Kunden irgendwo "zugänglicher". Gerade bei Mitarbeitern, die sozusagen "uniformiert" ihrer Arbeit nachgehen, ist das Namensschild ja die einzige Form der Individualisierung, die ich von daher wichtig finde.

Dass das auch im Einzelfall Blöd-Asis nützt, um Drohungen auszusprechen, liegt auf der Hand. Ich empfinde aber, neben dem Verlust der Individualisierung der Mitarbeiter, die Abschaffung von Namensschildern als Klein-Beigeben gegenüber einem Fehlverhalten anderer. Und das ist, meiner bescheidenen Meinung nach, einfach falsch.

Damit wird dem Krawallmacher die Möglichkeit (insbesondere in mittelgroßenb Städten) genommen zu sagen: Ich weiß ja wo Du wohnst. Wenn jemand einen häufigen Nachnamen hat ist dies eine leere Drohung. Aber ein DB Regio Mitarbeiter in (Mittelstadt) mit einem seltenen nachnamen kann da schon mal nachdenklich werden.

Ich hätte *nichts* dagegen, wenn die DB ihren Mitarbeitern erlauben würde, mit Aliasnamen aufzutreten. Die sollten natürlich nicht alle "Müller" heißen, das wäre wohl etwas dämlich. Aber wenn es eine interne Richtlinie gäbe, die sagen würde "wenn Sie sich mit Ihrem seltenen Namen bedroht fühlen, suchen Sie sich einen netten anderen Namen für Ihr Schild aus", fände ich das völlig okay. Es geht ja nur um ein Plastikschild, nicht um Ausweise oder was-weiß-ich. Der normale Kunde merkt nichts davon, und man würde auch nicht der Öffentlichkeit signalisieren, dass man vor Chaoten und ihren Drohungen zurückweicht.

Prominente, Schauspieler, Bundeskanzler ... alle machen das, wenn auch zum Teil aus anderen Gründen. :)

Zweite Maßnahme: Begleitung aller Züge durch Personal Ist ja schon erwähnt worden!

Fände ich gut. Allerdings wäre es am allerbesten, wenn so etwas dann von staatlicher Seite vorgegeben würde, damit auch Konkurrenzunternehmen erfasst wären. Sonst kommt wieder das Totschlagsargument "dadurch wird alles teurer und wir sind weniger wettbewerbsfähig". Natürlich, Personal ist teuer. Aber Personal ist auch eine feine Sache. Überwachungskameras überwachen nur - die können aber nicht eingreifen oder zumindest den Eindruck vermitteln, sie *würden* eingreifen (auch das schreckt schon ab).

Gutes Personal ist durch nichts zu ersetzen, und Prävention ist viel wichtiger, als nachher Videomitschnitte zu haben, die man dann zu Fahndungszwecken veröffentlichen kann. (Möchte nicht wissen, ob die Veröffentlichung von Fahndungsvideos nicht sogar auf manche Menschen inspirierend wirkt und zur Nachahmung anregt - wie kommt man sonst so einfach talentfrei in's Fernsehen?)

2.) Eine Kultur des Hinsehens und der Wachsamkeit unter den Fahrgästen. Wer also den Beginn einer Eskalation sieht, der gibt dem Bundesbahn-Mitarbeiter seine Telefonnummer und sagt, dass er jederzeit als Zeuge zur Verfügung steht.

Ja, sehr gute Idee.

Dies wäre mein Beitrag dazu!

Bis auf den Namensschild-Aspekt stimme ich Dir da zu.

Grüße,

ChrisAC


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