Das Stück Land im Meer Kritisieren? Nein: Die Insel Rügen! (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Sonntag, 17.01.2021, 10:39 (vor 1892 Tagen) @ Krümelmonster

Wir schreiben Sonntag, den 1. März des Jahres, dessen Name nicht genannt werden darf. Die Zahl der gemeldeten Fälle von Covid-19 in Deutschland war seit dem Vortag von 79 auf 130 gestiegen. Was das bedeuten würde, konnte damals wohl niemand auch nur ansatzweise voraussehen…

Mit dem Monatswechsel war auch das schlechte Wetter verschwunden. :-) So machte ich mich gleich ganz früh am Morgen auf zum Strand, um dem Sonnenaufgang beizuwohnen. Verschwunden waren zwar die Wolken, aber arschkalt war es kalt immer noch, in Verbindung mit dem Wind am Meer wirklich nicht angenehm. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich’s gemacht hab. ;-) Auf dem Weg zurück ins Hotel zur warmen Dusche fotografierte ich noch etwas die Bäderarchitektur in Sellin.
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35 Die Seebrücke von Sellin
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36 Blick zurück aufs Land
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37 Morgenstund ist kalt wie Hund
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38 Endlich: der Sonnenaufgang! Viel länger hätte ich bei der Temperatur und dem Wind auch nicht mehr durchgehalten. :D
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39 – 43 Aber es hat sich gelohnt!
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44 – 48 Bäderarchitektur in Sellin
Der erste Zug von Sellin Richtung Rest der Welt fährt im Winter erst nach 10 Uhr. Allerdings schaut derselbe Zug bereits um kurz nach 9 im Ort vorbei, um zur Endstation Göhren zu fahren. Die Gelegenheit wollte ich nutzen, die Strecke komplett zu befahren. ;-) Nachdem ich gestern bis Sellin-Ost gefahren war, lief ich heute Morgen zunächst bis Sellin-West.^^ Dort angekommen stellte ich fest, dass a) ein Ticket ab hier nach Göhren doppelt so viel kostet wie ab Sellin-Ost und b) ich so früh dran war, dass ich ohne Probleme noch nach Sellin-Ost laufen konnte. :p Also fuhr ich ab Sellin-Ost mit dem ersten Rasenden Roland des Tages 14 min bis zur Endstation Göhren, wo wir beide die halbstündige Wendezeit abwarteten.
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49 Sellin-West
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50 Ich lief lieber nach Sellin-Ost^^
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51 Service-Bahnhof
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52 Die trinkt ja so viel wie ich auf der Weihnachtsfeier. Oder an Silvester in der Wüste. ;-)
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53 Verschnaufpause
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54 – 55 Da macht sie den Abdampf
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56 Zurück in alter Stärke
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57 – 59 Neid-Objekt aller Kettenraucher
Anschließend befuhr ich die Strecke des Rasenden Rolands einmal auf gesamter Länge. Die Fahrt dauert 1:13 h und kostet 12 € (weiß nicht, ob es da Unterschiede zwischen Neben- und Hauptsaison gibt). Tickets kauft man im Zug beim Personal. Landschaftlich war es ganz nett (zumal bei Sonnenschein), aber nicht spektakulär. Das eigentliche Erlebnis war eher der Zug an sich, aber dafür kann ich mich ja bekanntlich nicht ganz so sehr begeistern wie die meisten anderen hier. ;-)
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60 Landschaft in Ostrügen
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61 Während des Haltes stand der letzte Wagen noch aufm BÜ :D
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62 Sellin-West
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63 – 68 Sonnenwald
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69 – 70 Zugkreuzung in Binz
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71 – 72 Dreckschleuder :-/
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73 – 74 Dampfend Richtung Inselmitte
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75 Unsichtbare Lok^^
Schließlich wurde der Endbahnhof Putbus erreicht. Hier bestand ein bahnsteiggleicher 5-min-Anschluss zum Zu(g)bringer-Schüttel der Pressnitztalbahn (selber Betreiber wie der Rasender Roland). Trotz Ankunft des Dampfers mit + 2 reichte die Zeit noch, dass der Tf des Schüttels vor pünktlicher Abfahrt die Tickets aller Reisenden einscannen konnte.^^ Gern hätte ich auch die Strecke nach Lauterbach mitgenommen, aber es war schon kurz nach elf und ich wollte ja heute noch nach München. Deshalb ist Putbus – Lauterbach nun die einzige Vollbahn auf einer deutschen Insel, die ich noch nie gefahren bin.^^ Stattdessen fuhr ich nonstop in 9 min in die Inselhauptstadt Bergen im Zentrum der Insel. Statt die Zeit hier abzusitzen, wählte ich den knappen Umstieg ins Vehikel mit südöstlichem Migrationshintergrund nach Rostock, denn dort wohnt eine befreundete ehemalige Kollegin. Die Fahrt dauerte knapp anderthalb Stunden. Genauso lange hatte ich dann dort Aufenthalt und bekam die sehenswerte Altstadt gezeigt.
