Du verstehst den Ansatz nicht (Fahrkarten und Angebote)

Hustensaft, Montag, 11.05.2026, 16:46 (vor 2 Tagen) @ zettelbox

Für 99,9% aller Züge gibt es Sparpreise. Welchen Sinn soll da ein Sparpreisfinder haben?


Komisch, warum gibt es dann den Sparpreisfinder?


Der zeigt dir doch die Sparpreise auf einer konkreten Relation an, nicht von einem Startbahnhof ausgehend in alle Welt. Da werden am Wochenende auch die Last Minute SSP angezeigt, insofern geht deine Frage etwas ins Leere?

Mal wieder ein billiger rhetorischer Trick, um jemand anders dumm aussehen zu lassen. Da gab es eine Aussage und eine Gegenfrage, Deine Antwort tut genau nichts zur Sache - unter dem Strich besagt das ziemlich viel über Dich.

Erstmal wäre das kaum nutzerfreundlich umsetzbar, denn von einem Startbahnhof kann man zu hunderten, gar tausenden Zielorten mit einem SSP fahren. Wenn du bspw. Wiesbaden als Startort eingibst, was erwartest du denn dann als Ergebnis? Alle Verbindungen mit 6,99 Euro als Preis? Alles, was "sehr günstig" ist (was ist "sehr günstig"?)? Alle verfügbaren SSP und SP ab Wiesbaden (höllenlange Liste)? Touristisch interessante Ziele (sehr subjektiv, aber noch der erfolgsversprechendste Ansatz)?

Warum sollte das nicht nutzerfreundlich umsetzbar sein? Die naheliegendste Variante wäre doch, hier nur mit DB Fernverkehr erreichbare Bahnhöe anzuzeigen - und wenn man dann, wie üblich, nach Preis aufsteigend sortiert, wird das sehr schnell übersichtlich.

Und bevor hier wieder ein neunmalkluger Hinweis kommt:
Da man einen Abfahrtsbahnhof eingibt, der nicht unbedingt FV-Anschluss hat, muss natürlich die passende NV-Strecke einbezogen werden (obgleich die meisten Sparpreise damit ein gutes Stück teurer werden).

Zweitens bist du nicht der erste mit dieser "Last Minute irgendwohin"-Idee. Das hat man insbesondere bei Reiseveranstaltern und Airlines schon jahrelang probiert, mit der Erkenntnis, dass es eben nicht so funktioniert wie von dir dargestellt. Leute, die mit gepackten Koffern zum Flughafen fahren und "irgendwohin wo es schön ist" fliegen wollen, haben eine erstaunlich hohe Zahlungsbereitschaft, hier gilt es wieder die Konsumentenrente abzugreifen. Werden diese Last-Minute-Angebote irgendwie planbar, werden sie systematisch genutzt, dadurch verliert das Unternehmen gar Geld. Die Anzahl der Fahr- / Flug- / Reisegäste, die man hierdurch zusätzlich gewinnt, weil sie sonst gar nicht gefahren werden, gibt es gemäß ausgiebiger Empirie erstaunlich wenige.

Komisch, ich habe gar nicht in Anspruch genommen, die Idee erfunden zu haben - also mal wieder voll daneben, aber versucht, den Diskussionspartner dumm aussehen zu lassen.

Und es geht ja auch nicht darum, Menschen, die auf gepackten Koffern sitzen, irgendwohin zu befördern, geht ja auch gar nicht, weil bei der Restplatzbörse, über die wir hier reden, eine taggleiche Abfahrt nicht möglich ist. Aber selbst wenn, dann müssen die Menschen trotzdem irgendwie wieder nach Hause kommen.

Zum Schluss: Es ist unter dem Strich egal, wie viele Menschen es gibt, bei denen das Modell funktioniert, es ist regelmäßig noch besser als heiße Luft zu fahren. Zudem gilt, nur weil so etwas an einer Stelle respektive früher mal irgendwo nicht gut funktioniert hat, dass es auf einer anderen Plattform zu heutigen Zeiten nicht funktionieren kann - und heute bucht kaum noch jemand im Reisebüro, ergo kommt auch faktisch niemand mehr mit gepackten Koffern, um zu buchen, das wird schon noch zu Hause erledigt.

Wie erfolgversprechend der Ansatz sein könnte:
Die Boomer gehen in Rente und ein nicht unerheblicher Teil von denen hätte für solche Reisen auch genug Geld - das liegt also gewissermaßen auf der Straße, man müsste es nur aufheben.


Du sagst es, sie haben genug Geld. Also wäre es reichlich untaktisch, diese zu extrem geringen Preisen reisen zu lassen, wenn sie bereit sind, etwas mehr auszugeben.

Lesen, denken, posten. Das kleine "solche" hat hier eine große Bedeutung, sprich die können und wollen sich vielleicht günstige Tagesausflüge erlauben, maximal eine Übernachtung, können und/oder wollen aber eben nicht mehr ausgeben, wobei der Abschöpfeffekt womöglich sogar schon (s.o.) bei der notwendigen Rückfahrt greift.

Dass ein solches Modell übrigens wunderbar funktioniert, zeigen die seit Jahrzehnten von diversen Busunternehmen angebotenen Tagesreisen dieser Art - aber klar, bei der Bahn könnte das nicht klappen, den Markt lässt man unbeachtet. Und nein: Die DB soll jetzt nicht solche Gruppenreisen anbieten, obgleich sie das in ähnlicher Form ja schon tut (z.B. Städtereisen), aber ohne "Gruppenzwang" reist es sich manchmal auch ganz nett, da gibt es womöglich eine Marktnische.


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