Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Okt 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 03.12.2022, 15:04 (vor 1202 Tagen)

Hallo liebes Forum,

letztes Jahr war mein großes Italien-Jahr! 5.971 km legte ich letztes Jahr per Bahn in Italien zurück. :D
Ich hatte bereits einen großen Bericht von meiner Reise im Mai eingestellt. Später folgte ein Bericht aus dem August. Joa, und im Oktober verschlug es mich schon wieder für eine Woche nach Italien.

Eigentlich wollte ich Ende Oktober nach Rumänien & Bulgarien. Zwar hatte ich in Bulgarien schon übernachtet und mehrere Orte besucht, allerdings spielte sich all das noch vor meiner Einschulung im letzten Jahrtausend ab.^^ Selbst in Verbindung mit der nächtlichen Transit-Fahrt auf der Türkentour zur Dönerdrehscheibe zählt das Land aus meiner Sicht noch nicht.

Seit Anfang September stiegen die Fallzahlen in Rumänien spürbar. In Bulgarien waren sie auf hohem Niveau, aber stabil. Mitte Oktober stufte Bulgarien sein nördliches Nachbarland dann als Land der roten Kategorie ein, d. h. Einreise nur noch mit vollständigem Immunisierungs-Igel bzw. kürzlich überlebter Durchseuchung PLUS negativem max. 72 h altem PCR(!)-Test. Im Oktober war mir dieses Konzept noch komplett neu. Ich wollte eigentlich über Budapest anreisen und nur einen Tag in Rumänien bleiben – aber eben länger als 24 h, sodass es nicht als Transit zählen würde. Aber krieg mal am Sonntag irgendwo in Rumänien einen PCR-Test mit Ergebnis am selben Tag… Am einfachsten wäre es gewesen, wenn ich den Test schon in Budapest hätte machen können. Das geht dort täglich von 6 Uhr in der Früh bis Mitternacht, das Ergebnis kommt garantiert binnen 24 h, die Kosten liegen bei gerade mal 55 €. Warum geht sowas nicht überall? -.- Allerdings ist die bulgarische Regelung sicherlich nicht so gedacht, dass man erst einen Test macht und danach ins rote Land fährt. Bis heute ärgere mich, dass ich jetzt hier nicht von einem Seuchentest aus Budapest schreiben kann. -.- Immerhin gab es ja dann bald Seuchenfest in Budapest… In der Praxis sind die genauen Einreiseregeln nach Bulgarien wahrscheinlich eh egal, da auch die bulgarische Grenzwache größtenteils aus Seuchenleugnern bestehen dürfte. Aber wenn nicht dann stehste halt blöd da…
Ich schmiss also mal wieder mein Programm um, sodass ich auf dem Hinweg nach Ankunft im ersten Ort 49 h bis zur Einreise nach Bulgarien haben würde – das Testzentrum gleich neben dem Bahnhof wollte das Ergebnis in 99 % der Fälle binnen 48 h übermitteln.^^ Die bulgarische Regelung mit dem PCR-Test hätte also bloß zur Folge gehabt, dass ich mich wesentlich länger im roten Land aufgehalten hätte bis zum Eintreffen des Testergebnisses – ohne dass dieser Aufenthalt beim Test berücksichtigt worden wäre. Das ist natürlich richtig schlau! Bald darauf verlangte Bulgarien für die Einreise generell 2G+ unabhängig vom Herkunftsland, ich hoffte somit auf eine Reise im Jahr 2022 samt Seuchentest in Budapest.^^
Die Zahlen in Rumänien stiegen weiter, hatten bereits schwindelerregende Höhen erreicht (zeitweise hatte Rumänien wimre die höchste Inzidenz aller Flächenstaaten weltweit). Zwei Wochen vor Abreise fingen plötzlich auch in Bulgarien die Zahlen an rapide zu steigen. In beiden Ländern leben fast nur Seuchenleugner (Impfquote in Rumänien damals knapp 30 %, in Bulgarien gerade mal 20 %; beide sind EU-Mitglieder und hätten relativ zur Bevölkerung Zugang zu genau so viel Impfstoff wie der Rest der EU!). Ich ging deshalb davon aus, dass die Leute dort generell ihre Fäkalien auf den Seuchenregeln abladen würden und z. B. auch keine Seuchenmasken im Zug tragen würden. Über das Ergebnis des dortigen Seuchenleugnertums wurde sogar hier hierzulande berichtet.
Es blieb mir also nur übrig, den Leuten in Rumänien & Bulgarien zu wünschen, dass jede ihrer Pizzen mit Ananas belegt sein möge! [weitere zensierte Flüche] Stattdessen fuhr ich eben nach Italien – Hauptsache Mafia.^^
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1 Gut, dass ich nicht nach Rumänien & Bulgarien gefahren bin :-/ (Die Zahlen der Legende links x 0,7 sind die 7-Tage-Inzidenz.)

