Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz (76 B.) (Reiseberichte)

TD, Sonntag, 27.12.2020, 18:39 (vor 1872 Tagen)

Hallo zusammen,

da wir derzeit auf Reisen verzichten müssen, bleibt mehr Zeit zum Aufarbeiten vergangener Reisen. Nach einer längeren Pause kommen wir nun in den Frühling 2019. Eigentlich haben wir jetzt ja Weihnachten, aber in so einem außergewöhnlichen Jahr darf man auch mal an Weihnachten Osterbilder zeigen.

Es gibt ein Reiseziel, das man nur an einem Tag im Jahr mit dem Zug erreichen kann, nämlich den Ort Bouzonville in Lothringen. Anlässlich des dortigen Karfreitagsmarkts verkehren vom Saarland aus Sonderzüge über die Grenze. Da nur ein Ziel etwas wenig ist, basteln wir rundherum eine dreitägige Tour zur Königsteiner Bahn, einer Landpartie durch Rheinhessen, die Pfalz und das Elsass und fahren mit einem der letzten „Intercités 100% Éco“ auf der Altstrecke von Paris nach Saverne.

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Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz nach Frankfurt und erkunden dann die Königsteiner Bahn, anschließend geht es über Umwege nach Saarbrücken. Der zweite Reisetag steht im Zeichen des Karfreitagszugs nach Bouzonville, weiter geht es durch die Pfalz ins Elsass und am Abend vom Strasbourg mit dem TGV nach Paris. Für die Heimfahrt am dritten Tag wählen wir den Intercity über die Altstrecke, machen einen Zwischenhalt in Saverne, fahren mit der Straßburger Tram bis zur neuen Endhaltestelle in Kehl und über die Schwarzwaldbahn zurück.
Die Tour fand überwiegend im April 2019 statt, einige Bilder habe ich im Mai 2019 und im September 2020 nachgeholt.


Tag 1: Konstanz – Stuttgart – Frankfurt – Königstein – Frankfurt-Höchst – Wiesbaden – Mainz – Alzey – Monsheim – Grünstadt – Freinsheim – Neustadt – Kaiserslautern – Pirmasens - Saarbrücken

Am ersten Reisetag haben wir ein volles Programm. Wir starten kurz nach sechs Uhr morgens in Konstanz, unser erster Zug ist ein IC 2, das ist eine der Leistungen auf der Gäubahn, die von bzw. nach Konstanz umgebogen sind.

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Ich lerne es wohl nie mehr: ich darf auf Bahnreisen keine karierten Hemden mehr tragen! Und schon habe ich gleich das erste Bild mit der schönen Morgenstimmung, als der Zug über die Rheinbrücke in Konstanz fährt, versaut. In zügiger Fahrt geht es nun nach Singen und dann auf die Gäubahn.

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Entlang des Neckars geht es nun nach Norden, beim nächsten Bild queren wir den Fluss in Horb. Rechts die Altstadt mit der Stiftskirche, oben am Berg der Schütteturm.

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Wenn man nur 8 Minuten Umsteigezeit hat, können die Wege in einem Kopfbahnhof ganz schön lang sein. Auf den Gang nur für ein Foto bis zur Spitze des ICE 4 verzichten wir deshalb und steigen gleich ein. Die Etappe von Stuttgart bis Frankfurt ist der letzte Fernverkehrsabschnitt für heute.

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Dieses Bild entstand auf der Schnellfahrtstrecke zwischen Stuttgart und Mannheim. Später werfen wir noch einen Blick ins ICE-Portal, wo es schon sehr österlich zugeht. Für die Ankunft in Frankfurt wird eine Verspätung von 4 Minuten prognostiziert – das ist noch in der Toleranz.

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Hier sehen wir schon unser nächstes Ziel: die RB 12 nach Königstein im Taunus. Das glaube ich zumindest zu dem Zeitpunkt als das Bild entstanden ist.

Das nächste Bild zeigt den Main. Wer schon mal versucht hat, aus fahrenden Zügen durch Gitterbrücken zu fotografieren, hat nun wahrscheinlich einen Verdacht. Und ja, zu diesem Zeitpunkt steht der Zug, die Einfahrt in den Hauptbahnhof von Frankfurt verzögert sich und die RB 12 fährt ohne uns ab.

