Seltsames [SK]-Schlängeln im saublöden Seuchenjahr – Kap 4/5 (Reiseberichte)
Wir haben mittlerweile schon wieder Samstag.
Morgens ging ich zum Bahnhof. Wenn ich schon hier war, wollte ich natürlich auch nochmal mit einem der Ausflugzüge von ŽSSK über eine reaktivierte Strecke fahren. ;-) Drei davon gab es im Sommer in der Ostslowakei. I. d. R. wurde immer sonntags nach Muráň gefahren und samstags im Wechsel alle zwei Wochen nach Slavošovce oder Dobšiná. Da ich danach ja noch nach Niedersachsen wollte, blieb kaum Auswahl. Die Strecke nach Dobšiná hätte ich sehr schön gefunden, da sitzt man an der Endstation nämlich nicht fest, sondern die Bahnstrecke durchs Slowakische Paradies ist sogar zu Fuß erreichbar. Aber dafür war ich eine Woche zu spät dran. Die anderen beiden Strecken sind Sackgassen. Die längste der Strecken führt nach Muráň – dort würde morgen ein Zug fahren, aber da war ich schon verplant. Blieb nur die Strecke die Strecke nach Slavošovce. Vorteil: Hier gibt es eine Alternative zur sechsstündigen Wendezeit, die bei allen Strecken eingelegt wird. Nachteil: Wenn man diese Alternative nutzt, fährt man nicht die gesamte Strecke. Ich gab mich damit zufrieden, nur 17,4 km der 23,8 km langen Stichstrecke zu befahren. ;-) Es wäre äußerst blöd gewesen, diesen Zug verpassen, denn es war der letzte dieses Jahr. ;-) Noch blöder wäre es freilich, die Rückfahrt zu verpassen, denn ob man nächstes Jahr per Zug von dort wegkommt, weiß aktuell noch niemand. :D
Planmäßig wird für jene Ausflugszüge ein stinkendes Urzeitmonster vor recht moderne Wagen gespannt. Aber an meinem Tag war wohl irgendwas kaputt, jedenfalls bekam ich die gefühlt hundertste Brotbüchse – siehe auch hier… -.- Kurz vor acht startete der Zug und fuhr die Südstrecke Richtung Westen. Hier war ich noch nie bei Tageslicht langgefahren. In Rožňava stiegen ein Deutscher und ein Schweizer ein, die sich miteinander über Streckenkunde unterhielten – genau solche Freaks wie ich. :-O Einer von ihnen konnte (immerhin) in ganz gebrochenem Slowakisch mit dem Kin kommunizieren. Nach 1:15 h gab es 10 min Kunstpause in Plešivec, bevor der Zug die Hauptbahn verließ und in die Stichstrecke einbog. Hier war der PV 2003 eingestellt worden, wie auf vielen anderen Nebenstrecken. Selbst wenn es hier in den letzten Jahren immer mal wieder Sonderfahrten gegeben hatte (teilweise sogar über mehrere Wochen hinweg mit festem Fahrplan), finde ich die logistische Leistung, für wenige Züge im Jahr einen Fahrplan zu bauen sowie Material und Personal bereitzustellen (letzteres sollte ja auch Streckenkunde haben) nicht zu verachten! Der Zug fuhr tatsächlich mit 60 km/h durchs Tal, das müsste die Streckenhöchstgeschwindigkeit sein. Auch in diesem Ausflugszug war die Auslastung nicht sonderlich hoch (max. 20 %). Während des Haltes in Plešivec hatte jemand den Tf gefragt, ob er auch in Kunova Teplica hält. Der Tf schaute nach und sagte, nein, er fährt dort durch. Also ich hätte es in Ordnung gefunden, wenn wir dort gehalten hätten. Hier ist der Fahrplan ja wirklich egal. :D An einem Bahnübergang stand ein Stinktier mit Zittauer Kennzeichen und daneben ein älterer Herr mit Kamera Richtung Zug – ich vermute da mal ganz fuchsig einen Zusammenhang. ;-) Der hätte bestimmt auch lieber ein Urzeitmonster gehabt statt der Doppeldoppelbrotbüchse. -.- Da, wo die App CP den Bahnhof Štítnik in der Karte eingezeichnet hatte, rauschten wir einfach durch. :D Kurz darauf hielten wir und ich stellte fest, dass sich dort, wo der Bahnhof in der App eingezeichnet war, früher der Haltepunkt Štítnik mesto befunden hatte.^^ 25 min nach Abfahrt in Plešivec wurde immer noch pünktlich Ochtiná erreicht, wo ich und viele andere den Zug verließen. Ich ließ die Weißhaarigen ziehen und vernichtete das Lunch-Paket aus dem Hotel, bevor ich mich auch auf den Weg machte.
