Teil 03 und 04 (Reiseberichte)
Hoi,
Teil 03 und 04 als gemeinsame Antwort:
Somit war in meiner Tagesplanung nicht mehr viel Spielraum, und als ich in Visp den "Komet" sah, der Richtung Zermatt fahren sollte, hatte ich keine Lust, auf den nächsten Zug zu warten. Bei den Kometen, die Stadler "verbrochen" hat, sind nämlich leider gar keine Fenster zu öffnen - sowas gehört doch verboten.
Das ist nunmal das, was die Leute heute haben wollen. Die MGB hat jüngst eine Rollmaterialbestellung über zwölf dreiteilige Orion-Triebzüge getätigt. Bis 2023 werden auf der BVZ alle HGe- und Deh-Pendel abgelöst. Der durchgehende Einsatz von Triebzügen ermöglicht kürzere Fahrzeiten und den minutengenauen 30-Minuten-Takt. Kein anderes MGB-Rollmaterial kann Zahnstangenstrecken bergab gleichschnell oder schneller befahren als die Komet, die neuen Orion sollen diese Zulassung ebenfalls erhalten.
Von den HGe wird die MGB neun Maschinen revidieren, die am Oberalp, beim GEx und im Güterverkehr langfristig eingesetzt werden sollen. Der Regionalverkehr auf den Strecken Zermatt-Visp-Brig-Andermatt-Göschenen wird dann ausschliesslich mit Komet und Orion bewältigt (mit 15 weiteren Orion werden bis 2029 auch alle Deh ersetzt).
Blick nach links kurz vor Täsch. Spätestens dort müssen alle Autofahrer ihr Verkehrsmittel abstellen und mit der Bahn weiter. Dafür gibt es eigene Komet-ähnliche Züge der Baureihe BDSeh4/8 (Das S steht für Sonderabteil, womit einfach nur der Panoramateil gemeint ist. Eigentlich sind es nämlich normale Stadler-GTW, bei denen das Antriebsmodul verlängert wurde).
Die Zermatt-Suttle sind praktisch die Prototypen für die Komet. Aber das S steht nicht für den Panoramateil, weil sonst müssten auch alle Kometen diesen Buchstaben haben. Das S steht vielmehr für die grosszügigen Einstiegszonen ohne Sitze mit viel Platz für Gepäck und Stehplätze.
Neben den guten Blicken (selbstverständlich lassen sich Fenster öffnen!) fährt man eine von zwei Bahnen der Schweiz, die direkt Drehstrom aus der Oberleitung bekommen, und deshalb auch zwei Fahrleitungen haben.
Die GGB gehört wie die MGB auch zur BVZ-Holding, beim Rollmaterial arbeitet man teilweise auch zusammen. Die GGB kann aber eher zu öffnende Fenster einbauen, weil diese Bahn ausschliesslich touristischen Interessen dient und nicht auch von normalen Reisenden und tagtäglich von Pendlern genutzt wird, die keinen Sinn für offene Fenster haben.
Drehstrom-Bahnen gibt es auch weltweit nur vier Stück, davon zwei in der Schweiz. Eine ist in den Pyrenäen und die vierte nutzt man, wenn man in Rio zum Jesus will. Die letztere hat gerade erst neues Rollmaterial von Stadler erhalten.
Oberhalb dessen gibt es eine Aussichtsplattform, und nochmal weiter oben einen kleinen "Berg", auf den wegen des nicht befestigten Wegs die meisten Touris, die in Sandalen oder ähnlich geeigneten Schuhen (es sind immerhin auch nur 8°C) angereist sind, nicht steigen.
Oh, da könnte ich auch mit Sandalen rumturnen. Kommt halt darauf an, ob man Berg-Erfahrung mitbringt. Allgemein nehme ich aber in diese Höhen zu jeder Jahreszeit festes Schuhwerk mit, auch wenn es unten im Tal deutlich über 30° hat. Das lehrt einem die Erfahrung nunmal.
Wieder runter geht es mit dieser Komposition, in der ich den Platz ganz vorne bekomme.
Es fährt immer mindestens eine der neueren Stadlerzüge mit, da diese über den behindertengerechten Niederflureinstieg verfügen. Das BehiG muss eben auch von solchen Bahnen erfüllt werden, obwohl diese keinerlei öffentliche Subventionen bekommen.
Die GGB hat aus der MGB-Orion-Beschaffung heraus fünf zweiteilige Polaris-Triebzüge geordert, die künftig die Flotte verstärken sollen und die ältesten Fahrzeuge ersetzen sollen.
