NL: 06.09 - 01.10 wieder 10-Minuten-Takt (ETMET) (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Freitag, 04.06.2010, 00:07 (vor 5858 Tagen) @ Oscar (NL)

Man kann ja von uns lernen, genauso wie CH 1982 unser aus 1938 stammenden Konzept übernommen hat.

Der nationale Taktfahrplan war definitiv von den Niederlanden abgeschaut. Der spätere integrale Taktfahrplan war aber meines Wissens eine Schweizer Innovation.

Der 10-Minutentakt ist selbstverständlich nicht landesweit.

Genausowenig natürlich der 15'-Takt in der Schweiz. Bisher weiss ich's nur von Winterthur-Zürich-Bern-(Lausanne?) und von Zürich-Luzern.

In der Enddarstellung durfte es wohl eher ein 9-9-12 Takt werden

Schade. Ein sauberer 10-Minuten-Takt hätte den Vorteil einer hervorragenden Merkbarkeit: '01, '11, '21 und so weiter. Ich zumindest gehe auch bei einem solchen Takt noch gezielt zum Bahnhof - bis zu 9 Minuten warten ist mir zuviel.

Allerdings sind die Geschwindigkeitsunterschiede null: IC und RB fahren beide 140 km/h; nur die Anzahl der Halte ist unterschiedlich.

Das erklärt teilweise, wie man so viele Züge auf die Strecke bekommt: Relativ langsame IC und relativ schnelle (wenige Halte) RB. Zwischen Utrecht und S-Hertogenbosch hält der IC null mal, die RB aber auch nur zweimal. Das finde ich sehr wenig: Im Schnitt ein Halt pro 14 Minuten! Zum Vergleich: Eine typische Regionalbahn - hier S-Bahn genannt - in Zürich hält alle 4 Minuten (und muss daher auch spurtstark sein, alle schaffen 1.1 m/s² - Vergleich VIRM?). Vermutlich ist das ein Faktor für die bessere Akzeptanz der Bahn in der Schweiz: Kurzer Weg zum Bahnhof.

Im Testbetrieb werden die DD-AR und Schienenbananen auf spurtstarke ET425NL umgestellt und die Folgezeit von 5 auf 2 Minuten verringert.

Genauso hat übrigens der FLIRT angefangen: Die Stadtbahn Zug brauchte ein Gefährt, welches schnell genug beschleunigte, um viele Halte in den Lücken zwischen den habstündlichen ICs machen zu können. Und er schafft das: Auf dem nur zweispurigen Gleis hält er während 36 Minuten alle 2.5 Minuten, ohne sich überholen lassen zu müssen. Respektabel.

Einige Bahnübergänge werden wohl sehr langer Zeit geschlossen sein, etwa 45 Minuten pro Stunde. Auch befürchten manche Gemeinden ein Übermaß an Schallproduktion.

In der Schweiz sind die Hauptstrecken glaube ich frei von Bahnübergängen - dafür aber nicht durchgehend vierspurig.

Zudem muss auch einiges geopfert werden.

1. Der Fahrplan wird in festen Korridoren gestaltet. Das bedeutet, dass die Anzahl der Linien verringert, die Linien dafür aber öfter verkehren -> die Anzahl der Direktverbindungen wird kleiner.

Bei so kurzen Wartezeiten wohl ein akzeptabler Kompromiss. In St. Gallen gibt's übrigens in ein paar Jahren einen anti-ITF: Die Regionalbahn fährt im 15'-Takt, trifft zur "falschestmöglichen" Zeit ein (8' vor und 7' nach der Knotenzeit) und fährt sofort weiter. Solche Kontstrukte gehen erst mit gutem Takt, da bietet sich natürlich der 10'-Takt perfekt an.

Bedauerlich nur, dass man mit einem solchen Takt eigentlich gar keinen ITF mehr braucht :) Wobei das Zürcher Tramnetz, mit 7' oder 10'-Takt, immerhin noch 3 ITF-Knoten hat.


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