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76 Rechts das Vehikel, mit dem ich in die Inselhauptstadt kam, links der Ösi Richtung Österreich
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77 – 78 Stralsund
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79 Wie beleidigen sich Bäume gegenseitig? – „Ey, du …!“
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80 Am Rohen Stock
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81 – 82 Der Marktplatz
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83 Rostocker Rosa Rathaus
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84 Hier mit Tram
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85 – 87 Hübsche Altstadt
Da ich ja immer darauf aus bin, möglichst viele neue Strecken zu befahren, und mir Stralsund – Hamburg teilweise noch fehlte, fuhr ich rückzu nicht schon wieder über Berlin, sondern ab durch die Mitte. Halb drei setzte ich mich in einen Grünen Tee, in dem ich über 4 h lang bis Göttingen verweilte. Zunächst war die Fahrt wirklich langsam, Netzempfang oder WLAN faktisch nicht vorhanden. Erst nach über einer Stunde, als der Tee hinter Schwerin auf die Strecke Berlin – Hamburg einbog, änderte sich beides. Zu meinem Entzücken wechselte er in Hamburg-Rothenburgsort auf die Güterumgehung bis zur Strecke aus Harburg – so hatte ich nochmal gut 1 km neue Strecke (das ist für mich in Deutschland inzwischen wirklich nicht mehr sooo einfach^^). Exotischerweise sorgte der Hbf. vom Schinkencastle nicht für Verspätung, auch danach auf der Reise ging alles gut und Göttingen wurde gleich mal 4 min vor Plan erreicht. Ausgerechnet Göttingen als Umsteigeort hatte ich übrigens deshalb gewählt, weil das der einzige Bahnhof an der Rennbahn durch die Mitte Deutschlands ist, an dem ich noch nie umgestiegen war.^^ Ich find's ja faszinierend, dass man von Rostock nach Göttingen (Norddeutschland nach Norddeutschland) länger braucht als von Göttingen nach München (Norddeutschland nach Süddeutschland). Könnte auch damit zusammenhängen, dass tatsächlich die schnellste Route von Rostock nach Göttingen so hier aussieht:
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88 Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht? :D
Tatsächlich ist Rostock – Göttingen mit 487 km kaum kürzer als Göttingen – München (501 km), allerdings ja nur per Bahn. :-/
Eine knappe halbe Stunde nach Ankunft in Göttingen stieg ich in den ICE 2 aus Hamburg & Bremen nach München. Ob der hohen Auslastung wurde durchgesagt, man möge bitte Taschen und Gegenstände von den Sitzen entfernen, damit möglichst viele Fahrgäste einen Sitzplatz finden – auch eine Ansage, die wir danach für lange Zeit nicht mehr erleben sollten. :-/ Er startete mit + 2, überschritt aber seine Fahrzeit zwischen den Stationen jedes Mal um ein oder zwei Minuten. Irgendwann war Personalwechsel, der neue Zc begrüßte die Leute selbst noch nach 10 Uhr südlich von Ingolstadt mit „Moin Moin“ (so ein Schwätzer^^) und entschuldigte sich für die Verspätung, die zuvor gar nicht erwähnt worden war. :D Kurz vor Ankunft in München bedankte er sich per Ansage bei seinem gesamten Team und erwähnte jeden Mitarbeiter auf dem Zug mit Angabe der Position. Hatte ich ihn einzig anhand seiner Stimme zuvor als nicht allzu sympathisch eingeschätzt, fand ich diese Durchsage einfach super! Viertel vor elf wurde das Herz des Schwarzen Kontinents sodann mit + 8 erreicht. Bei bislang 10 Fahrten in dem Jahr hatte DB Fernverkehr eine Pünktlichkeit von gloriosen 40 % geliefert. :p (Bis zum Ende des Jahres wurden es immerhin 62 %.^^)

Insgesamt waren es an diesem Wochenende 12 Fahrten in 20:03 h (davon 1:51 h Zwischenhalte). Dabei legte ich 2.084 km zurück. Verspätet in der Ankunft waren zwei der drei Fahrten mit DB Fv, der Rest war pünktlich. :p

Es war wieder einmal ein mächtiger Wochenendausflug. Nur hätte ich das ganze noch deutlich mehr genießen können, wenn ich gewusst hätte, was danach folgt…

Es grüßt wie immer
Das Krümelmonster

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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