Nun geht's wieder zurück Richtung Visp - zum Glück in einem anständigen Wagenzug, wo direkt nach der Ausfahrt aus Zermatt eines der Täsch-Zermatt-Shuttles entgegenkommt.
Diese Doppelkreuzung ist normal. Sowohl der Regionalverkehr als auch die Shuttle fahren zweimal pro Stunde, dazu kommen die GEx und Güterzüge. Künftig soll ein direkter Tunnel Zermatt mit Täsch verbinden. Da geht einiges an Aussicht verloren, dafür wird die Verbindung wintersicher und künftig ohne Zahnstange sein. Die MGB beschafft von den Orion-Triebzügen auch eine Shuttle-Version ohne Zahnrad, die dann in der halben Fahrzeit wie heute Täsch mit Zermatt im 15-Minuten-Takt verbinden. Beim Regionalverkehr reduziert sich die Fahrzeit ebenfalls, sodass man künftig nicht mehr als eine Stunde von Visp nach Zermatt haben wird.
Ich wage mal die Behauptung, dass dies die einzige Stelle der Schweiz ist, an der Regelzüge in der Zahnstange und ohne Richtungsumkehr die Steigungsrichtung wechseln - sollte das falsch sein, darf Twindexx mich gerne verbessern ;)
Auf Anhieb fällt mir gerade Grindelwald Grund ein. Da dort aber zwischen den beiden Steigungen noch ein Halt mit Fahrtrichtungswechsel erfolgt, darfst du selbst entscheiden, wie du das werten willst.
Um :22 in Visp angekommen, hat man in den geraden Stunden bis :57 Zeit, bis der erste Zug durch den nun geplanten Lötschbergbasistunnel fährt.
Dann hast du aber einfach die falsche Stunde erwischt. Durch den LBT fahren neben den stündlichen IC 8 auch zweistündlich die IC 6. So hat man einen 30-30-60-Minuten-Takt, womit man alle zwei Stunden auch zur halben Stunde in Visp einen Zug durch den LBT hat.
Mit STEP 2035 ist der weitere Ausbau des LBT beschlossen und finanziert worden. Künftig wird es im LBT also einen durchgehenden IC-Halbstundentakt geben. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass während des Ausbaus der LBT mal für ein paar Monate total gesperrt werden muss.
einzig nach Puidoux geht es durch einen kleinen Tunnel und dann ist auf der linken Seite sehr schön der Genfersee zu sehen, zu dem der Zug langsam durch die Weinfelder runterfährt. Nur so nebenbei, noch schöner ist eigentlich die andere Strecke ab Puidoux nach Vevey, auf der es auch wesentlich steiler runtergeht.
Als im Sommer 2018 für sieben Wochen Puidoux-Lausanne wegen Sanierung und Ausbau für Reihe W (Bern-Lausanne künftig in 61 statt 66 Minuten mit Doppelstockzügen mit Wankkompensation, Einführung in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre) total gesperrt war, wurden die IC 1 und IR 15 in Fribourg gebrochen. Stattdessen wurden die halbstündlichen RE Genève-Lausanne via Spitzkehre in Vevey bis Fribourg verlängert. So konnte man diese Strecke auch mal im Fernverkehr befahren. War mal was neues, Fribourg-Vevey direkt nonstop.
alle paar Jahrzehnte findet in Vevey das Winzerfest (Fête des Vignerons) statt und währenddessen wird die S7 statt mit einem Domino mit einem RE-Dosto bedient - falls irgendjemand hier den Artikel ergänzen möchte.
Das war nun einmal so der Fall. Beim nächsten Fest wird es keine Domino mehr geben. Stattdessen werden dann da wohl die neuen BEST fahren (Beschaffung Einstöckiger Standard-Triebzug; drei- und vierteilige Regionalzüge), welche die SBB dieses Jahr erst zur Beschaffung ausschreiben werden. Und was dann für Dostos aktuell sein werden, weiss heute noch niemand.
In Andermatt kommt dieses Mal erwartungsgemäß der Zug aus Disentis an, gezogen von einem Deh4/4 und mit Steuerwagen, also kein Rangieren notwendig.
Im Winter wird über den Oberalp konsequent mit HGe 4/4" und Lok voraus gefahren, sodass immer umrangiert werden muss. Das hat aber dann wegen des Schnees auch einen praktischen Nutzen.
Da rollt auch der nächste Zug aus Brig an
Schon mal 007 Goldfinger gesehen? Da rechts ausserhalb des Bildes stand früher die Tankstelle aus dem Film. Die Bahnstrecke ist im Film neben der Strasse ja zu sehen.
