Reale Fälle (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 26.09.2026, 22:13 (vor 1 Tag, 5 Stunden, 36 Min.) @ VT642

Hey.

Wenn ich mich hier im Forum so umschaue, gäbe es wohl so manche, die, wenn es keine Begrenzung gäbe, irgendwelche Verbindungen zusammenfabulieren, um dann zum D-Ticket Preis mit dem Taxi von Frankfurt nach Hamburg zu fahren.

Da fällt mir bei Frankfurt grad das Gehampel eines Fahrgastes ein. Wir kamen abends mit dem RE 1 aus Norddeich und hatten vor Bremen gut Verspätung. Da kam ein Herr mittleren Alters zu mir, durchaus sendungsbewußt. Seine letzte Verbindung spätabends nach Frankfurt Flughafen sei nicht mehr fahrbar. Ich müsse ihm jetzt ein Taxischein ausstellen. In einem Tonfall vorgetragen, der keine Zweifel zuließ. Ich negierte erstmal meine Verantwortung. Ließ er nicht gelten. Nach Paragraph wasweißich Handelsgesetzbuch, BGB und was er da alles hatte, sei ich ein "Vertreter des Beförderers" und damit zur Ausgabe des Taxischeins befugt - Punkt. Da war ich begeistert; ich dachte, ich sei nur doofer Fahrgastzähler ... Dann wurde er wieder bestimmt: er führe jetzt mit dem Taxi nach Frankfurt und das müsse man ihm bezahlen.

Ich verwies ihn dann zum 3x an den Servicepoint und erklärte ihm, dass ich doch gar nichts dagegen habe, wenn er sich ein Taxi nimmt. Und ich wünschte ihm viel Glück, dass er wen findet, der das bezahlt. Vielleicht ja in Frankfurt am Flughafen oder unterwegs an einer Autobahnraststätte ... Verbindlich kann ich auch ganz gut und so gab es zum Schluß die Ansage, dass ICH ihm das nicht genehmige und auch nicht bezahle.

Er fotografierte dann mein Namensschild. Mein Angebot, ihm meinen Ausweis zum Vergleich des Namens zu zeigen, war schon vergebens, da war er schon auf dem Weg Richtung Haupthalle.

Ja, merke stets: MAN HAT NUR SOVIEL RECHT, WIE MAN MACHT HAT ...

Was draus wurde, weiß ich nicht. Hab nie wieder was gehört. Finde ich immer so schade, dass sich die Leute, die dann große Beschwerden ankündigen, nachher nix machen. Dabei fordere ich sie stets auf, das Angedrohte auch umzusetzen. Erwähne immer, dass von Beschwerden bei uns (ohne das "uns" zu konkretisieren) eine ganze Abteilung lebt - die Beschwerde also Arbeitsplätze sichert.

Heute war auf dem Weg nach Wilhelmshaven nur eine Touristin aus Kassel nervlich angeschlagen, obwohl sie nur eine Std Verspätung hatte und das Schiff zur Insel noch erreichbar war. Ich sagte ihr fröhlich, dass dann doch alles gut sei: jetzt sei sie wenigstens garantiert urlaubsreif!!! Da konnte selbst sie sich ein Lächeln nicht verkneifen. Na bitte, geht doch ...

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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