Ich hatte ja mich darauf gefreut, mit Hoam-Office einige meiner Urlaube künftig in Berlin beginnen zu können, weil ich aus München heraus einfach schon jede Strecke stundenlang kannte – mittlerweile völlig egal, in welche Richtung ich aufbrach.^^ Joa, und dann änderte sich die Sache so, dass mein Urlaub mit der Strecke Berlin – München begann, also der Strecke, auf der ich mittlerweile jeden Schotterstein mit Namen ansprechen kann. -.-
Man könnte die Strecke von den Happy Hipstern zu Pizzo & Pizza auch von morgens bis spätabends zurücklegen. Aber 06:30 – 22:48 Uhr auf komplett bekannten Strecken mit FFP2-Maske fand ich zu krass. Wobei 06:30 Uhr ja missverständlich ist, meine Mutter wohnt ja nicht direkt neben dem Mehdornium. Ich startete am Samstagmorgen und ließ mir Zeit bis Sonntagmorgen. ;-)
Meine Fahrt begann, indem ich in der Gruft des Mehdorniums einen Alten Mann (401) gen Süden enterte. In exakt 4:30 h führte die ereignislose Fahrt bis ins Herz des Schwarzen Kontinents. Dort hatte ich zur Sicherheit 1½ h Umsteigezeit. Weiter ging es im Brenner-EC (die Strecke kenne ich ja nun auch schon bis zum Erbrechen^^). Das blöde an der Zettelwirtschaft der Ösis ist, dass kein Gelegenheitsfahrer das rafft. Abfahrt in München war mit + 8 wegen Wartens auf Anschlussreisende. Die deutsche Zugchefin konnte kein Italienisch. :-O In Kufstein kam eine neue Zugchefin (auch Deutsche), die ihre Ansagen nun nur noch einsprachig machte. :-s Allein zwischen Wörgl & Jenbach (13 min planmäßige Fahrzeit) wurden 3 oder 4 min Verpätung aufgeholt. :-O Damit war der Zug wieder pünktlich. Im Laufe der Durchquerung Tirols leerte er sich deutlich (es war Samstagnachmittag), zwischendurch hatte ich mal kurzzeitig einen Niederländer in meinem Abteil, ab Innsbruck gab’s ein Einzelabteil.
Eine Grenzkontrolle gab’s keine, Abfahrt am Brenner war bereits 2 min vor Plan! :-O In der einsetzenden Dunkelheit ging es hinab ins Tal und schließlich nach Bozen, wo ich ausstieg.
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2 – 3 Meine Reise beginnt mit einer Fahrt über die Stadtbahn der Happy Hipster
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4 Spiegelung
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5 – 6 Das Mehdornium
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7 Alter Mann in der Gruft
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8 Mumps-Korrespondenz in Erfurt
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9 Über die RbTW (Rennbahn Thüringer Wald)
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10 Der Staffelberg am Südende der RbTW
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11 Herbst im bayrischen Inntal
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12 Hier sind wir schon in Österreich
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13 Die Alpen
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14 Farbenfroher Herbst
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15 Messezentrum Innsbruck
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16 Das Stift Welten und die Schischprungschanze Bergisel
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17 Zugbild
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18 Bergwelt am Abend ist erquickend und labend
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19 Der Brennersee nicht weit vor der Passhöhe
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20 Das ehemalige Bahnhofsgebäude am Brennersee
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21 Aufenthalt auf der Passhöhe
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22 Angekommen 1105 m tiefer
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23 Bahnhofsbild

In Bozen geh ich erstmal was futtern. Dabei wurde ich zum zweiten Mal in Italien nach meinem Green Pass (Anti-Seuchi-Nachweis) gefragt. Ich war zwar seit dessen Einführung insg. erst 30 h in Italien, aber nun war ich in Italien bereits häufiger danach gefragt worden als in Deutschland. Generell wurde ich während des folgenden Urlaubs jeden Tag mehrfach (!) gefragt: stets drinnen im Restaurant, in allen Museen sowie in allen Fernzügen. Der Code wurde jedes Mal eingescannt (das Vorzeigen eines veralteten Testergebnisses wäre also aufgefallen), mein Ausweis wurde aber nie dazu verlangt. Im Restaurant lernte ich, dass Spätzle auf Italienisch „Gnocchini“ heißen (also kleine Gnocchi^^).^^ Im Restaurant hörte man überhaupt kein Deutsch! Die Einwohnerschaft von Bozen ist ja zu 75 % italienischsprachig (auch wenn das Umland meistens deutschsprachig ist), und Touristen waren Ende Oktober keine mehr unterwegs.
Gestärkt stiefelte ich danach eine kurze Runde durch Bozen.
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24 Gnocchini/Spätzle^^
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25 Laubengasse/Via dei Portici
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26 Rathaus in Pink
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27 Haus über Straße
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28 Passeggiata rund um die Piazza Walter von der Vogelweide vor der Kulisse des Doms Maria Himmelfahrt

