Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Okt 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 03.12.2022, 15:05 (vor 1204 Tagen) @ Krümelmonster

Für den heutigen Tag hatte ich ein besonderes Highlight auf dem Plan stehen: Heute würde ich zum Gipfel des Vesuv fahren! Da würde ich den Luxi aus dem Flachland definitiv nicht hochbekommen. :D
Ich verließ Neapel am Morgen in einem Opa-Zug der EAV. Der war natürlich mega voll, denn die Linie führt weiter nach Sorrent oder Pompeji. Die Fahrt bis Ercolano Scavi („Herculaneum Ausgrabungen“) dauerte zum Glück nur 17 min.
Dort gibt es eine berühmte Ausgrabungsstätte (Herculaneum & Pompeji sind die bedeutendsten Stätten, die beim Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 n. Chr. zerstört wurden), doch die wollten wir uns aufheben für Silvester. Ich war hier, weil u. a. hier die Busse zum Gipfel des Vesuv abfahren. Natürlich war ich damit nicht allein. Ich bekam nur ein Ticket mit Abfahrt erst 70 min später. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich mich den Winter über damit beschäftigt hatte, allgemein zu Sehenswürdigkeiten in Italien zu recherchieren. So wusste ich nun direkt, was ich mir während der 70 min in Ercolano anschauen könnte (für die Ausgrabungen würde die Zeit ja nicht reichen). Ich lief also eine Runde durch die Stadt. Sie hat 50.000 Einwohner. Ich fand sie dennoch klein, beengt und v. a. laut. Wohlstand schien mir hier nicht zu herrschen, dabei fließen die Geldern von den Touristen doch reichlich. Ich vermutete, dass die Steuergelder irgendwo versickern würden, doch in Ercolano wird das Problem der Mafia aktiv angegangen. :-s Man sah auffällig wenig junge Leute – die gehen wohl nach Neapel oder gleich in den Norden…
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234 An der Villa Ruggiero blättert der Putz
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235 Die Villa Favorita
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236 Die Villa Compolieto
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237 – 238 Bahnbezug ebendort

Als es Zeit wurde, ging ich zurück zum Bahnhof und enterte den Lava-Bus. Die Fahrt dauerte wimre eine Dreiviertelstunde. Das letzte Stück (ca. 200 Höhenmeter) muss zu Fuß zurückgelegt werden. Der Weg war durchaus steil, aber es ist ohne besondere Wander-Erfahrung machbar, wenn man nicht gerade in High Heels daherkommt.^^
Der Krater des Vesuv war wirklich ein tolles Erlebnis. An dem Tag war es wolkenfrei (rund um den Gipfel wahrlich keine Selbstverständlichkeit!). Man hat einen fantastischen Rundum-Blick auf Neapel, die Phlegräischen Felder, die Inseln Ischia (schlecht erkennbar) & Capri, auf das Meer und die Nordseite der Halbinsel von Sorrent (die Amalfi-Küste ist an deren Südseite). Vom höchsten Punkt des Gipfels bis zum Kraterboden sind es 320 m Höhenunterschied. Der Krater selbst ist natürlich nicht zugänglich, da es sich ja beim Vesuv immer noch um einen aktiven Vulkan handelt. Komplett umrunden kann man den Krater nicht, als Besucher kommt man aber durchaus ein ganzes Stück weit. Das war auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis!
In Ercolano kauft man nur ein Ticket für die Busfahrt hoch zum Krater inkl. Eintritt, aber ein Reiseleiter ist nicht dabei. Am Krater hörte ich, wie eine Frau, offensichtlich Touristenführerin, in exzellentem Deutsch zwei Österreichern etwas zum Vulkan erklärte. Ich dachte, ich bleibe mal unauffällig in der Nähe. Nun ja, mit einer alten, ziemlich ausgeblichenen, roten Jack-Wolfskin-Jacke kann man in Italien schlichtweg nicht unauffällig sein. :D Irgendwann beschloss ich, auf die Unauffälligkeit zu pfeifen, blieb bei den dreien und hörte zu. Am Ende bezahlten die Österreicher mit einem 20-€-Schein, ich hatte leider nur einen 5er und etwas Kleingeld da, die Dame freute sich aber auch. Und wir hatten sehr viel Interessantes über den Vesuv gelernt!
Anderthalb Stunden Zeit hatte man Zeit am Krater (nicht üppig), dann fuhr der Bus wieder hinab nach Ercolano. Auf dem Fahrt runterzu saßen neben mir im Bus drei Polinnen, selbstverständlich alle ohne Seuchenmasken…
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239 Hinauf!
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240 Zugegeben: Bei „autisti“ hätte ich nicht zuerst an Busfahrer gedacht :D
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241 Nochmal Bahnbezug
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242 Das Ziel vor Augen
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243 Die Leute hier waren bei der Namensfindung nicht so kreativ^^
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244 Süditalien
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245 Wir kommen der Sache näher
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246 Die Insel ist Capri
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247 Blick auf Neapel; hinten am linken Bildrand liegt Ischia
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248 – 253 Das letzte Stück der Auffahrt sieht man den bogenförmigen Bergrücken des Monte Somma. Zusammen mit der kegelförmigen Kuppel verleiht er dem Vesuv von weitem seine charakteristische Silhouette.
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254 Das letzte Stück geht nur zu Fuß
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255 Veranschaulichung (blau der Parkplatz, rot der Fußweg)
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256 Auch beim Aufstieg sieht man den Monte Somma
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257 Kleine Lava-Bomben, die beim Ausbruch aus dem Krater geschleudert wurden
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258 Eine erheblich größere Lava-Bombe. Da möchte man nicht getroffen werden. Doch man würde vorher schon an der Hitze sterben, na zum Glück^^
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259 – 260 Blick vom Krater auf Neapel 1200 m tiefer
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261 Ischia
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262 Neapel; links neben den Hochhäusern ist der Bahnhof gut zu erkennen
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263 Der Sessellift war bis 1984 in Betrieb – zu anfällig für Wind und zu wenig Kapazität
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264 Angekommen am Krater
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265 Die Gerätschaften links oben gehören dem ältesten vulkanologischen Institut der Welt
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266 – 268 Der Krater
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269 – 270 Hier sind schön die verschiedenen Schichten zu erkennen, die sich bei den zahlreichen Ausbrüchen gebildet haben
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271 Dieser Gasaustritt hatte sich erst am Vortag aufgetan
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272 – 273 Der letzte Ausbruch ereignete sich 1944 – seitdem brütet der Berg was aus…
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274 Krater mit Stinke
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275 – 276 Blick in den Krater des Vesuv
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277 Oben am Krater die Flasche hatte ich die Flasche geöffnet und fast ausgetrunken. 1200 m weiter unten sah es dann so hier aus. :D