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Und so können wir nun in aller Seelenruhe das Bild des ICE 4 nachholen und eine Runde durch den Bahnhof drehen. Auf der Dachmitte des Empfangsgebäudes steht die Figurengruppe „Atlas, die Erdkugel tragend, unterstützt von Dampf und Elektrizität“.

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Nun zu unserem eigentlichen Ziel: die Königsteiner Bahn. Ausgesucht hatte ich diese Strecke, weil hier mit den Dieseltriebzügen des Typs VT/VS 2E Fahrzeuge unterwegs sind, die für mich nicht alltäglich sind. Auf der Königsteiner Bahn sind sowohl die älteren VT/VS 2E als auch LINT im Einsatz. Besonders ärgerlich: der verpasste Zug war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Umlauf mit dem begehrten Fahrzeugtyp. Aber es bleibt ja noch Hoffnung auf die Rückfahrt – und sehen wir es positiv: den LINT der HLB kann ich jetzt abhaken, irgendwann wird man wahrscheinlich auch diesem Fahrzeug mal nachrennen.

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Die Fahrt geht zunächst nach Frankfurt-Höchst, wo die eigentliche Strecke der Königsteiner Bahn beginnt. Die Königsteiner Bahn wurde 1902 eröffnet, sie ist durchgehend eingleisig und nicht elektrifiziert. Anfangs führt die Strecke durch die Ebene des Rhein-Main-Gebiets, dann geht es entlang des Liederbachs in den Taunus.

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Die Strecke ist knapp 16 Kilometer lang, auf der letzten Etappe führt sie in einem weiten Bogen nach Königstein. Schon von Weitem ist der Turm der Burgruine von Königstein zu sehen.

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In Königstein legen wir die erste (geplante) Pause ein. Der Kurort Königstein im Taunus hat rund 17.000 Einwohner. Eingebettet in die waldreichen Hänge des Taunus hat sich der Ort zu einer teuren und begehrten Wohnlage vor den Toren Frankfurts entwickelt mit einem weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex.

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Der Sage nach soll um das Jahr 500 König Chlodwig I. den Grundstein für die Burg Königstein gelegt haben, nachdem ihm am heutigen Burgberg eine Jungfrau erschienen war, die ihn zum Christentum bekehrt hat. Die Höhenburg ist eine der größten Burgruinen in Deutschland.

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Vom Bergfried lassen wir den Blick über Königstein und den Taunus schweifen. Unter uns verläuft die Königsteiner Bahn. Nun wird es aber Zeit für den Abstieg, denn wenn ich richtig gerechnet habe, sollte demnächst die Chance auf einen der alten Triebwagen wieder steigen.

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Perfekt! Die Königsteiner Bahn wurde ursprünglich als Kleinbahn konzessioniert, die sich dann zur Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE) weiterentwickelt hat. Eine Zeit lang wurde Strecke auch als „K-Bahn“ bezeichnet, mit Gründung der Rhein-Main-Verkehrsverbunds wurde aus der „K-Bahn“ die Linie RB 12. Heute wird die Strecke von der Hessischen Landesbahn betrieben. Am Standort Königstein sind auch die Dieseltriebzüge des Typs VT/VS 2E (Baureihe 609) stationiert. Die Züge wurden in zwei Serien 1987 und 1992 von der Firma Linke-Hoffmann-Busch in den Taunus geliefert. Die Züge wurden 2006/2007 modernisiert und erhielten damals auch eine erste Klasse.

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Die Triebzüge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, auf der kurvenreichen Strecke durch Wald und Wiesen kann die Geschwindigkeit jedoch nicht ausgefahren werden. Die Höchstgeschwindigkeit der Strecke liegt bei 80 km/h. Rund 250 Höhenmeter liegen zwischen Start- und Zielbahnhof der Königsteiner Bahn.

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Unser heutigen Tagesziel ist Saarbrücken. Den Rest des Tages möchten wir dazu nutzen, um verschiedene Strecken in Rheinland-Pfalz zu erkunden. Dazu müssen wir nun irgendwie nach Mainz kommen. Deshalb wechseln wir in Frankfurt-Höchst auf einen Flirt von Vias nach Wiesbaden.

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Wir fahren nun ein kurzes Stück auf der RheingauLinie in die hessische Landeshauptstadt. Wir passieren die Sankt Peter und Paul-Kirche von Hochheim, die spätbarocke Kirche thront als Wahrzeichen über den zum Main abfallenden Weinbergen.

