Kap. 5/5: Alpen-Impressionen mal anders [HR][SI] (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Montag, 27.04.2020, 20:22 (vor 2155 Tagen)

Hallo liebes Forum,

Auf dieser Reise hatten wir uns bisher durch Osteuropa gearbeitet. Im vierten Kapitel ging es durch Bosnien, die Herzegowina sowie der Länge nach nordwärts einmal durch Kroatien.
Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, in diesem Teil den am wenigsten bekannten Alpenanrainer zu präsentieren. :-)

In Šapjane kam der kroatische Zoll in unser Abteil: „Dobar dan!“ Er sah unsere deutschen Ausweise. „Deutsch? Ok!“ Und damit war er auch schon wieder weg. :D Währenddessen machte sich die Slowenenlok bereit und setzte sich einfach dreist vor den Kroaten. Harmonisch fuhren sie zusammen von dannen, doch nach nur kurzer Romanze schubste die Slowenin ihren Kroaten eiskalt weg. :-O Dann übernahm sie die Macht und setzte sich mit dem Zug ab.
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379 Gegenspieler
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380 Schubs!
In Ilirska Bistrica war nochmal eine Viertelstunde Aufenthalt, hier kontrollierte der slowenische Zoll die Einreise in den Schengen-Raum und prüfte tatsächlich unsere Pässe.^^ Mit Ausnahme der beiden Grenzen Moldawiens hatte ich auf der Reise nirgends strenge Grenzkontrollen erlebt. Und in Moldawien waren es auch nicht die Moldawier selbst, sondern die Nachbarländer.^^ Als der Zug mit – 1 Postojna erreichte, jubelte ich über die zweite pünktliche Ankunft seit dem Verlassen Deutschlands vor zwei Wochen. :D Die Fahrt ab Rijeka dauerte inkl. Aufenthalten knapp 2 h für nicht ganz 70 km…
Wir liefen vom Bahnhof bergab zur Höhle. Die Eintrittskarten waren mit über 25 € unfassbar teuer, wenn man gerade vom Balkan bzw. von noch weiter östlich kommt. ;-) Aber das war es wirklich Wert! Ein Besuch ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Dazu wurden die Besucherströme nach Sprachen gruppiert (SI, EN, IT & DE). Unser Guide sprach exzellent Deutsch. Die deutschsprachige Gruppe fuhr von den vieren als letztes in die Höhle – das war angenehm, so mussten wir nicht hasten, weil hinter uns die nächsten kamen, sondern hatten Zeit, um gute Fotos zu schießen. :-) Lt. der Eigenwerbung ist es die einzige Höhle auf der Welt, in die die Besucher per Bahn gefahren werden! Während der unterirdischen Fahrt waren kaum gute Fotos möglich, wohl aber während des Rundgangs. Die Höhle war wahrlich atemberaubend und gehört definitiv zu den Highlights meiner Reise! Inkl. der Zugfahrt dauerte der Besuch anderthalb Stunden. Bei den Fotos habe ich im Laufe der Vorbereitung des Berichts tatsächlich schon reichlich aussortiert, es sind aber immer noch viele.^^
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381 Einer der wichtigsten Touristenmagneten Sloweniens
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382 Hades‘ Zug
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383 Umweltfreundlich in die Unterwelt
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384 Los geht der Höllenritt
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385 Höllische Zugkreuzung
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386 – 400 Die Höhle von Postojna ist nicht nur ob ihrer riesigen Größe einzigartig

Schließlich schleppten wir unsere schweren Koffer wieder bergauf zum Bahnhof. 2014 hatte ich etwas Slowenisch gelernt. Es war die erste Sprache, die ich selber gelernt hatte. Damals habe ich viel Wert auf Grammatik gelegt und vor Ort festgestellt, dass mir der Wortschatz fehlte.^^ Aber nun im Zug konnte ich den Ticketkauf noch komplett auf Slowenisch meistern – bäääm! ;-) Die landschaftlich sehr schöne Fahrt führte auf kurviger Strecke von der Hochebene des Slowenischen Karsts hinunter ins Tal der Save, während hinter den Bergen die Sonne unterging. Diesmal dauerten die 70 km nur eine Stunde.^^ Durch die frühere Zugehörigkeit zu Italien herrscht in Slowenien übrigens Linksbetrieb, und es wird ein anderes Stromsystem verwendet als in den anderen ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken. Weiß jemand, ob das beides zu Zeiten Jugoslawiens auch schon so war und wie das damals gehandhabt wurde?
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401 Immerhin etwas dichterer Zugverkehr, schließlich ist es eine der Hauptstrecken des Landes
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402 For information on timetables in Italy, please visit www.bahn.de. Italienischsprachige Infos gab es übrigens keine, obwohl die Slowenen für die Region relativ fremdsprachenaffin sind und Italienisch gerade im Süden Sloweniens recht verbreitet ist.
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403 Da kommt was
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404 Slowenischer Abend

Nachdem ich bisher 14 x täglich die Unterkunft gewechselt hatte, blieb ich nun zum ersten Mal auf dieser Tour blieb ich zwei Nächte am selben Ort.^^ Abends holten wir uns schlicht eine Wurst in der Innenstadt. Am nächsten Tag war ich nach einer solchen Tour total geschlaucht und hatte zugegeben relativ wenig von Ljubljana. :-/ Nachdem wir mit der Standseilbahn auf die Burg gefahren waren, erkundeten wir noch etwas die Altstadt zu Fuß. Ljubljana hat zwar wenige Highlights als „Must See“, es ist aber eine hübsche Stadt und einfach insgesamt sehr schön anzusehen. Ob meiner Verfassung aßen wir abends einfach im Hotel: das 3-Gänge-Menü war mit 15 € wahrscheinlich die teuerste Mahlzeit der ganzen Reise, aber Slowenien ist ja generell nicht gerade günstig. ;-)
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405 Standseilbahn in Ljubljana
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406 Blick Richtung Nordosten, die Steiner Alpen sind in der linken Bildhälfte zu erahnen
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407 Im Dom St. Nikolaus
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408 Gasse in der Altstadt von Ljubljana
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409 Blick auf Ljubljanica & Burg
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410 Idylle entlang der Ljubljanica

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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