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301 Versprochen wurde ein stinkendes Urzeitmonster mit modernen Wagen, die sogar WLAN bieten sollten. Stattdessen gibt's zum 100. Mal dieses Gerümpel. -.-
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302 Nostalgische Wagen gibt’s da drüben
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303 Hier steht mittig der Schnellzug über die Hauptstrecke (via Poprad, Žilina, Trenčín & Trnava) nach Bratislava, rechts daneben der 861er als Ausflugszug ins Slowakische Paradies
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304 – 305 Das gigantische Stahlwerk
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306 Weiter westwärts
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307 Das hintere Tal der Turňa
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308 Die Spannung steigt!
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309 Die exotische Strecke ist blumenbestanden
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310 Sie führt durch ein Tal (ok, das ist in dem Land alles andere als exotisch :D)
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311 Nicht schön, aber selten ;-)
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312 Ankunft in Ochtiná
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313 Ich dachte, wenn ich die Strecke nicht bis zum Ende fahre, wird das Bahnhofsrätsel noch schwieriger, aber nein -.-
Um zehn machte auch ich mich auf den Weg hinauf zur Aragonithöhle von Ochtiná. Ich peilte die Führung um zwölf an. Laut Google waren es 8,6 km sowie 400 Höhenmeter bergauf & 50 Höhenmeter bergab. Der vorgeschlagene Weg führte ziemlich weit außen rum, ich hoffte, dass ich wenigstens die Entfernung kürzen können würde. Einen entsprechenden Abzweig fand ich auch, jener Weg war aber nicht passierbar, weil völlig zugewuchert. Beschilderung gab es übrigens nirgendwo.^^ Ein paar Mal fragten mich Leute aus dem Zug nach dem Weg, ich meinte, ich wisse es auch nicht und verlasse mich bloß auf Google. :D
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314 – 315 Die Kirche von Ochtiná
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316 Dieser „Weg“ wäre wohl kürzer gewesen^^
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317 Ausblick von unterwegs
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318 – 319 Da unten ist Ochtiná
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320 Oben angekommen!
Bereits nach 1:45 h Wanderung erreichte ich die Höhle und stellte deprimiert fest, dass es keine Führung um 12 gab, sondern nur um 12:30 Uhr. Das müsste immer noch reichen, um früher als geplant zurück zu fahren… Ich brauchte erstmal eine Pause… 12:20 Uhr kaufte ich das Ticket für die Führung. Dummerweise war in der Führung um 12:30 Uhr kein Platz mehr frei. -.- Erst hieß es, dass es um 12:40 Uhr noch eine Führung geben werde, aber dafür waren wir dann zu wenige Leute. Eventuell werde es demnächst nochmal spontan eine Führung geben, wenn sich genug Leute finden. Auf jeden Fall würde es um 14 Uhr noch eine Führung geben. Na toll. Ich versuchte, etwas zum Essen zu finden. Von 2015 wusste ich, dass es in der Nähe ein Hotel mit Restaurant gab. „In der Nähe“ ist relativ, immerhin 1,5 km entfernt. Dort angekommen stellte ich fest, dass eh nicht mehr genug Zeit für ein Hauptgericht war. Ich fragte an der Rezeption, und die Dame erklärte mir äußerst unwirsch, jetzt seien erstmal die Hotelgäste dran, ich könnte es vielleicht um 14 Uhr nochmal probieren. -.- Hungrig lief ich zurück zur Höhle. Die Führung um 14 Uhr musste pünktlich sein, sonst käme ich nämlich heute nicht mehr hier weg. :-/ Das war sie zum Glück auch. Löblich finde ich übrigens die Kommunikation, dass während der gesamten Führung eine Maske zu tragen ist und Menschen, die ein Attest vorweisen, dass sie keine Maske tragen können, dann eben nicht an der Höhlenführung teilnehmen können. (Wenn ich ein Attest habe, dass ich keine Badehose tragen kann, darf ich ja auch nicht nackt ins Schwimmbad – obwohl ich dabei ja nicht einmal jemanden gefährden würde. :p). Charakteristisch für die Höhle sind die weißen Gesteine mit interessanten Formen. Solche Aragonit-Höhlen gibt es nur drei auf der Welt, die anderen beiden sind in Lateinamerika. Leider abschreckende Nachrichten für Interessiere: Die Erreichbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln ist hundsmiserabel, und die Führungen finden nur auf Slowakisch statt. Wer damit kein Problem hat, dem sei ein Besuch aber sehr ans Herz gelegt!