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Wiesbaden fehlt mir noch in meiner Liste der besuchten Landeshauptstädte – und auch heute soll es für einen Stadtbesuch nicht reichen. Nach einem kurzen Blick in die Bahnhofshalle geht es schon wieder weiter, mit der S 8 fahren wir über den Rhein hinüber nach Mainz.

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An dieser Stelle fehlt nun ein Bild, eigentlich sollte hier ein LINT von vlexx im Hauptbahnhof Mainz zu sehen sein. Da es aber ein inoffizieller Übergang mit kurzer Übergangszeit von der S 8 auf den Zug nach Alzey ist, können wir nicht lang noch Bilder machen, sondern sind froh, dass wir noch rechtzeitig im Zug sitzen.

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Die Bahnstrecke von Mainz nach Alzey verlässt den Hauptbahnhof von Mainz in nördlicher Richtung und führt dann in mehreren Bögen nach Süden. In Sichtweite zur Bahnlinie liegt die Opel Arena, das Fußballstadion von Mainz.

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Im weiteren Verlauf führt die Strecke landschaftlich ganz nett durch das Rheinhessische Hügelland. Die eingleisige Bahnstrecke ist nicht elektrifiziert, in Armsheim trifft sie auf die Rheinhessenbahn aus Bingen. Eigens für die steigungsreiche Bahnstrecke von Mainz durch das Alzeyer Hügelland nach Alzey wurde seinerzeit die Baureihe 629 entwickelt aus einer Abwandlung der Baureihe 628.4, bei der beide Wagenteile motorisiert waren.

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Nach der Ankunft in Alzey holen wir noch das Außenbild des LINT von vlexx nach, dann starten wir zu einem kleinen Rundgang in Richtung Innenstadt.

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Alzey hat rund 19.000 Einwohner, Mittelpunkt der gut erhaltenen Altstadt ist der Rossmarkt, der von Fachwerkhäusern umgeben ist.

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Am Rand der Altstadt liegt das Alzeyer Schloss, es ging vermutlich aus einer staufisches Reichsburg hervor und wurde im 16. Jahrhundert zu einem Schloss ausgebaut. Das Schloss wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und erst im 20. Jahrhundert wiederaufgebaut, es beherbergt heute das Amtsgericht sowie ein Mädcheninternat.

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Doch nun zurück an den Bahnhof. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude von Alzey wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Das heutige Gebäude wurde zwischen 1954 und 1961 etappenweise errichtet, den Abschluss bildete der zweigeschossige Kubus links.

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Hier treffen wir nun auf den ersten rot-weißen LINT. Das Dieselnetz Südwest wird von DB Regio betrieben und wir werden im weiteren Verlauf noch häufiger auf die Dieseltriebwagen der Baureihen 622 und 623 treffen.

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Wir fahren weiter auf der Rheinhessenbahn nach Süden. Die Strecke macht einen Bogen durch das Stadtgebiet von Alzey, so können wir noch einen Blick über die Stadt schweifen lassen bis zum Turm der Nikolaikirche. Weiter geht die Fahrt quer durch Rheinhessen mit seinen Weinbergen.

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Die Rheinhessenbahn wurde zwischen 1864 und 1870 in Abschnitten eröffnet, sie war auch von militärstrategischer Bedeutung, da so eine Alternativverbindung zwischen Bingen und Worms entstand. Hier sind wir gerade in Nieder Flörsheim-Dalsheim.

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Beim nächsten Halt in Monsheim verlassen wir den Zug. Wir wollen nämlich nicht nach Worms, sondern wollen auf der Pfälzischen Nordbahn weiter durch die Provinz reisen. Das Empfangsgebäude von Monsheim wurde 1885 errichtet, es steht unter Denkmalschutz. Monsheim ist ein Taktknoten des Rheinland-Pfalz-Taktes, für uns geht es nun im nächsten LINT weiter.

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Wir verlassen jetzt Rheinhessen. Der Streckenabschnitt zwischen Monsheim und Bad Dürkheim war beim Bau der Strecke aufgrund des hügeligen Geländes sehr aufwändig, es mussten sechs Täler überwunden werden. 80 Kunstbauten wurden damals errichtet. Beim nächsten Bild fahren wir durch Albsheim an der Eis mit Blick auf die Protestantische Kirche. Der Streckenabschnitt von Monsheim nach Grünstadt, auf dem wir gerade fahren, verlor 1984 den Personenverkehr, er wurde 1995 reaktiviert.

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Mit Ausnahme weniger Verbindungen kann man die Pfälzische Nordbahn nicht durchgehend befahren, da viele Abschnitte getrennt bedient werden. Und deshalb steht wenig später in Grünstadt schon der nächste Umstieg auf dem Programm. In Grünstadt zweigt die Eistalbahn von der Pfälzischen Nordbahn ab. Von der Straßenseite ist das Empfangsgebäude zunächst unauffällig…

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…aber die Gleisseite ist mir ein zweites Foto wert. Der Bahnhof wurde zwischen 1999 und 2004 zum „Umweltbahnhof“ umgestaltet, dabei verlor der Bahnhof die Gleise 1 und 2, diese wurden zum Busbahnhof umgebaut. Der ehemalige Hausbahnsteig ist nun ein Bussteig, wobei die gusseisernen Bahnsteigüberdachungen erhalten blieben.
Und weiter geht es mit dem nächsten LINT, diesmal als Baureihe 623. Die Züge tragen das rheinland-pfälzische Farbschema mit roter Kopfpartie.

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Wir sind nun unterwegs zwischen Weinstraße, Rheinebene und Pfälzerwald. Hier fahren wir durch Kirchheim an der Weinstraße, die spätgotische St.-Andreas-Kirche mit der barocken Turmhaube ist das Wahrzeichen des Orts. Dann fällt der Blick über die weite Rheinebene.

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Der Zug aus Grünstadt fährt nach Frankenthal – wir wollen ja aber auf der Pfälzischen Nordbahn nach Neustadt. Und so heißt es nach 10 Minuten schon wieder umsteigen, diesmal in Freinsheim. Ok, was die Fahrzeugvielfalt betrifft, war die Pfälzische Nordbahn nicht die beste Wahl, es geht weiter mit dem nächsten LINT.

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Und erneut geht die Fahrt durch die Weinlagen der Region – wobei das Gebäude hier einem anderen Getränk gewidmet ist. Bei Ruppertsberg steht ehemaliges Teehaus in den Weinbergen, es wurde 1844 nach dem Vorbild im Englischen Garten in München gebaut.

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Die Pfälzische Nordbahn wurde von Neustadt her erbaut, der erste Streckenabschnitt von Neustadt bis Bad Dürkheim wurde 1865 eröffnet. Dann war Bad Dürkheim acht Jahre lang Endpunkt der Strecke. Die weitere Strecke nach Monsheim wurde dann auch von Osten her angebunden, so dass ein Kopfbahnhof entstand. Auf eine Verlegung des Bahnhofs verzichtete man, so dass heute alle Züge in Bad Dürkheim kopfmachen müssen. Wir erreichen nun bald Neustadt an der Weinstraße.

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In Neustadt bleibt Zeit für eine kleine Pause, hier sind wir am Marktplatz angekommen. Die Stiftskirche mit den ungleichen Türmen ist ein Wahrzeichen der Stadt. Auch das Scheffelhaus am Marktplatz gehört zu den bekannten Gebäuden der Stadt.

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Dann geht es zurück zum Hauptbahnhof von Neustadt an der Weinstraße. Der spätklassizistische Bau wurde 1866 fertiggestellt, er ist schon das zweite Empfangsgebäude, nachdem der erste Bau der Erweiterung der Gleisanlagen weichen musste.

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Es geht gleich weiter...

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Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz -Forts.

TD, Sonntag, 27.12.2020, 18:42 (vor 1872 Tagen) @ TD

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Mit dem SÜWEX geht es nun eine Station weiter nach Kaiserslautern. Der Zug ist sehr voll, deshalb gibt es von dieser Etappe keine weiteren Bilder.

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Etwa 25 Minuten später stehen wir vor dem Hauptbahnhof von Kaiserslautern. Der SÜWEX wäre direkt bis Saarbrücken gefahren – aber wenn wir nur notwendige Strecken hätten fahren wollen, hätten wir bei dieser Spaßtour auch gleich zu Hause bleiben können. So lange es noch hell ist, hängen wir deshalb noch einen Bogen über Pirmasens an.

