Elektrifizierung Sloweniens (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 28.04.2020, 09:49 (vor 2158 Tagen) @ Krümelmonster

Moin.

Estmal dankeschön.

Durch die frühere Zugehörigkeit zu Italien herrscht in Slowenien übrigens Linksbetrieb, und es wird ein anderes Stromsystem verwendet als in den anderen ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken. Weiß jemand, ob das beides zu Zeiten Jugoslawiens auch schon so war und wie das damals gehandhabt wurde?

Der elektrische Verkehr in Slowenien begann am 21. April 1936 mit den Strecken von der Grenze zwischen Villa Opicina und Sežana nach Postojna und dem Abzweig von Pivka nach Rijeka. Dass man sich fürs italienische System entschied, liegt schlichtweg daran, dass die Gebiete damals italienisch waren. Du schreibst es, ich wusste es nicht. Die ersten Elloks war die FS-Serie E.626 (und im slowenischsprachigen Wikipedia-Artikel steht ein wenig zum Thema, Google-Übersetzung ist ganz brauchbar).
Seit 1970 hing die 3.000 V-Fahrleitung ab Rijeka dann sogar bis Zagreb. Um im Rahmen der Elektrifizierung der Magsitrale von Jesenice nach Gevgelija da nicht dauerhaft zwei Systeme zu haben, begann die Umelektrifizierung und seit 1985 besteht da keine Systemtrennstelle mehr. Seit Dezember 2012 ist Kroatien komplett 3.000 V-frei, damals erfolgte die Inbetriebnahme der normalen Spannung zwischen Rijeka und Šapjane.
Generell sollen die einzelnen Direktionen der Jugoslawischen Eisenbahn eine relativ große Selbständigkeit gehabt haben. Dass man in Slowenien die vorgefundene Elektrifizierung weiterverwendet hat, klingt in meinen Augen nur logisch.

Viele Grüße
Sören

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