Wilde Wüste, Wahnsinns-Wodka, Wunderlicher Winter: Kap. 4/4 (Reiseberichte)
Im Vergleich zu den anderen drei Städten, die wir besucht hatten, ist die 2,5-Mio.-EW-Metropole Taschkent aus touristischer Sicht freilich die am wenigsten interessante. Die Stadt ist relativ jung und weist wenige historische Baudenkmäler auf. Viel wurde eben beim verheerenden Erdbeben 1966 zerstört.
Aber irgendwie boten die turksprachig schreienden, asiatisch aussehenden Moslems inmitten der für sozialistische Verhältnisse durchaus formenreichen Plattenbauten eine ganz besondere Kulisse.
Wir liefen morgens zunächst vorbei am Zentralbahnhof und an der russisch-orthodoxen Auferstehungskathedrale. Von dort fuhren wir zum Hazrati-Imam-Komplex im Norden der Stadt. Mit Bauwerken ähnlichen Zwecks, die wir vorher besucht hatten, kann sich dieser natürlich nicht messen, aber hässlich war es hier nun auch nicht.^^
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338 Letztmalig die Kyzylkum-Renne auf Chip gebannt
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339 „Das geht jetzt online. Für Details bitte anrufen“ :D
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340 Die Auferstehungskathedrale entstand kurz nach der russischen Eroberung
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341 – 344 Gar nicht mal so monotone Plattenbauten
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345 Taschkent ist eine ungemein autofreundliche Stadt -.-
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346 Hier baut man mal wieder unglaublich protzig, eine riesige Moschee soll entstehen
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347 Die Hazrati-Imam-Moschee von der Straßenseite aus
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348 Blick hinauf in die Kuppel
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349 Hier von der anderen Seite
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350 Davor steht die Muyi-Muborak-Madrasa (rechts mit der „geriffelten“ Kuppel), in der eine der wenigen originalen Abschriften des Koran aufbewahrt wird
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351 Die kleinere Muyi-Muborak-Madrasa vor der Barak-Khan-Madrasa
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352 Im Innenhof der Barak-Khan-Madrasa
Um zu unserem nächsten Programmpunkt zu gelangen, wollten wir ein Taxi nehmen (eine Querverbindung per Metro gab es nämlich nicht). Ich glaube, in Wahrheit war es eher ein Anhalter.^^ Offenbar fuhren jene beiden Usbeken, die uns mitnahmen, den ganzen Tag einfach wahllos durch die Stadt, um irgendwelche Leute irgendwohin zu bringen. :D Am Ende gab es wieder Uneinigkeit über den zuvor ausgehandelten Preis, sie waren der Meinung, dass der Preis pro Person war und nicht pro Fahrt. Naja, auch bei 6 € für eine innerstädtische Fahrt will ich mich als Europäer nicht beschweren.^^ Nun erkundeten wir noch die erst 2014 eröffnete, für das neue Usbekistan typisch protzige Minor-Moschee.
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353 – 354 Die moderne Minor-Moschee
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355 Auch hier wagen wir einen Blick in die Kuppel
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356 So pompös wie von vorn, so mickrig wirkt sie von hinten :p
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357 Falkensee liegt in Kirgisistan
Anschließend schauten wir noch in der Nähe vom Parlament vorbei.
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358 Das Parlamentsgebäude
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359 Freundschaft! :D
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360 Zartrosa patriotisch^^
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361 Der Palast der Völkerfreundschaft ist so hässlich, dass er schon wieder faszinierend ist :D
Danach überlegten wir, was wir noch tun könnten. Nach Basar war uns nicht.^^ So fuhren wir schließlich auf Luxis Vorschlag das Metro-Netz ab (eine Station fehlte uns heute, die hatten wir aber schon am ersten Tag mitgenommen). Ganz nach sozialistischem Schema gibt es drei Linien, die in der Innenstadt ein Dreieck bilden. Der Stationsabstand ist ziemlich groß. Recht unsowjetisch verläuft die Metro in der flachen Topographie der Stadt sehr nah an der Oberfläche. Vereinzelt gab es in den Außenbezirken ganz kurze, stets heftig bewachte oberirdische Abschnitte (aber nie oberirdische Stationen), deren Nutzen sich mir nicht ganz erschloss.
