NL: die teuerste Bahn Europas? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 03.11.2022, 13:14 (vor 1299 Tagen) @ gnampf

Hallo gnampf,

Ergo: [2] so billig wie mit der Bahn in NL kann man doch gar nicht unterwegs sein. [1] 'nen Code für die Sperren sollte man ja leicht bekommen können. Der von meinem Interrail wird vermutlich mehrere Jahre gelten, nachdem er ohne Bezug zur tatsächlichen Fahrkarte auf dem Umschlag aufgedruckt ist.

Zu 1: da habe ich andere Erfahrungen. Mein KeyCard, im "DrogenExpress" erhalten, funktionierte drei Tage nachher schon nicht mehr. Also darauf würde ich mich nicht verlassen.

Zu 2: da lese ich andere Geschichten. Unsere Bahn sei die teuerste Europas. 1, 2, 3 (Premium?). Erst recht wenn man den Sparkurs betrachtet in Relation zu ständig steigenden Preisen; dazu sind Quellen 1 und 2 vor der Pandemie entstanden; als von einer Personalkrise noch keine Rede war.

Quelle 1
Antwerpen-Gent (BE) und Amsterdam-Den Haag (NL) sind gleich lange Strecken; dennoch bezahlt Kamiel (BE) 174 und Jan (NL) 371 Euro pro Monat. Angeblich wird Kamiel in Gegensatz zu Jan vom Staat quersubventioniert.
Preissenkung macht die Öffis beliebter, aber der Strassenverkehr wird dadurch nicht weniger. Wenn nicht ausreichend Sitzplatzkapazität eingesetzt wird (obwohl sie vorhanden ist), kommt es zu vollen Zügen, und wird Jan das Auto bevorzugen, auch wenn die Öffis kostenlos wären.

Quelle 2
Der Vergleich einiger 150 km Reisen hinkt. In UK ist der Bahnverkehr in den Händen der Privaten. Tickets können sehr billig oder sehr teuer sein, je nach Zeitlage und Aufkommen. In grossen Ländern wie DE/FR ist eine 150 km Reise selbstverständlicher als bei uns in NL. Dennoch sind DE/FR nur geringfügig preiswerter.
Brüssel-Eupen ist deutlich runter, aber diese Verbindung gibt es auch nur stündlich, während Amsterdam-Weert halbstündlich angeboten wird (auch wenn die Personalkrise bei der NS derart gravierend wäre, dass sie maximal abstufen müssten).

Quelle 3 ist eine Kolumne von einer ehemaligen NS-Vorsitzenden. Also dass ein typischer Zug in UK wegen Gewinnmaximierung "ausgeschlachtet" sei, kann ich nicht bestätigen. Der Fernverkehr verkehrt s.i.w. mit neuen modernen Zügen.
Liberalisierung des internationalen Fernverkehrs wird hier kritisiert anhand des "Fyra-Debakels". Meiner Meinung nach ist es eher andersrum: hätte man auch ausländischen Parteien den Betrieb gegönnt, dann hätten auf der HSL-Zuid auch TGV Duplexe und ICEs verkehrt, und würden im nationalen Betrieb nicht 15 Jahre lang Surrogatzüge verkehren.
Die Verfasserin behauptet auch, dass arriva und Keolis eine Aufteilung des Kernnetzes nachstreben, während Mutterunternehmen DB und SNCF (fast) ein Monopol auf deren Fernverkehr haben. Auch dieser Vergleich hinkt, denn "IC" ist nicht gleich IC. Bei uns ist der IC eher was in Deutschland ein RE und in Frankreich ein TER ist. In NRW sind mehrere Unternehmen für die RE-Linien verantwortlich; diese sollen auf RRX umgestellt werden und nach NL-Vorbild verkehren (also nicht mehr willkürliche Stundentakte, sondern 30- und 15-Minutentakte). Wenn das in NRW geht, wieso denn in NL nicht?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum