Würzburg (Allgemeines Forum)

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 10.11.2023, 09:23 (vor 1040 Tagen) @ Holger2

Ich glaube du bist auf dem falschen Dampfer. Das Deutschlandticket gab es zum Zeitpunkt meines letzten Aufenthalts in Würzburg noch gar nicht. In der Tat war ich im Besitz eines FV-Tickets 1. Klasse und gearbeitet habe ich auf der Fahrt auch.


Da bitte ich natürlich um Entschuldigung. Ich werde mit der DB Kontakt aufnehmen und sie darüber in Kenntnis setzen, dass Ludo mit einem 1. Kl Ticket in Würzburg vor einem halben Jahr umgestiegen ist. Das ändert die Lage in Würzburg natürlich grundsätzlich.

In Polemik bist du aber auch ganz gut, das muss man dir lassen. Allerdings ist dein Ziel dabei, deine sachlich falsche Annahme (Zitat: „Du mit Deinem Deutschlandticket zählst nicht“) zu kaschieren, wohingegen ich meine Aussage auch ohne Stilmittel formulieren kann (s.u.), ohne die grundlegende Aussage zu verändern. Dass du fälschlicherweise einen Zusammenhang zwischen mir und der Notwendigkeit in Würzburg herstellst, den ich nie formuliert habe, ist nicht nachvollziehbar.

Im Übrigen geht es nicht um mich persönlich. Wann ich das nächste Mal dort umsteigen werde, steht in den Sternen. Man kann auch einen Bedarf sehen, ohne persönlich betroffen zu sein.


Ja klar kann man das behaupten. Es gibt sogar Leute, die behaupten, sie können hellsehen. Hat halt beides keine Grundlage

Whataboutism nennt man das. Diverse Argumente habe ich hierzu durchaus geliefert.

Na klar, diese Klientel aus Richtung Frankfurt, Köln, Hannover usw. fährt natürlich ausschließlich über Erfurt oder gar Nürnberg nach Bamberg. Is klar.


Das ist halt die Masche jedes Polemikers. Wenn mir ein Argument mir persönlich nicht gefällt, ziehe ich es ins Lächerliche. Es hat niemand von ausschließlich gesprochen. Aber überwiegend.

Zitat: „Und der Grund ist, dass diese Klientel eben nicht in Würzburg umsteigt, um nach Stuttgart oder Bamberg zu gelangen.“ Eine Einschränkung, die du nun nachlieferst, kann ich in deiner ursprünglichen Aussage nicht erkennen.

Ich formuliere es daher nochmal ohne Stilmittel:
Die schnellste Verbindung aus Richtung Frankfurt, NRW, Norddeutschland und teilweise auch aus BaWü nach Bamberg (das von dir gewählte Beispiel) führt zum Großteil über Würzburg, hierzu bitte einfach die Fahrplanauskunft konsultieren, die wird dies bestätigen.
Ausnahme: Verbindungen ab Hamburg bzw. über Hamburg nach Bamberg gehen schneller via Berlin - Erfurt.

Und es gibt eben auch nur wenig zahlungskräftige Geschäftskunden in Würzburg. Welche großen Firmenzentralen sitzen dort bitte. Und die Uni Würzburg ist auch sehr klein.

Ich weiß nicht, warum du stets die Firmenzentralen als Argument lieferst. Bisher ging ich davon aus, dass der Großteil der Reisenden die Lounge beim Umstieg benutzt, nicht am Startbahnhof (Annahme meinerseits, keine Behauptung). Am Zielbahnhof sehe ich keinen Sinn darin, als Geschäftsreisender in die Lounge zu gehen, die Wartezeiten auf den ÖPNV dürften in den Lounge-Städten verschwindend gering sein.
Der Grund für die Annahme ist, dass man in vielen Fällen ja passgenau Feierabend machen kann, um seinen Zug zu erwischen (geht nicht bei allen Arbeitgebern, ich weiß, aber eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist hierzulande durchaus zu erkennen). Beim Umstieg wiederum entsteht notwendigerweise eine Wartezeit, die man überbrücken muss. Und niemand, der zur Arbeit pendelt, wird am Heimatbahnhof extra wegen der Lounge früher aufstehen, so lecker ist der Kaffee dort dann auch nicht.

Insofern sehe ich nicht, dass die Ansässigkeit von großen Firmen in Würzburg ein entscheidendes Kriterium für eine Lounge ist. Mit dem Argument müsste man auch über Standorte wie die Stadt Braunschweig (Siemens, VW, Westermann, Uni, …) nachdenken, die jedoch als Umsteigeknoten eher eine untergeordnete Rolle spielt. Falls du dennoch Firmen brauchst: Bei s.Oliver arbeiten ca. 2000 Mitarbeiter. Auch Heilbronn und Neckarsulm hängen vielfach am Knoten Würzburg (FV-Verbindungen nach Nord- und Ostdeutschland), ebenfalls Städte mit großen Firmensitzen. Und mich würde mal interessieren, wie viele Geschäftsleute von großen Firmen wie Mercedes-Benz oder Porsche regelmäßig die Bahn nutzen.
Ich möchte aber grundsätzlich noch einwerfen, dass sich die Lounge-Berechtigung in erster Linie am Statuslevel und somit am jährlichen Umsatz misst. Und nicht jeder, der die Berechtigung hat, arbeitet bei einer großen Firma. Auch Ruheständler mit Status sieht man oft in den Lounges.

Um einfach mal wieder zu den Fakten zu kommen. Würzburg zählt 28.000 Fahrgäste täglich, das ist weniger als die Hälfte dessen, was Karlsruhe bietet.

Ein Punkt, wo ich dir zu 100 % zustimme: Ich habe nie in Abrede gestellt, dass es in Karlsruhe keinen Bedarf gibt und ich würde es ebenfalls so sehen, dass Karlsruhe einen höheren Bedarf hat als Würzburg. Ich bleibe jedoch bei meiner Einschätzung (auf der Basis meiner Argumente, nicht aufgrund von Hellseherei), dass in Würzburg auch ein großer Bedarf ist.

Gruß, Ludo


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