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Und so kommt nun auch etwas Abwechslung bei den Fahrzeugen ins Programm. Zur Fahrt auf der RB 64 nach Pirmasens kommt ein Talent zum Einsatz. Manchmal täuschen die Lichtverhältnisse ja bei den Farben – ich behaupte aber, dass die Sitzpolster hier nicht das bekannte blau haben, sondern grau sind.

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Die Bahnstrecke von Kaiserslautern nach Pirmasens trägt den Namen Biebermühlbahn. Die Strecke verläuft am Westrand des Pfälzerwaldes und führt fast durchgehend durch Waldgebiete wie den Hohenecker Wald, daher habe ich nur wenige Streckenbilder.

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Die Verspätung vom Morgen rächt sich noch immer, denn eigentlich wollte ich eine Stunde früher hier sein. Dadurch werden die Schatten nun schon sehr lang. Eines der letzten Bilder bei Tageslicht zeigt den Bahnhof Schopp. Der Bahnhof wurde 1913 eröffnet, das Empfangsgebäude im Heimatstil ist heute ein Kulturdenkmal.

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Der letzte Streckenabschnitt von Pirmasens Nord bis zum etwa 7 Kilometer entfernten Hauptbahnhof von Pirmasens ist eine Stichstrecke. Die Strecke führt hier durch topografisch schwieriges Gebiet. Das erste Gleis auf dieser Strecke erwies sich als Fehlplanung, da die Lokomotiven Schwierigkeiten hatten, die Steigung zu überwinden. So wurde das zweite Gleis später auf einer anderen Trasse gebaut. Heute wird nur noch die neuere Strecke befahren.

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Nun drehen wir eine kleine Runde um den Pirmasenser Hauptbahnhof. Der Bahnhof wurde 1875 eröffnet, er wurde zuletzt 2002 umgestaltet. Die Bedeutung des Bahnhofs schwand im Laufe der Zeit, Fernverbindungen wie Kurswagen aus bzw. nach Dortmund, Tübingen oder Würzburg sind längst eingestellt, auch Güterverkehr nach Pirmasens gibt es nicht mehr.

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Die ehemalige Schuhmetropole Pirmasens ist nur noch mit Nahverkehrszügen zu erreichen. Links der Talent, mit dem wir aus Kaiserslautern angereist sind, rechts ein Desiro, mit dem wir nun nach Saarbrücken fahren.

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Der Zug fährt zunächst auf der eingleisigen Strecke zurück bis zum Bahnhof Pirmasens Nord. Der Bahnhof Pirmasens Nord liegt gar nicht in Pirmasens, sondern auf der Gemarkung einer Nachbargemeinde, er hieß ursprünglich Biebermühle. Ab dort fährt der Zug weiter auf der Schwarzbachtalbahn nach Saarbrücken. Für Streckenbilder ist es nun zu dunkel – das ist aber nicht schlimm, weil wir diese Strecke am nächsten Tag in Gegenrichtung bei Tageslicht befahren werden.

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Nach knapp 15 Stunden und 75 Fotos endet der erste Reisetag dann in Saarbrücken. Es gibt noch schnell ein Beweisbild von der Saar, dann ist es aber auch genug für heute.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil, dann geht es weiter nach Frankreich.


Viele Grüße

Tobias

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Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz -Forts.

Zauberpilz, Sonntag, 27.12.2020, 19:37 (vor 1872 Tagen) @ TD

Merci! :)

Vielen Dank !

Garfield_1905, Sonntag, 27.12.2020, 20:33 (vor 1871 Tagen) @ TD

Einen Teil der Strecken kannte ich schon, aber einige Strecken noch nicht. Sie machen aber Appetit auf mehr - DANKE ! ;-)

Anmerkung zur Br 643 1. Klasse und Dank

ffz, Sonntag, 27.12.2020, 20:54 (vor 1871 Tagen) @ TD

Hallo,

die Sitze in der 1. Klasse der Baureihe 643 im Südwesten sind tatsächlich grau nicht dunkelblau.

Ansonsten vielen Dank für den kurzweiligen Bericht.

Als Tipp für eine der nächsten Planungen es gibt an Sonn- und Feiertagen
Freizeitzüge in Rheinland-Pfalz unter anderem der VLEXX https://www.vlexx.de/freizeit/elsass-weinstra%C3%9Fen-express/

DB Regio fährt mit 628er noch den "Rheintal-Express" Karlsruhe Hbf - Neustadt(Weinstr) - Rockenhausen - Bingen (Rhein) Hbf - Koblenz Hbf.

