Sandtaster in modernen Führerständen (Aktueller Betrieb)

Martin, Freitag, 31.12.2010, 12:05 (vor 5609 Tagen) @ fabs

Beim ICE T ist die Bremswirkung ja normalerweise selbst in Bremsstufe 1 so stark, dass man relativ spät bremsen muss (mehrmals bremsen und auslösen schickt sich ja nicht so...), ich schätze mal höchstens 50 m vor dem Prellbock. Bei 30 km/h wären das 6 Sekunden bis zum Aufprall. Bis die reguläre Bremsung wirkt, dauert es auch schon mal ne Sekunde. Bremst die Kiste in Stufe 1 dann doch nicht so, wie es üblich ist, so wird man ja erst einmal eine höhere Bremsstufe nachsteuern die dann bis auf die ganz wenigen Fälle völlig ausreichend oder noch zu kräftig ist.
Nun bleiben vielleicht noch 2-3 Sekunden wo man eine Schnellbremsung einleiten, sanden und auf die nun einsetzende Bremswirkung hoffen kann.
Dazu kommt auch noch, dass der Sand auch nur aus den angetriebenen Drehgestellen (und dem vorderen natürlich) rieselt. Bei dem kurzen Bremsweg liegt also auch nicht unter jeder Achse Sand. Bei den aktuellen Witterungsbedingungen fragt sich dann noch, ob überhaupt aus jedem Rohr Sand rauskommt oder ob es - trotz Heizung - zugefroren ist.

- Sifa auslösen lassen (auch wenn das nichts zusätzlich bringt, wenn man schon eine Schnellbremsung gemacht hat)

Ich würde nie auf die Idee kommen, hier die Sifa bremsen zu lassen, vorallem bis die nach 5 Sekunden erstmal eine Vollbremsung einleitet, ist man definitiv auf den Prellbock geknallt (siehe oben).

Fazit: Der Sandtaster ist im Einheitsführerstand recht ungünstig zwischen mehreren identisch aussehenden Schaltern eingebaut und in Stresssituationen fängt man erstmal das Suchen an und wenn man sich um einen vertut, geschieht genau das Gegenteil des erwünschten: Die Lokbremse löst wieder aus.

Darum hat der Sandtaster ja auch den runden "Knubbel" oben drauf. Die anderen Taster (mal abgesehen vom Wachsamtaster der aber an völlig anderer Stelle montiert ist) haben den nicht. ;)


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