ICE 786 blieb vor Hamburg liegen (Reiseberichte)

Giovanni, Donnerstag, 26.01.2012, 00:09 (vor 5173 Tagen) @ Tabernaer

Der Notfallmanager der Bahn ist doch nicht im Zug unterwegs, der verunglückt ist. Der kommt von weiß Gott woher angefahren. Das dauert seine Zeit. Der sitzt zwar sicher in Hamburg, aber er muß trotzdem erst mal an die Unglückstelle kommen. Das kann u.u. ziemlich komplziert sein. Je nachdem, wo der Zug liegen geblieben ist und was passiert ist. Dann kann er mit dem Auto oder mit dem nächsten Zug kommen.

http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/praesentationen/notfallmanagem...
Laut DB soll der nach spätestens 30 Minuten vor Ort sein.
Wenn dies in der Praxis dort nicht durchführbar sein sollte, muss in diesem Bereich wohl die Aufteilung der Notfallbezirke überdacht werden.

So, in diesem Fall gab es ja noch zwei Besonderheiten. Die normale Bahnoberleitung mit 15KV auf der Dose und die Stromschiene der S-Bahn. ehe die Oberleitung und die Stromschiene in diesem Bereich nicht abgeschaltet und geerdet ist, geht NIEMAND von den Leuten aus dem Zug bzw. an den Zug. Könnte sonst gaaanz böse Folgen haben. ;)
Naja und die Leute, die Abschaltung vornehmen, die sitzen ja nun auch nicht gerade in jedem Bahnhof, sondern wo ganz anders. U.U. sitzen die in Hannover oder Bremen oder wo ganz anders. Evtl. aber auch in Eidelstdt...

Die Abschaltung kann der Notfallmanager veranlassen - die Erdung selbst durchführen.
Die notwendige Ausbildung und Ausrüstung hat er.

Was ich sagen will, ist, das alles Ding seine Zeit braucht. Wenn man Hektik verbreitet und nur den komfort der Reisenden im Schädel hat, passieren zwangsläufig mehr Fehler, als wenn man in Ruhe die Lage betrachtet. Da sieht man manchen Fehler ehr und kann ihn vermeiden. SICHERHEIT steht an oberster Stelle bei solchen Aktionen. KOMFORT IST DA NEBENSACHE.

Bereits bei der Großstörung der Berliner S-Bahn hat sich gezeigt, das die Regelwerke nicht berücksichtigen, dass die Fahrgäste wenn sie sehr lange ohne Infos / Perspektive festgehalten werden der "Fluchtinstinkt" packt.
In einem zu rund 20% ausgelasteten ICE1 ist das durch das gute Verhältnis zwischen Personal und Fahrgästen einfacher als in anderen Situationen.

Nur die, die hautnah dabei gewesen sind, können sich ein einigermaßen faires Urteil erlauben...alle anderen spekulieren nur.

Fakt ist:
- erst nach 4 Stunden wurde der nächste Bahnhof erreicht
- der Notfallmanager soll nach 30min vor Ort sein (ob er rechtzeitig da war ist nicht bekannt)
- der Notfallmanager kann die Erdung durchführen

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)


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