Anmerkung zur Br 643 1. Klasse und Dank

TD, Montag, 28.12.2020, 18:46 (vor 1871 Tagen) @ ffz

DB Regio fährt mit 628er noch den "Rheintal-Express" Karlsruhe Hbf - Neustadt(Weinstr) - Rockenhausen - Bingen (Rhein) Hbf - Koblenz Hbf.

Vielen Dank. Ich habe noch ein gutes Dutzend unbearbeiteter Reisen aus 2019 und 2020 auf der Festplatte liegen, da wird der Rheintal-Express auch dabei sein :)

Viele Grüße

Tobias

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Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz -Forts.

JanZ, HB, Montag, 28.12.2020, 20:07 (vor 1870 Tagen) @ TD

Danke auch von mir! Ich bin tatsächlich mal mit dem direkten Zug Wissembourg-Mainz gefahren und habe mir die Umsteigerei gespart ;-). Sonst müsste mir von den Strecken nur das Stück Pirmasens Nord-Hbf fehlen.

Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz -Forts.

Pfälzer, Dienstag, 29.12.2020, 17:04 (vor 1870 Tagen) @ TD
bearbeitet von Pfälzer, Dienstag, 29.12.2020, 17:05

Hallo,

zunächst vielen Dank für den schönen Bericht. Da erkennt man seine Heimat doch gleich wieder, kann aber trotzdem noch Neues und Interessantes zu den befahrenen Strecken lernen, obwohl man dort schon oft genug im Alltag unterwegs war.

Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz nach Frankfurt und erkunden dann die Königsteiner Bahn, anschließend geht es über Umwege nach Saarbrücken. Der zweite Reisetag steht im Zeichen des Karfreitagszugs nach Bouzonville, weiter geht es durch die Pfalz ins Elsass und am Abend vom Strasbourg mit dem TGV nach Paris.

Gemäß deiner Karte hast du den Streckenabschnitt zwischen Neustadt und Landau umfahren. Das wäre natürlich bei einer solchen Tour der allerwichtigste Abschnitt überhaupt, denn er führt durch meinen beschaulichen Heimatort :D
Nein, im Ernst, eine landschaftlich sehr schöne und reizvolle Route, die du gewählt hast!

Hier treffen wir nun auf den ersten rot-weißen LINT. Das Dieselnetz Südwest wird von DB Regio betrieben und wir werden im weiteren Verlauf noch häufiger auf die Dieseltriebwagen der Baureihen 622 und 623 treffen.

Ok, was die Fahrzeugvielfalt betrifft, war die Pfälzische Nordbahn nicht die beste Wahl, es geht weiter mit dem nächsten LINT.

Nach meinem Empfinden tun die LINT der Pünktlichkeit und dem Fahrkomfort in der Region gut. In Bad Dürkheim hatte sich ein Zub im Sommer bei knapp 40°C Außentemperatur und nur gemächlich anlaufender Klimaanlage zwar lautstark darüber aufgeregt, dass bei den Neufahrzeugen doch alles kaputt gespart wurde. Offenbar war er aber neu hier, denn sonst wüsste er, mit welcher "Klimatisierung" die Brutkästen der Baureihe 628 zuvor im Hochsommer unterwegs waren.

Die schlechte Motorisierung der 628er war übrigens der Hauptgrund dafür, einen neuen Haltepunkt erst verspätet voll in Betrieb zu nehmen. Der Systemhalt am neuen Haltepunkt Frankenthal Süd für die RB46 (Frankenthal - Freinsheim - Grünstadt - Ramsen - Eiswoog), der zum Fahrplanwechsel im Sommer 2015 eröffnet wurde, konnte erst zum Jahresfahrplan eingerichtet werden. Die 628er hätten durch den Halt zu viel Fahrzeit verloren, um die knappe Wendezeit in Frankenthal von heute 5 Minuten noch zu schaffen. Deshalb wurde der neue Verknüpfungspunkt zwischen der heutigen S6 Mannheim - Mainz und der RB46 zunächst nur durch einzelne HVZ-Verstärker auf der Dieselstrecke bedient. Die LINT schaffen die aktuellen Fahrzeitvorgaben recht mühelos. Mit ein Grund dafür, warum ich Neufahrzeuge im Allgemeinen so schätze.

