Alles völlig hoffnungslos. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 18.03.2026, 17:12 (vor 5 Tagen) @ Reservierungszettel
bearbeitet von Der Blaschke, Mittwoch, 18.03.2026, 17:14

Hallo.

Wenn ein Weg nicht als Strecke von A nach B gilt, dann wird für diesen Weg auch kein Ticket verkauft. Solange die Strecke tarifierbar ist, kann sie auch genutzt werden!

Wenn wir schon beim Thema sind das gilt nicht bei Streckensperrungen - da darfst du wirklich fahren wie du möchtest.

Beispiel: Es liegt ein Ticket Hamburg-Kassel vor, wegen mehreren Störungen wurde der Verkehr über Hannover eingestellt.

Es ist noch möglich von Hamburg nach Berlin zu fahren von dort fahren noch Züge nach Kassel, im normalen Betrieb wäre das eher nicht möglich.

Warum so bescheiden?

Also werde ich im RE Hamburg - Rostock und bei der ODEG Rostock - Stralsund keine Probleme bekommen. Ebenso wenig im ICE nach Berlin und dann im Express-ICE über Erfurt nach Nürnberg. Auch Nürnberg - Kassel wird kein Problem sein. Laut Dir darf ich ja fahren, wie ich will.

Ob wohl irgendwann mal wer merkt, dass die ganzen Diskussionen ziemlicher Käse sind. Aber
das ist typisch, original Deutsch. Auch für den allerletzten unwahrscheinlichsten Fall muss eine VERBINDLICHE, GESETZLICHE Regelung her. Der Deutsche lechzt und geiert förmlich nach Vorschriften! Es muss nämlich gerecht zugehen. Niemals darf es sein, dass da der etwas unverfrorenere, etwas dreistere Mitbürger sich irgendwo einen Vorteil verschafft. Selbst wenn man selbst gar nicht betroffen ist. Egal - es geht ums Prinzip.

Ich für meinen Teil halte es immer so wie am Anfang erwähnt - das was ausgegeben wird darf auch ohne Probleme gefahren werden.

Ich halte es mit dem gesunden Menschenverstand. Da erweitert man auch mal ein wenig die Regeln - weiß aber, wo Grenzen liegen. Dafür nehme ich es im Gegenzug hin, dass ich z.B. von Zuhause stets eine Std früher los muss, wenn ich einigermaßen sicher pünktlich am Ziel ankommen muss. Und ertrage klaglos die ständigen späteren Heimankünfte. Geben und Nehmen - aber in ausgewogenem Verhältnis. Und im Wissen, wo das Nehmen so im Rahmen bleibt, dass es keine Probleme gibt.


Und im Zweifel bin ich todesmutig und frage statt anonym im Forum einfach direkt vor Ort den Verantwortlichen, sprich i.d.R. den Zugchef. Es hängt eh alles von ihm ab.

Selbst wenn ich 10.000%ig im Recht bin, nutzt mir das vor Ort gar nichts, wenn's der Verantwortliche anders sieht. Da kann ich HINTERHER die tollsten Prozesse führen - hier und jetzt vor Ort bleibe ich draußen.

Man hat nur soviel Recht, wie man Macht hat!

Sollten diese ganzen Diskutanten mal auswendig lernen und begreifen. Denn deswegen sind diese ganzen Diskussionen sämtlich Schwachsinn. Das Risiko muss jeder für sich selbst in der jeweiligen Situation selbst abwägen. Komme ich auch bei Ablehnungen noch ans Ziel? Was ist mir das Risiko wert? Bin ich Diskussionen mit dem Zugchef gewachsen? Traue ich mich, zu widersprechen, zu erklären usw.? Kann ich meinen Standpunkt nachvollziehbar erläutern?

Am schlimmsten ist dabei die Verantwortungslosigkeit! ICH will für MEIN TUN keine Haftung übernehmen! Ich bin nämlich feige. Ich spreche doch beim Einstieg den Schaffner nicht an, wenn mir im Forum wer sagt, dass ich im Recht bin. Das traue ich mich gar nicht. Weil ich gar nicht anständig kommunizieren kann. Ich frage verdeckt Dritte - und wenn die sagen: "Ja, das geht", dann sind die auch dafür verantwortlich. Oder es steht halt so im Gesetz. In Verordnungen, Regeln und Richtlinien. Ich darf, also Gegenüber: halt den Schnabel.


