Kap. 3/5: Über den wilden Balkan [RS][ME] (Reiseberichte)
Ich ging davon aus, dass der Zug Balkan-typisch irgendwas zwischen zwei und fünf Stunden Verspätung ansammeln würde, das wäre auch gar nicht so schlecht gewesen. Aber – verdammte Hacke! – er war pünktlich. Zur wunderschönen Zeit 3:51 – 4:24 Uhr fand in Prijepolje Teretna die serbische Grenzkontrolle statt. Pünktlich fuhr der Zug über die Grenze nach Montenegro – ui, wie exotisch! Ab 5:18 Uhr kontrollierten dort die Montenegriner. Die Abfahrt um 5:50 Uhr verzögerte sich dann aber leicht. Wir blieben natürlich wach, denn der montenegrinische Abschnitt ist ja der schönste Teil der Strecke. Sicher weiß ich, dass die Befahrung der Belgrad-Bar-Bahn bei Nacht eh schon ein Frevel ist, aber bei Tag war ich ja dort im letzten Jahr schon langgezuckelt. Ursprünglich hatte ich die Tour auch für mich allein geplant, erst als die Planung schon stand, war klar, dass wir zu zweit fahren würden. So erklärt sich auch der Fahrtverlauf, der nicht unbedingt für Osteuropa-Einsteiger geeignet ist. ;-) Durch Montenegros Norden ging es zwar nicht flott, aber zumindest nicht noch langsamer als lt. Fahrplan.^^ Diesmal konnten wir zum Fotografieren die Fenster öffnen. Außerdem kam uns sehr zu Gute, dass der Zug schlecht ausgelastet war: In unserem Schlafwagen war über die Hälfte der Abteile gar nicht belegt, wir konnten sie zum Fotografieren nutzen. Erst hinter dem Mala-Rijeka-Viadukt auf dem letzten Teil des Weges blieb der Zug andauernd stehen. Inkl. der daraus resultierenden 25 min Verspätung hatte die Fahrt über knapp 415 km bis Podgorica knapp 11 h gedauert.
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253 Baufahrzeug im Morgennebel von Mojkovac
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254 Es geht aufwärts
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255 – 257 Zugbeschauung
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258 – 260 Zeitweise gleicht die Fahrt einem spannenden Action-Film, der ständig unterbrochen wird, so viele Tunnels reihen sich direkt hintereinander
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261 – 262 Das spektakuläre Bergpanorama Montenegros
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263 Der Bahnhof Lutovo am Steilhang wurde ohne Halt durchfahren
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264 – 265 Nicht minder dramatisch geht es weiter
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266 – 269 Langsam geht es bergab
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270 Blick vom Mala-Rijeka-Viadukt, der höchsten Bahnbrücke Europas
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271 Nur kurz ist ein Blick zurück möglich
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272 Ankunft in Podgorica
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273 Alt
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274 Neu (und trotzdem schon beschmiert -.-)
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275 Wartestellung
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276 – 277 Die Ausfahrt von Podgorica Richtung Süden (sind wir heute nicht gefahren, haben wir aber mehrmals beobachten dürfen) ist wahrlich ein Spektakel: Am Bahnsteig beschleunigt der Zug. Dann bremst er wieder ab, um mit ca. 10 km/h über die Weiche zu fahren, und geht danach runter auf Schrittgeschwindigkeit. Dann bleibt er einen Moment stehen. Erst danach kann der wilde Ritt gen Küste beginnen. Die vorerst höchste Geschwindigkeit erreicht der Zug noch am Bahnsteig. :D
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278 Nachdem der sog. Schnellzug raus ist, macht sich auch Opa auf den Weg Richtung Küste
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279 Extrem langer Zug aus Subotica
Podgorica gehört wohl zu den langweiligsten Hauptstädten Europas, die Stadt bietet kaum Highlights.^^ Selbst wenn man ohnehin in Montenegro ist, würde ich die Hauptstadt nicht als Must See bezeichnen. Nicht einmal Obusse gibt’s.^^ Das Stadtzentrum ist von brutalistischer Architektur aus sozialistischen Zeiten sowie von modernen Zweckbauten geprägt. Es war gar nicht so leicht, die Zeit hier rumzubekommen.^^
