Aufklärung gut - Regelungswahn meistens noch zu wenig (Allgemeines Forum)

sfn17, Freitag, 16.09.2011, 12:41 (vor 5514 Tagen) @ fjk

Ich kann diesem Stichwort "Regelungswahn" nichts abgewinnen. Das ist ein Schlagwort, was ich für typisch für "freie Bürger, die ja wohl mal frei Auto fahren können sollen" halte.

Das einzige, was auch für mich gegen eine Regelung sprechen würde, ist, dass sie nicht das Gewünschte bringt. Derzeit gibt es heiße Diskussionen über Sinn und Zweck von separaten Radwegen (die Unfallhäufigkeit wäre trotzdem nicht geringer etc.). Die freien Radfahrer fühlten sich ja gegängelt.

Der Unterschied zu "früher" ist, dass die Leute heute weniger/keine Rücksicht mehr auf andere nehmen. Die Leute dehnen ihre Bewegungsradien immer weiter aus: "Es ist ja nichts verboten, und ich lass mir sowieso nix sagen - und der andere soll sich doch wehren! wir sind eine freie Gesellschaft!".

Gibt es noch spielende Kinder auf den Straßen? Selbst da, wo wirklich sehr wenig Durchgangsverkehr ist und man locker Fußball spielen könnte wie in den 1970ern, muss jeder einzelne Autofahrer brettern. Ist ja kein Mensch auf der Straße. (Warum wohl?) - Alles für die Freiheit und den wirtschaftlichen Fortschritt.

Okay, dann entfernen wir halt die weißen Linien (sind übrigens zugleich Blindenleitstreifen) und
natürlich auch sämtliche Geländer, allüberall und ganz schnell an Wanderwegen im Gebirge. Die freien Bürger könnten sich ja gegängelt fühlen. Wer ins Gleisbett oder in den Abgrund stürzt, ist halt selber schuld. Vielleicht hilft die Versicherung aus.

Am besten gleich Verhältnisse wie in den weiten Weiten Russlands, wo solcher verweichlichter Schnickschnack wie Geländer und Schildchen nur auf Unverständnis stößt.


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