Geschwindigkeiten IC auf der SFS Würzburg-Hannover (Aktueller Betrieb)

ICE-T-Fan, Samstag, 05.03.2011, 22:34 (vor 5604 Tagen) @ JumpUp

Das Problem mit der SFS ist, dass die Höchstgeschwindigkeit nicht durchgehend gefahren werden kann.

Die 280 km/h gelten nur für längere tunnelfreie Abschnitte, in denen mindestens zwei LZB-Teilblöcke liegen, was nur auf 1/5 der gesamten Strecke zutrifft. Dazwischen darf aufgrund von sicherungstechnischen Gründen nur 250 km/h gefahren werden. In Fulda, Kassel und Göttingen sind sogar in der Summe gut 25-30 km enthalten, wo die Höchstgeschwindigkeit nur maximal 160 km/h beträgt.

Die ganze SFS ist samt NBS-Abschnitte 327 km lang, davon sind ca. 25-30 km nur mit 160 km/h oder weniger befahrbar, etwa 100 km mit 280 km/h und die restlichen 200 km mit 250 km/h. Da die ICE-A relativ geringe Beschleunigung haben, brauchen sie zudem bis zu 15 km um auf die Höchstgeschwindigkeit zu kommen.

Nehmen wir mal als Überschlagsrechnungsbeispiel folgenden Abschnitt:
Hannover bis Beginn NBS-Abschnitt: ca. 15 km
NBS bis Einfahrt Göttingen: ca. 80 km (vmax. 250 km/h)
Einfahrt Göttingen: ca. 5 km (vmax. 160 km/h)
(Gesamtstrecke fast genau 100 km)

Beschleunigungsweg für ICE von 160 auf 250 km/h ca. 6 km
Beschleunigungsweg für IC von 160 auf 200 km/h ca. 2 km
d.h. IC fährt 78 km mit 200 km/h und ICE fährt 74 km mit 250 km/h

Daraus ergibt sich auf dem Abschnitt ein Fahrzeitunterschied von etwa 5 Minuten.
Die Fahrzeiten der anderen Abschnitte sind etwa gleich.

Dadurch dass der ICE etwa 30 der 80 km noch mit 280 km/h fahren kann, wobei dann noch die Beschleunigungs- und Bremszeit von 250 auf 280 bzw. 280 auf 250 km/h berücksichtigt werden muss, kommt man auf dem Teilabschnitt auf einen theoretischen Fahrzeitunterschied von 6 1/2 Minuten.

Zwischen Göttingen und Kassel ist die SFS so kurz, dass der Unterschied nur etwa 1 1/2 Minuten beträgt.
Zwischen Kassel und Fulda gibt es m.W. keinen 280er-Abschnitt, dort liegt der Zeitunterschied aufgrund der Streckenlänge bei etwa 3 min.

In Fulda biegt die Linie nach Frankfurt auf die Bestandsstrecke KBS 615 ab, sodass dort nahezu gar kein Unterschied besteht, außer Beschleunigungsgewinne durch die unterschiedliche Motorisierung und Zugbildung von ICE-A und IC.

Also in der Theorie kann der ICE so etwa 11 min schneller sein, was aber in der Praxis nicht funktioniert, da man a) die 280 km/h nicht immer ausfahren kann, insbesondere in bestimmten Wetterlagen durch fehlende Beschleunigung durch Schlupf und b) man Fahrzeitreserven braucht, um Geschwindigkeitseinschränkungen bei Bautätigkeit oder sonstige Verspätungen auszugleichen.

ICE-Züge die bis Würzburg fahren, können maximal 16 min gegenüber einem IC-Zug gut machen, wohlgemerkt auf einer Strecke von etwa 330 km Länge.

Selbst wenn man eine NBS quer durch Deutschland bauen würde, könnte ein 200 km/h IC immer noch auf 35-40 min an die Fahrzeit eines ICE mit 250 km/h heran kommen, bedingt durch die Zwischenhalte.


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