Dann begab ich mich wieder zum Bahnhof, um mich weiter Richtung Süden vorzuarbeiten. Dazu blieb ja inzwischen nur noch der Nachtzug. Auch hier ist der Green Pass Pflicht, obwohl in fast allen Regionen nur Einzelabteile gebucht werden können – es ist eben ein Fernzug. Bei meiner kurzfristigen Buchung war der Schlafwagen sogar ein wenig günstiger als der Liegewagen (90 € statt 95 € eine Woche im Voraus; aber München – Venedig sieht man im Liegewagen mit drei Fremden im Abteil zumindest Fr Abend auch selten für unter 80 €), da sagte ich nicht nein. Eine Dusche gab’s aber nicht, denn die italienischen Nachtzüge haben nicht die Aufgabe, Geld zu verdienen, sondern die politische Aufgabe, das langgestreckte Land mit seinen enormen Nord-Süd-Unterschieden zusammenzuhalten, indem sie regelmäßige, erschwingliche Verbindungen bieten. Der Nachtzug von Rom nach Bozen fährt nur am Wochenende. Hat auch gute Anschlüsse weiter nach Süditalien. Damit gelangen also italienische Touristen nach Südtirol, sodass die Südtiroler nicht auf die Idee kommen, sich von Italien abspalten zu wollen. ;-) Die Züge nach Sizilien (drei Zugpaare pro Nacht) sind teilweise sogar zeitlich durchaus konkurrenzfähig mit dem Flugzeug, wenn man in einer kleineren Stadt startet und ebenso eine kleinere Stadt mit Bahnhof ohne Flughafen als Ziel hat und sich nicht die Nacht um die Ohren hauen möchte, weil man extrem früh zum Flughafen fahren muss. Nach Apulien (eher arme Region, kein Durchgangsverkehr, keine Hochgeschwindigkeitsstrecken) fahren jede Nacht ebenfalls drei Züge: einer aus Turin (an Mailand vorbei), einer aus Mailand mit vielen Zwischenhalten und einer aus Mailand mit wenigen Zwischenhalten, aber Umweg über Tarent. Zudem am Wochenende noch ein Nachtzug aus Rom nach Südapulien. Daran sieht man sehr schön, dass das politisch gewollt ist. Angebunden werden aber nicht nur die armen Regionen im Süden, sondern auch das wohlhabende Friaul-Julisch Venetien im Nordwesten (jede Nacht ab Rom). In italienischen Schlafwagen ist der Traum von Usbekinnen wahr geworden: Es gibt getrennte Männer- und Frauentoiletten. (In der Kyzylkum-Renne wurde ich damals gefragt, ob das hier das Damen-WC sei. :D) Mit der Strecke Falconara Marittima – Orte konnte ich durch die Benutzung des Nachtzugs sogar noch etwas neue Strecke mitnehmen. B-) Durch den großen Umweg beträgt die Fahrtzeit 8½ h (21:30 – 6 Uhr). Ab Orte nutzt der Zug für das letzte Stück nach Rom die Rennbahn, obwohl die Wagen nur 160 können. Die Ankunft in Rom war sogar 5 min vor Plan. -.-
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29 Die gerade angekommene Renne aus Mailand nach Bozen verkrümelt sich
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30 Hier kommt sie zurück (sieht schneller aus, als es tatsächlich war^^)
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31 InterCity Notte
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32 Mein Nachtlager. „Single Deluxe“ (das heißt einfach Schlafwagen statt Liegewagen^^) ohne Dusche
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33 Die Kopfkissen in italienischen Schlafwagen haben ernsthaft einen Mikrochip. Damit die niemand klaut :D
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34 Ich glaube, mein Zug hat sich verfahren^^
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35 Kekse zum Frühstück <3
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36 Da wünscht man sich einmal ne Verspätung, und dann hat das Ding sogar – 5
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37 Zu unchristlicher Zeit in Rom
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38 Es geht direkt weiter
Da Sonntagmorgen noch nicht viele Rennzüge unterwegs sind, war es schneller, mit dem IC weiterzufahren. Der Anschluss war zwei Gleise weiter, leider nicht bahnsteiggleich. Bei der Abfahrt gab’s aus unbekannten Gründen schon + 4, diese wurden im Laufe der zweistündigen Fahrt auf + 8 verdoppelt.
Exakt 23 h nach Abfahrt bei den Happy Hipstern kam ich nun bei Pizza & Pizzo in Neapel an.
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39 Es gibt tatsächlich Reichtum und Wohlstand in Süditalien
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40 Das Mittelmeer bei Formia
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41 Angekommen in Neapel
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42 Neapolitanische Tram
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43 Meine Route

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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