Ruhebereich? (Allgemeines Forum)

heinz, Dienstag, 12.07.2011, 14:37 (vor 5385 Tagen) @ bahnerausleidenschaft

Ob der ZUB dann bei einem Raucher genauso reagiert? Ist der Hinweis, die Notbremse nur im Notfall zu betätigen, auch nur so ein "Hinweis"? Sorry, aber da machen es sich die ZUB wie auch bei der Frage nach bahn.comfort-Plätzen zu einfach. Nur damit keine Mißverständnisse entstehen: kein einfacher Job, der direkte Kontakt zum Kunde ist sicher nicht jedermanns Sache. Aber wenn ich den Job mache muss ich meine Aufgaben erfüllen. Hier die Verantwortung auf die Reisenden zu schieben finde ich feige. Allerdings bin ich auch nicht zu feige lärmende Leute selbst anzusprechen.


Feige? Sind Zubs die Deppen der Nation?

Verstehe ich nicht. Wer hat das denn behauptet? (Außerdem: Der Begriff "Deppen der Nation" ist schon belegt; der wurde von der BLÖD-Zeitung bereits exklusiv an Autofahrer vergeben.)

Müssen immer den Kopf hinhalten?

Wo denn noch? Es geht doch hier nur um den Ablauf der Fahrt. Ist das nicht die Aufgabe des Zub? Für mich ergibt sich das schon aus dem Wort "Zugbegleiter". Wäre die Aufgabe die ausschließliche Kontrolle der Fahrscheine, hieße er doch besser "Kontrolleur", oder? Und zur Frage: Ja, bei Konflikten zwischen den Fahrgästen, die sich um die Befördrungsbedingungen, den Tarif und die Auslegung derselben drehen, hat der Zub den Kopf hinzuhalten, zuzuhören und eine fahrgastfreundliche Entscheidung zu fällen. Das wird doch auch immer durchgesagt, dass man sich bei Fragen etc. an den Zub wenden soll.

Ich stehe gerne in Kundenkontakt. Nur leider wird bei Konflikten mit Fahrgästen leider sehr oft die Unwahrheit in den Beschwerdebriefen geschrieben und vor dem Vorgesetzten muss man dann dazu Stellung beziehen. Am Ende heißt es dann "beim nächsten mal mehr Fingerspitzengefühl".

Ja, das ist eben die hohe Kunst beim Kundenkontakt: Fingerspitzengefühl und Bestimmtheit unter einen Hut zu bringen. Dass das oft nicht einfach ist, weiß ich aus eigener Berufspraxis. Aber wer das nicht beherrscht, sollte keinen Beruf mit Kundenkontakt wählen.

Dann fühlt man sich leider sehr im Stich gelassen. Nicht nur von den Vorgesetzten sondern auch von den anderen Fahrgästen die ja eigentlich ihre Ruhe haben wollten, aber dann nicht hinterm Zub stehen.

Also sind die Vorgesetzten immer die Deppen der Nation? Sorry, aber genau das erwarte ich von jedem Vorgesetzten (auch von meinem): Dass er sehr wohl beide Seiten gleichermaßen ernst nimmt, sich nicht immer gleich schützend vor seine Schäfchen stellt und auch im Zweifel ab und zu (!) mal dem Kunden recht gibt. Ich denke schon, dass das zur Steigerung der Kundenzufriedenheit beitragen könnte. Dass ich dabei letztendlich gelegentlich gegenüber dem Kunden den kürzeren ziehe: geschenkt. Dafür ist er der Kunde und ich sein Dienstleister.


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