Italienisch, Französisch, Spanisch (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Mittwoch, 26.11.2025, 12:39 (vor 78 Tagen) @ Mike65

Ich habe den Eindruck, dass Französisch und Italienisch deutlich näher verwandt sind als Spanisch. Ich habe mehrere Jahre in Frankreich gelebt und spreche die Sprache dort recht gut. Mit geschriebenem oder gesprochenem Italienisch komme ich zumindest so weit klar, dass ich verstehe, um was es geht. Die meisten Wörter und auch die Grammatik sind sehr ähnlich. Bei Spanisch gelingt mir das nicht. Spanisch hat viele Wörter arabischen oder baskischen Ursprungs, die mit anderen europäischen Sprachen nichts gemeinsam haben. Die spanische Grammatik mit ihren vielen Verbformen ist auch komplexer.

Linguistiker ziehen irgendwo nördlich von Florenz die Trennlinie zwischen west- und ostromanischen Sprachen. Danach finden sich Spanisch, Französisch und norditalienische Dialekte gemeinsam in der ersten Gruppe, während Hochitalienisch mit Rumänisch in zweiter Gruppe ist. Bei einigen grammatischen Merkmalen wie der Pluralbildung (Französisch und Spanisch mit -s vs. Itlaieinisch mit Vokalwechsel -o zu -i und -a zu -e) finde ich das auch nachvollziehbar, aber bei Aussprache und Klang finde ich Französisch den Sonderling unter den dreien. Beim Leseverstehen fällt dieser Unterschied natürlich nicht so ins Gewicht wie beim Sprechen.
Klar hatten alle drei Sprachen in den letzten 2000 Jahren verschiedene Einflüsse (Arabisch und Baskisch auf Spanisch, Fränkisch und Gallisch auf Französich) und sie haben ihr eigenes Vokabular. Diese Woche, als ich die ecuadorianischen Tiefbauarbeiter, die in unserer Straße Glasfaser verlegen, fragen wollte, ob das Auto umgeparkt werden muss, ist mir das bei den Vokabeln für "Auto" aufgefallen. Da haben alle drei Sprachen grundverschiedene Begriffe (coche, voiture, macchina) was auch irgendwie logisch ist, da die Römer dafür noch kein Wort hatten.


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