Dass zwei Züge potenziell notwendig sind, liegt an der mit 181 Promille deutlich größeren Steigung als im übrigen Netz der MGB (maximal 125), in der nur 3 Wagen transportiert werden. Außerdem steht deshalb das Triebfahrzeug immer talwärts (Hat jemand da ne Quelle, bei welcher Steigung die gesetzliche Grenze ist?)
Einen fixen Wert gibts da eher weniger. Da muss man die Komposition selbst anschauen. Die dreiteiligen Komet dürfen ja da auch runterfahren und dort ist das Triebfahrzeug ja in der Mitte.
Du kannst ansonsten gerne die FDV und die AB-EBV auf der BAV-Webseite studieren. Ja, diese Dokumente sind in der Schweiz öffentlich: Fahrdienstvorschriften und Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung.
Der Zug nach Erstfeld rollt heran. Seit der Eröffnung des Basistunnels gibt es ja keine durchgehenden Züge mehr über die Gotthardstrecke, die die Bergroute fahren, sondern nur S-Bahn-artige FLIRTs ab Erstfeld.
Einige IR 26 und IR 46 sind am Wochenende von Erstfeld bis Airolo verlängert! Hier am 10. Juni 2019, Pfingstmontag, einen Tag nach Einführung des Zugersee Ost Konzepts, bei der Wende des EW-IV-Pendels in Airolo. Während dessen fährt auf Gleis 3 als Extrazug der Venice Simplon Orient Express mit Doppeltraktion Re 420 durch. Das Wetter hätte besser sein können:
Bis zum 08. Juni 2019 gab es während der Sommermonate am Wochenende auch einen durchgehenden IR Zürich-Bellinzona via Bergstrecke, genannt Gotthard Weekender. Dieser wurde mit einer klassischen Schnellzugkomposition geführt, zusätzlich zu den Flirt. Am 08. Juni 2019 fuhr der Zug ein letztes Mal einen Tag vor der Sperre Zugersee Ost, viele Bahnfans hatten es an diesem Tag auf den Zug abgesehen (sogar ein Schild wurde vorne an der Lok befestigt):
(klicken zum vergrössern)
Die SOB wird zwar bald wieder durchgehende Züge anbieten, aber auch nur mit FLIRT-160, die (Spoiler auf Teil 5) kaum besser sind.
Also die SOB Traverso sind definitiv bequeme IR-Züge mit anständiger erster Klasse und Verpflegungszonen: https://www.voralpen-express.ch/de/traverso.html
Der durchschnittliche Fahrgast will heute eben eine Klimaanlage und geschlossene Fenster. Da kann man nicht so viel machen. Mehr als 160 km/h fahren die IR 26 und IR 46 eh nirgends, weshalb diese Geschwindigkeit völlig ausreichend ist.
Sonst kannst du ja den GoPEx buchen, der führt zum Spezialpreis noch Wagen mit zu öffnenden Fenstern, wobei die Fahrgäste grundsätzlich in die Panoramawagen gebucht werden: https://www.sbb.ch/de/freizeit-ferien/reisen-schweiz/panoramareisen/gotthard-panorama-e...
Die SOB wird mit den Linien IR 26 und IR 46 ab Dezember 2020 in den eigenwirtschaftlichen Fernverkehr innerhalb der SBB-Konzession einsteigen und damit gegenüber den Tilo-Flirt eine deutliche Aufwertung der Gotthard-Bergstrecke bewirken. Ab Dezember 2021 bedient die SOB dann auch die Linie IR 35 (Verknüpfung RE Chur-Ziegelbrücke-Zürich mit IR 17 Zürich-Burgdorf-Bern zur durchgehenden Linie IR 35 Chur-Ziegelbrücke-Zürich-Burgdorf-Bern). Der Vorlapenexpress verkehrt bereits seit Dezember 2019 planmässig mit dem neuen Rollmaterial, das bisherige VAE-Rollmaterial ist definitiv abgestellt worden.
Ebenso startet hier die Zentralbahn, die zur MGB HGe4/4 II baugleiche Loks besitzt.
Der Ersatz in Form neuer Adler-Triebzüge ist bereits bestellt worden. Der Luzern-Interlaken-Express fährt bereits durchgehend mit Adler, nun folgt der Luzern-Engelberg-Express.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
gesamter Thread:
- [6MGA] Teil 04: Oberalppass, Schöllenen und Gotthard [m40B] -
Math5D,
24.02.2020, 14:38
- Teil 03 und 04 -
Twindexx,
28.02.2020, 20:33
- Teil 03 und 04 - Math5D, 29.02.2020, 10:39
- Teil 03 und 04 -
Twindexx,
28.02.2020, 20:33
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