Wieder unten fuhr ich zurück nach Neapel. Die EAV sorgte mal wieder für Verunsicherung. Anzeigen am Bahnsteig gab es nicht. Eine knackende Durchsage konnte ich erst beim dritten Mal so halbwegs verstehen (im Touri-Hotspot natürlich nicht auf Englisch), der nächste Zug würde via Napoli Centro Direzionale zum Hbf. fahren – warum auch immer. :D So konnte ich die längere Strecke also auch noch mitnehmen. Eigentlich sollte ein direkter Zug kommen und erst gut 10 min später der mit Umweg über Centro Direzionale, aber da war wohl mal wieder irgendwas schiefgelaufen.^^ Ich fuhr also 10 min später los als geplant und war dann mit + 21 am Hbf.^^
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278 Süditalienische Pünktlichkeit. :D (Die Züge, die nicht nach Neapel fahren, haben hier ihren ersten Zwischenhalt und sind deshalb pünktlich.^^)
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279 Opa-Zug in Gegenrichtung
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280 Ich war ernsthaft schockiert: Nicht dass der Zug 10 min Verspätung hatte, sondern dass die Gesellschaft auch modernes Material hat.^^
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281 Bahnhof Napoli Centro Direzionale

Nun war es schon an der Zeit, Kampanien zu verlassen. Ich sackte meine Sachen im Hotel ein, ging zurück zum Bahnhof und fuhr nach Caserta. Heute ging es ohne Probleme am „Dreieck des Todes“ mit dem Giftmüll vorbei. Caserta wurde kurz nach Sonnenuntergang erreicht. Hier hatte ich 40 min Pause.
Kurz vor Abfahrt meines Rennzuges kontrollierte die Polizei die Ausweise & Green Passes der Wartenden. (Ausweiskontrolle durch die Polizei hat man öfter mal, gerade an kleineren Bahnhöfen, wo sich Regios & Rennzüge die Bahnsteige teilen; an den großen Bahnhöfen haben die Rennzüge ja eigene Bahnsteige mit Zugangskontrollen; Green Pass wird teilweise erst im Zug kontrolliert). Eine Körpertemperaturmessung gab’s diesmal nicht, manchmal muss man vor Abfahrt auch die hinter sich bringen.
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282 Der hässliche Hbf. von Neapel^^
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283 Die Säulenhalle ebendort
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284 Vesuv mit Palmen
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285 Vesuv mit Gestrüpp
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286 – 287 Vesuv mit Rennbahn
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288 Und hier nun wirklich das letzte Bild vom Vesuv
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289 – 290 Zug weg
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291 Warten
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292 5 min Verspätung für den Knatterschuhkarton. Du hässliche EAV, Sektion Capua, was kannst du eigentlich!?^^

Joa, und wohin ich dann fuhr, erfahrt ihr erst im nächsten Kapitel. :p
Das ist dann aber auch wirklich das letzte Italien-Kapitel aus 2021. :D

Saluti a tutti
Il Pasticcino

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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