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321 Innen wird’s schöner ;-)
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322 – 326 Sag ich doch O:-)
Von Samstagmittag bis Sonntagmittag gab es nur zwei Möglichkeiten, von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Košice zu kommen… Selbst dazu muss man erstmal 2,5 km vor zur Straße laufen.^^ Die erste Möglichkeit klappte nach der verpassten Führung von 12:30 Uhr nicht mehr. Nach der Führung hatte ich 35 min Zeit, die 2,5 km zu laufen, ansonsten müsste ich in diesem Wald übernachten. :D Es klappte.^^ Ich wartete sehr nervös 3 min auf den Bus, mit dem ich dann 10 min in die eigentlich entgegengesetzte Richtung hinunter ins Tal nach Jelšava fuhr. In diesem Ort mit gut 3.000 EW hatte ich nun 70 min Wartezeit. Ich freute mich sehr auf einen Restaurant-Besuch, der Hunger war ja in der Zwischenzeit nicht weniger geworden. Doch das ganze Kaff war komplett tot. Das erste Restaurant lt. Google erwies sich bloß als ein Wohnblock, von einem Restaurant keine Spur. Da, wo das zweite Restaurant eingezeichnet war, stand eine Polizeistation – keine Spur von Restaurant. An der Stelle des dritten Restaurants war eine Pension, die auch ein Restaurant hatte – aber sie war geschlossen. Direkt an der Bushaltestelle war auch ein Restaurant, das nirgendwo eingezeichnet war, aber natürlich auch geschlossen... -.- Wenigstens fand ich einen Kiosk. Der hatte nicht einmal Sandwiches. In meiner Verzweiflung kaufte ich drei Bananen und vernichtete sie direkt. :D
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327 – 328 Restaurierungsbedürftige Architektur am Platz der Republik in Jelšava
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329 An der Bushaltestelle von Jelšava
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330 – 331 Der helle Turm gehört zur Evangelischen Kirche, die beiden ockerfarbenen Türme im Hintergrund gehören zur Kirche des Hl. Peter & Paul
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332 Auch hier gibt es eine Bahnstrecke. Der nächste Zug fährt allerdings erst morgen, der übernächste nicht mehr im selben Jahr…
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333 Leider war sogar der zweite Tod im Rätsel lösbar, hmpf…^^
Von Jelšava gab es zwei tägliche Direktbusse nach Košice: nachmittags und nachts. Erst ein Blick in die Details der Verbindung offenbarte als Betreiber ausgerechnet Flixbus. :-O Die Flixbus-App wollte mir ein Ticket für 9,99 € verkaufen, das hielt ich für übertrieben. Ich löschte die App direkt wieder und beschloss, das Ticket beim Fahrer zu kaufen. Etwas nervös fragte ich mich, ob der Bus ohne weitere Zusteiger überhaupt hier anhalten würde. Auf der Flixbus-Seite kann man die Pünktlichkeit der Busse einsehen. Für meinen Bus stand dort, dass er an den letzten Zwischenhalten immer pünktlich war. Darunter war eine Karte, wo sich der Bus gerade befindet. Bloß beides passte irgendwie nicht zusammen. Tatsächlich hatte der Bus eine halbe Stunde Verspätung. :D Fahrer & Steward waren beide Tschechen, der Bus kam ja aus Prag. Der Fahrer trug kein Maultäschle. -.- Ich kaufte mein Ticket wie in der Slowakei üblich beim Fahrer und zahlte 6,50 €. :p Auf dem Ticket stand nicht einmal der Name von Flixbus. :p Eine innerslowakische Mitfahrt war nur auf dem hinteren Abschnitt möglich, der die kleinen Ortschaften mit Košice verbindet (weiß nicht mehr genau ab wo, der Bus fährt mittlerweile nicht mehr), wahrscheinlich werden die Tickets hier wie auch bei den anderen Überland-Bussen subventioniert. Eine Reisende stieg in Jelšava aus – mein Beileid… Mit mir waren sieben Fahrgäste an Bord. Die Fahrt nach Košice sollte nicht ganz 2 h dauern, tatsächlich war der Bus sogar eine Viertelstunde schneller.
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334 Ich hab’s getan :-O
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335 Groß andere Möglichkeiten hatte ich auch nicht. :D Die erste Verbindung um halb zwei hatte ich angepeilt, aber nach den Verzögerungen in der Höhle verpasst. Bis nachts halb vier wollte ich nicht warten - zumal das dann auch Flixbus gewesen wäre.^^ Und die Verbindung morgens würde fast 6 h dauern (via Poprad). :D
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336 Blick hinab ins Tal des Štítnik, wo auch der gleichnamige Ort liegt
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337 Die Kirche von Štítnik
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338 Die Straße trifft aufs Tal der Turňa
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339 Nochmal am Stahlwerk vorbei
In Košice kaufte ich statt geplantem russischem Wodka nun Tatratea, um mit dem Endgegner unter den Jahren klarzukommen. -.- Er reichte bis wenige Stunden nach dem Jahreswechsel...
Abends streifte ich nochmal durch die Innenstadt.
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340 Die Singenden Fontänen vor der Oper von Košice
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341 Die Fassade des Doms bei Nacht
Heute war ich tatsächlich nur einmal Zug gefahren. :D Dafür war heute einer von nur zwei Tagen in den letzten anderthalb Jahren (länger habe ich den Schrittzähler nicht), an dem ich mehr als 30.000 Schritte machte. :-O
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Krümelmonster,
13.02.2021, 11:44
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