Aber gut, es wird ja nirgendwo besser. Nicht nur bei Fuzzys. Andersrum geht's auch. Zum Schluß ne reale Geschichte von der Front. Gestern durfte ich mal den unsympathischen Zugchef der Niederlande kennenlernen. In Bad Bentheim waren bereits 2 Eurobahnen Richtung Rheine ausgefallen. Ersatzlos. Weil InfraGo die Infrastruktur nicht im Griff hatte. Als das der ICE-Zugchef des eingefahrenen Zuges aus Amsterdam mitbekam, gab es flugs eine unfreundliche Durchsage: mit Deutschlandticket kommen Sie in meinen Zug nicht rein. Dabei weiß jeder, dass bis Rheine ohnehin nicht mehr kontrolliert wird. Chef freute sich jedenfalls, "So! Chef hat gesprochen!". War er ganz stolz auf sich. Es ging dann aber gar nicht los. Wegen Streckenstörung zwischen Bad Bentheim und Rheine, hieß es. Was gelogen war: Weichenstörung in Ibbenbüren-Esch (das ist zwischen Rheine und Osnabrück) mit Zurückhalten von Zügen war der wahre Grund - man wollte offenkundig den Bahnhof Rheine nicht zu fahren. Bis dahin hätte man ansonsten streckentechnisch noch problemlos fahren können. Es tat sich ne Weile nix. Nächste Durchsage, genauso unfreundlich: In Ruhebereichen habe gefälligst Ruhe zu herrschen - Telefonate und Gespräche seien zu unterlassen. Denn natürlich machte sich ob fehlender Informationen und mangelnder Weiterfahrt auch im Ruhebereich etwas Unruhe breit.

Ihm und seinem Team waren Regeln übrigens egal. Es wurde fröhlich auf dem Bahnsteig direkt vor der ICE-Eingangstür geraucht.

Nach ca 30 Min, in denen nichts passierte, auch von der DB nicht, nach deren Auskunft der Zug in 5 Min in Osnabrück eintrifft, obwohl er in Bad Bentheim steht, ging es dann doch weiter. Und die DB bot auch weiterhin Qualität bei der Auskunft an: offizielle Begründung für das Hinterherhinken war jetzt "Verspätung im Ausland". Auch 'ne glatte Lüge.

Und dann wundern sich Weltferne, warum bei soviel "Leistung" des Dienstleisters hin und wieder wer aus dem Kundenkreis aushakt. Als Bahnchef hätte ich da mindestens 2 Leuten fristlos gekündigt. Der niederländische Zugchef hätte bei mir nicht mal die Rückfahrt antreten dürfen, auch wenn der Zug dann ausfällt. Und der Informationsverantwortliche bei der DB hätte auch kurz drauf seinen letzten Feierabend im Konzern gehabt.

Ich hatte übrigens Glück, eine Eurobahn hatte sich zwischenzeitlich bis Bad Bentheim durchgekämpft und fuhr von dort wenige Minuten nach dem ICE pünktlich Richtung Wissingen (während dann 3 Std kein NV-Zug von Bad Bentheim nach Hengelo fuhr; danach der Zug fiel dann auch noch aus; wären also 4 Std. Aber da soll dann ein Bus eingesetzt worden sein). Und so wäre ich nur eine Std später als geplant nach Hause gekommen; also normal. Wenn ich nicht in Osnabrück noch was hätte zu erledigen gehabt und die Folge-Eurobahn 30 Min Verspätung hatte (was die Kunden am Bahnsteig aber auch erst 3 Min vor der planmäßigen Ankunft erfuhren ...). Und so landeten dieses Mal satte 90 Minuten auf meinem Eisenbahn-Überstundenkonto (das stets eine Std früher los ignoriere ich mal zugunsten der Eisenbahn). Da muss mich also bald mal wieder ein ICE kostenlos mitnehmen.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum