Großraumwagen: wie man es sich gerade zurechtbiegt (Allgemeines Forum)

Hustensaft, Mittwoch, 21.04.2021, 20:37 (vor 21 Tagen) @ LENZN

...dann wird bei Neubeschaffung von Fernverkehrsfahrzeugen mit Großraumwagen womöglich jeglicher Infektionsschutz wieder ignoriert?


Ja weil man nicht heute bestellt und die Züge morgen auf der Matte stehen. Mit den fortschreitenden Impfungen wird auch keiner bei der Bahn AG davon ausgehen, dass die heutigen Maßnahmen auch in 2025 und später in der Form bestehen bleiben. Es wird gab ein Leben vor Covid19 (und nach anderen Seuchen) und es wird auch ein Leben nach Covid19 geben. Deshalb halte ich es für nicht notwendig in Neubestellungen, die irgendwann nach 2025 ausgeliefert werden Pandemien zu berücksichtigen.

Ja, es wird ein Leben nach Covid-19 geben - zugleich ist nach der Pandemie aber vor der Pandemie, im statistischen Durchschnitt gab es ungefähr alle zehn Jahre größere Krankheitswellen, wo Abteile dann doch klare Vorteile haben; zukunftsorientierte Lösungen, zumal Züge in der Regel 30 Jahre plus leben (also bis mindestens 2055 im Einsatz sein werden), die auch bekannte Eventualitäten einkalkulieren, wären also sehr klug.

Ja die Abteile erfreuen sich immer noch an Beliebtheit. Aber ich würde nicht davon ausgehen, dass ein Drittel der Fahrgäste gerne in Abteilen reisen. Im Moment sind sie beliebt, wenn man ein Abteil für sich alleine hat und wirtschaftlich kann das schon gar nicht sein. Der Großraum hat auch seine Vorteile. Ich persönlich würde einige Abteile über die ganze Zuglänge verteilen aber längst nicht in der Anzahl eines ICE1 und dann auch bitte nur mit 4 statt 6 Sitzen und mehr freien Flächen im Abteil, denn auf den Mittelsitz setzte ich mich nicht besonders gerne.

Na ja, selbst die Bahn verlautbarte ja immer, dass 20 % der Fahrgäste Abteile bevorzugen, hat die aber dennoch immer mehr abgeschafft; ein Fünftel der Fahrgäste ist schon eine Hausnummer. Und sicher wären die Abteile optimierbar (Stichwort Mittelplatz), der Großraum hat seine Vor-, aber auch durchaus erhebliche Nachteile; die optimale Lösung gibt es nicht, aber gerade deshalb sollte man vielleicht auch die Varianten vorsehen, welche die Kunden wirklich wollen (ein gutes Unternehmen orientiert sich an den Kundenwünschen und zwingt nicht die Kunden, sich an den Unternehmensvorstellungen zu orientieren - das hat auch etwas mit Kundenfreundlichkeit zu tun). Wenn übrigens etwas unwirtschaftlich ist, dann ist es die Fahrradmitnahme - wenig Einnahme bei großem Platzverbrauch -, dennoch sollte gut überlegt werden, ob nicht auch diesem Bedarf entsprochen wird.


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