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362 Eingang in die Metro-Station „Völkerfreundschaft“ vor dem gleichnamigen Palast
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363 Gollum hat auch seine eigene Metro-Station^^
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364 Werbung für Hähnchen-Wiener :D
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365 Usbekischer Untergrund: Station Bodomzor
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366 Eins weiter in Habib Abdullayev ist Endstation
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367 Eigens für Werbung wurden über den Türen Bildschirme angebracht :D
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368 Buyuk Ipak Yoʻli, Endstation der roten Linie sowie der östlichste Ort, an dem wir beide jemals waren :D
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369 – 370 Der Plan ist ähnlich aufgebaut wie in Moskau, allerdings dank weniger Umsteigemöglichkeiten deutlich übersichtlicher ;-)
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371 – 373 „Unsere“ Metro-Station Toshkent (der Name der Hauptstadt in usbekischer Schreibweise) beim Zentralbahnhof
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374 „Der Leningrader Orden der Oktoberrevolution und der Orden des Roten Sterns. Wagenbau-Betrieb I. E. Egorow.“ Jener Wagen wurde 1986 noch unter etwas anderen politischen Umständen gebaut.
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375 Ein letztes Bild der Tunnel-Tram im Territorium der Trampeltiere
Als wir fertig waren, hatten wir das gesamte Metro-Netz aller Länder, die auf -istan enden, abgefahren. B-)
Nun ist es schon Zeit für ein Fazit.
Ich fand die Reise ungemein spannend! Ich hätte ja gedacht, dass ich mit etwas Russland-Erfahrung in Usbekistan gut zurechtkommen würde, aber es war völlig anders vermutet! Ich glaube, so einen großen Kulturschock hatte ich noch nie. :D Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die überwältigende Hilfsbereitschaft aller Einheimischen!
Ich war auf jeden Fall überrascht, wie gering der russische Einfluss ist. Man sieht zwar überall einige Schilder auf Russisch. Die meisten Touristen sind natürlich Russen. Zwar sind Russisch-Kenntnisse unter Usbeken sehr verbreitet (in den großen Städten im Osten konnte es jeder), doch das ist vielleicht vergleichbar mit den Englisch-Kenntnissen in Skandinavien, denn für nahezu alle Usbeken bleibt Russisch eine Fremdsprache. Wir hörten fast nie, wie sich Usbeken untereinander auf Russisch unterhielten. Dabei kommt ihnen wahrscheinlich zu Gute, dass Usbekisch aufgrund seiner hohen Sprecherzahl eine für die Region vergleichsweise hohe Bedeutung hat: Usbekistan ist ja das einwohnerstärkste Land Zentralasien (34 Mio. EW), so ist Usbekisch die Turksprache mit der drittgrößten Sprecherzahl (nach Türkisch & Aserbaidschanisch, letzteres wird auch im Nordwesten vom Iran viel gesprochen). Filme, Bücher oder sonstwas z. B. ins Kirgisische zu übersetzen ist wohl eher wenig lukrativ – ins Usbekische hingegen schon viel mehr. Womöglich deswegen spielt in Usbekistan die Russische Sprache eine geringere Rolle als in den Nachbarländern (z. B. in Kirgisistan mit seinen nur gut 6 Mio. Einwohnern).
Vom Aussehen her ähneln die Usbeken den Russen ja überhaupt nicht. Von der Mentalität genauso wenig, die war halt… Joa, eigen.^^ (Da fehlt mir natürlich der Vergleich mit anderen Ländern der Region.)
Ich fand, dass es in Usbekistan allgemein wesentlich lauter und „wühliger“ zuging als in Südeuropa. :D
Insgesamt ist die Reise aber eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Ich bin froh, dass wir über Silvester noch die Gelegenheit dazu hatten und nicht für März & April (eigentlich touristische Hauptsaison, kein Regen, angenehmere Temperaturen) geplant haben. ;-)
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376 Beste Winterdeko!
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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!
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Krümelmonster,
18.10.2020, 12:26
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- Danke! - JanZ, 18.10.2020, 12:56
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ArbitroCollina,
19.10.2020, 14:48
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Zauberpilz,
19.10.2020, 21:31
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- Wilde Wüste, Wahnsinns-Wodka, Wunderlicher Winter: Kap. 4/4 - franksdt, 31.10.2020, 15:01
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Krümelmonster,
18.10.2020, 12:29
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Krümelmonster,
18.10.2020, 12:28
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Krümelmonster,
18.10.2020, 12:27
- Danke Sehr abwechslungsreich
-
Ost-Lok-Fan,
18.10.2020, 13:29
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Krümelmonster,
18.10.2020, 12:27