Deswegen unterschiedlich! (Allgemeines Forum)

TBM, Donnerstag, 16.12.2010, 13:55 (vor 5624 Tagen) @ Sören Heise

Warum sind die Preise eigentlich nach Bundesland oder gar Zweckverband unterschiedlich? Gibt es da eine logische Erklärung für?

Ja, sogar mehrere!

Grundsätzlich vorweg: Die Gesamtkosten werden auf die Anzahl der Zughalte heruntergebrochen (Gesamtkosten der Kategorie / Anzahl der Halte = Preis pro Halt).

Durch die Aufteilung in Aufgabenträger (AT) bezahlt jeder AT "seine" Kosten. Bestellt er zusätzliche Züge bleiben dadurch die Gesamtkosten für Station und Service etwa gleich und er profitiert über die Umlage von günstigeren Stationspreisen pro Halt. (Nenner größer). Bestellt er Züge ab, wird der Preis pro Halt teurer (Nenner kleiner), wenn nicht die gesamte Station eingespart werden kann. (Zähler und Nenner kleiner)

Einige AT zahlen auch kräftig Investitionszuschüsse für Bahnhofsneubauten oder Modernisierungen und senken damit die Gesamtkosten für Station und Service. Pro Halt werden sie dann wieder entlastet. (Zähler kleiner, bei Neubau auch Nenner größer)

Und dann gibt es noch AT die sich zusätzliche Ausstattungsmerkmale wünschen (zusätzliches Servicepersonal, zusätzliche Dächer, Anzeigen usw.). Dafür sind die AT bereit, einen höheren Preis zu zahlen (Zähler größer).

Würde diese Umlage über ganz Deutschland erfolgen, dann würde der große Nenner das alles ausgleichen. Der Anreiz für Zubestellungen und Investitionen bei den AT wäre weg und im Zweifel wünscht dann jeder die Vollausstattung. Insgesamt würden die Kosten dadurch steigen und das Land, das die meisten Züge bestellt, am meisten davon bezahlen.

Mit der Anzahl der Halte lassen sich dann auch die Unterschiede zwischen den Stationen erklären. Die Anzahl der Halte inkl. S-Bahn dürfte in Frankfurt deutlich höher sein als in Leipzig. Aus meiner Sicht noch gerechter war die Umlegung der Kosten für jede einzelne Station: Wenn Straßenbahnen wie AVG oder Saarbahn alle paar Minuten an einem kleinen Haltepunkt hielten, dann war der entsprechend günstig. Frankfurt Flughafen Fernbahnhof war bei der Eröffnung entsprechend teuer: Volle Ausstattung mit Service Point und nur wenige Fernzüge.

TBM


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