Mit dem SÜWEX geht es nun eine Station weiter nach Kaiserslautern. Der Zug ist sehr voll, deshalb gibt es von dieser Etappe keine weiteren Bilder.

Bei dem SÜWEX handelt es sich ebenfalls um ein Angebot, welches im Rahmen des Konzepts "Rheinland-Pfalz-Takt 2015" zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 umgesetzt wurde. Zuvor gab es auf der KBS670 Saarbrücken - Mannheim lediglich zwei durchgehende RE-Verbindungen an Werktagen, von Neustadt aus gesehen in Richtung Mannheim um 8:50 und um 10:50 sowie in Richtung Saarbrücken um 13:08 und um 15:08. Dafür verkehrten damals noch deutlich mehr Intercity-Züge, welche die heutigen SÜWEX-Trassen verwendet haben. Nach der Einführung des SÜWEX kam es dann für einige Fahrplanperioden zu dem Kuriosum, dass sich RE und IC im Abstand weniger Minuten folgten. Dass dieses Angebot auf Dauer nicht bestandsfähig sein sollte war abzusehen. So gibt es aktuell in Neustadt und Homburg an der Saar noch 3 tägliche Zugpaare im Fernverkehr: Der EC 216/217 Dachstein nach Graz, der ICE 935/836 nach Berlin (welcher ab Frankfurt als Sprinter verkehrt) und der IC 2058/2059 Saarbrücken - Stuttgart.

Im Nachhinein betrachtet wirkt es in Anbetracht der hohen Nachfrage, die der SÜWEX zieht, kaum denkbar, dass dieses Angebot erst seit 6 Jahren besteht. Besonders schlimm ist die Situation am Freitag Nachmittag ab Mannheim in Richtung Pfalz. Einmal sind wir mit dem RE um 15:39 ab Mannheim am Ludwigshafener Hauptbahnhof 8 Minuten gestanden, um alle BASF-Pendler in den Zug zu quetschen. An diesem Tag war der Zug solo unterwegs - seit dem fährt er zuverlässig in Doppeltraktion.

Die ehemalige Schuhmetropole Pirmasens ist nur noch mit Nahverkehrszügen zu erreichen. Links der Talent, mit dem wir aus Kaiserslautern angereist sind, rechts ein Desiro, mit dem wir nun nach Saarbrücken fahren.

Traurigerweise gilt die Westpfalz mittlerweile bundesweit als Beispiel für abgehängte ländliche Regionen. Pirmasens hat mit einigen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen. Viele Westpfälzer zieht es deshalb in die Rheinebene, nach Mannheim oder Karlsruhe.

Das merkt man auch am Verkehrsangebot, da aktuell in den lokalen Medien langsam wieder die Diskussion über einen Queichtal-RE Karlsruhe - Landau - Pirmasens Nord - Zweibrücken - Saarbrücken aufkeimt. Ein echtes Interesse seitens der Politik zur Stärkung der Schienenanbindung der Westpfalz kann man aber derzeit eher nicht erkennen - statt dessen wird die überlastete B10 so weit es geht autobahnähnlich ausgebaut, um noch mehr Verkehr aufzunehmen.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil, dann geht es weiter nach Frankreich.

Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil und insbesondere die Stichfahrt nach Bouzonville. Leider habe ich es bis jetzt nicht dorthin geschafft. Bis vor wenigen Jahren gab es auch in Frankreich noch einmal pro Werktag die Möglichkeit dazu - jetzt muss man leider bei verpasster Gelegenheit ein ganzes Jahr warten, um den Ort über die Schiene zu erreichen :(

Freundliche Grüße aus der Pfalz!

Deutsch-französische Ostertour 1/3: Taunus und Pfalz (76 B.)

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 28.12.2020, 09:09 (vor 1871 Tagen) @ TD

Moin Tobias,

dankeschön. Mainz - Neustadt auf der Route bin ich auch mal aus Spaß gefahren. Da hatte der Lokführer sich irgendwo verbremst und setzte dann mal kurz zurück...

Keine karierten Hemden besitzende Grüße
Sören

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Administrator, Sonntag, 03.01.2021, 22:19 (vor 1864 Tagen) @ TD

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