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280 Podgorica Downtown
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281 Auferstehungskathedrale
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282 – 283 Ihr Inneres
Nachmittags waren wir endlich wieder am Bahnhof und beobachteten, wie die Züge versuchten, sich gegenseitig mit ihren Verspätungen zu übertrumpfen. Also ganz normaler Wahnsinn wie bei DB Fernverkehr. ;-) Für unseren Zug gab es 15 nach der planmäßigen Abfahrtszeit eine Ansage (der Vollständigkeit halber: nur in Landessprache) „10 min später“. Würde man so etwas in Deutschland veranstalten – der Mob würde toben.^^ Gut, dass Montenegro nicht zur EU gehört: Etwaige FGR-Auszahlungen hätten wir eh nicht bekommen, weil der Fahrpreis nach Nikšić bei nur 2 € pro Person liegt.^^
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284 Balkanisches Großmonster
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285 Opa hat’s dann auch mal geschafft. Planmäßige Fahrzeit: 58 min. Verspätung: 23 min.
Irgendwann kam tatsächlich unser Zug und mit + 37 ging’s auch schon los. An der Strecke gab es mehr defekte Bahnübergänge als funktionierende.^^ Trotzdem kamen während der gut einstündigen Fahrt nur zwei weitere Minuten Verspätung obendrauf.^^ Eingesetzt wurde ein modernes Fahrzeug aus dem Baskenland. Es gab sogar Piktogramme für WLAN – welches aber nicht funktionierte.^^ Wenigstens arbeitete die die Klimaanlage einwandfrei. Beschleunigen konnte der Baske ja – falls er denn mal wollte. Halt nur nicht lange.^^ Tickets werden auf dem Balkan übrigens nicht gezangt, sondern "unterschrieben" (besser: bekringelt). Die Strecke führte auf eindrucksvoller Trasse durchs bergige Landesinnere, leider konnte man die Fenster nicht öffnen, und die interessante Richtung war meist genau im Gegenlicht.
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286 – 287 Eindrücke aus dem Landesinneren Montenegros
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288 – 289 Es wird wieder bergig
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290 – 291 Gnädigerweise habe ich auf Bahnhofsrätsel verzichtet :p
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292 – 293 Ganz normale Zugscheiben aufm Balkan :D
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294 – 295 Nach getaner Arbeit (Bevor sich jemand aufregt: 1. fotografierte ich von einem offiziellem Übergang über die Gleise am Streckenende. Und 2. entstand das Bild auf dem Balkan, da ist Gleislatschen völlig normal :p)
In Nikšić, der zweitgrößten Stadt des Landes (gut 70.000 EW), hatten wir ein Appartement gebucht. Zwar musste man den Inhaber anrufen, da dieser aber auch Kurzstrecken per Stinktier zurücklegte, gab es einen kostenlosen Fahrdienst. ;-) Immerhin funktionierte das mit der ukrainischen SIM-Karte, sonst wäre es sehr teuer geworden.^^ Die Stadt an sich war jetzt auch nicht der Brüller, aber das war ja bekannt. Im Landesinneren von Montenegro sind eben weniger die Städte sehenswert, sondern eher die großartige Bergwelt. Den Stadtplatz fand ich aber durchaus nett, in der Fußgängerzone daneben herrschte richtig Leben. Zum Abendessen suchten wir uns ein Restaurant am Platz.
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296 Im Zentrum von Nikšić
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Krümelmonster,
18.04.2020, 14:30
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Krümelmonster,
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Krümelmonster,
18.04.2020, 14:31
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ktmb,
19.04.2020, 21:10
- Vielen Dank! - Krümelmonster, 20.04.2020, 18:53
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Krümelmonster,
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Andi M,
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Krümelmonster,
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